Hilfe bei Einkauf und Hundespaziergang

Ob Einkauf oder Hundespaziergang - wer wegen der Corona-Epedemie sein Haus nicht verlassen kann, bekommt von der freiwilligen Helfergruppe Unterstützung. (Foto: privat)
 
Sarah Worm, Mutter von drei Kindern, nimmt Anfragen per Telefon entgegen. (Foto: privat)

Ehrenamtliche helfen Menschen, die zur Corona-Risikogruppe gehören oder und Quarantäne stehen und unterstützen angesichts von Schul- und Kita-Schließung bei der Kinderbetreuung

BURGDORF (fh). Der Coronavirus bringt für alle Menschen in Burgdorf Einschränkungen mit sich - doch einige stellt diese Ausnahmesituation vor ganz besondere Herausforderungen: Wer unter Quarantäne steht und das Haus nicht mehr verlassen darf, ist auf die Hilfe anderer angewiesen. Das gleiche gilt aber auch für all diejenigen, die aufgrund von Vorerkrankungen ganz besonders vorsichtig sein müssen und sich deshalb beispielsweise nicht in das Getümmel in den Supermärkten stürzen möchte. Oftmals springen dann Familie und Freunde ein und übernehmen beispielsweise den Einkauf. "Darüber habe ich mit einem Freund gesprochen und wir haben uns gefragt, was mit denjenigen passiert, die keine Angehörigen haben und aus ihrem sozialen Umfeld nicht diese Unterstützung bekommen", sagt Rabea Marens.
Dieser Gedanke habe sie nicht mehr losgelassen. Kurzentschlossen hat sie deshalb eine Facebook-Gruppe gegründet, um ein lokales Helfernetzwerk aufzubauen. Ihre Idee kam gut an. "Innerhalb kurzer Zeit sind viele Leute beigetreten, das ging ganz schnell", freut sich Martens. Mit zu den ersten gehörte Karsten Leinemann, der ehemalige Ortsbrandmeister von Weferlingsen, der jetzt die Koordination übernimmt.
Er notiert Namen, Adresse und Kontaktdaten aller freiwilligen Helfer und schreibt auf, welche Aufgaben sie übernehmen könnten. Wenn sich dann jemand meldet, der Unterstützung benötigt, sucht er einen passenden Ehrenamtlichen aus dem Pool heraus und vermittelt den Kontakt. "Als ich mich dazu bereit erklärt habe, hätte ich nicht gedacht, dass das so explodiert. Es ist toll, dass die Hilfsbereitschaft so groß ist", sagt er. Denn mittlerweile stehen 250 Helfer auf seiner Liste. Und die ersten seien auch bereits im Einsatz gewesen.
Bisher sei die Zahl noch überschaubar, aber in den nächsten Wochen werde der Bedarf aller Voraussicht nach zunehmen. "Gerade in Burgdorf, wo es bisher nur wenige Corona-Infektionen gibt, stehen wir noch ganz am Anfang. Da kommt sicher noch einiges auf uns zu", sagt Pfarrer Martin Karras, der das Netzwerk ebenfalls unterstützt. Über seine E-Mail-Adresse nimmt er Anfragen entgegen und hat über die Gemeinde auch die Flyer drucken lassen, mit denen für die Aktion geworben wird.
Zusätzlich zu den Einkaufsdiensten, komme auch der Versorgung der Tiere ein hoher Stellenwert zu. "Ich selbst habe zwei Katzen. Die kann ich einfach nach draußen lassen, aber das geht bei Hunden nicht", so Karras. Bei Bedarf würden die freiwilligen Helfer deshalb beispielsweise auch das Gassigehen übernehmen. Das liege ihm auch persönlich am Herzen. "Besonders in schwierigen Zeiten merkt man, wie wichtig Haustiere sind. Meine Katzen sind so tiefenentspannt, das tut richtig gut", so der Pfarrer.
Auch bei den Hilfseinsätzen, sollten direkte Kontakte vermieden und immer Abstand gewahrt werden, stellt er klar. Wenn ein Ehrenamtlicher beispielsweise den Einkauf abgebe, könne er den Korb vor der Tür abstellen, nach dem Klingeln ein paar Schritte zurücktreten und mit Abstand warten, bis die Tür geöffnet werde. Derjenige, der die Hilfe in Anspruch nimmt, könne den Korb dann hereinholen und um Gegenzug das Geld dafür in einem Umschlag dort ablegen oder es bestenfalls überweisen.
Wer Hilfe benötigt, kann sich bei Facebook an die "Helfer-Gruppe Burgdorf" wenden oder Kontakt aufnehmen per E-Mail an pfarrer@st-nikolaus-burgdorf.de oder an leinemann.k@web.de. Wer kein Internet oder keine E-Mail-Adresse hat, kann montags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr Sarah Worm anrufen unter Telefon (0157) 88383908. Das Angebot richtet sich an Menschen, die zur Risikogruppe gehören, unter Quarantäne stehen oder aufgrund ihrer Arbeit oder dringender Termine keine Möglichkeit haben, ihre Kinder zu betreuen.