Heiner Heinecke führt in das praktische Torfstechen ein

Wann? 05.06.2011 14:00 Uhr

Wo? Stadtmuseum Burgdorf, Schmiedestraße 6, 31303 Burgdorf DEauf Karte anzeigen
Burgdorf: Stadtmuseum Burgdorf |

Aktionstage im Stadtmuseum am 4. und 5. Juni

BURGDORF (r/jk). Am Sonnabend und Sonntag, 4. und 5. Juni, sind die Besucher der Ausstellung „Altes Handwerk“ im Stadtmuseum (Schmiedestr. 6) zu neuen Aktionstagen eingeladen. Ihr zentrales Thema ist die Kunst des Torfstechens. Über deren exakte Handhabung und typische Arbeitsvorgänge informiert eine Vorführung des Schillerslager Torfstechers Heiner Heinecke, der auf eine lange Erfahrung in diesem Metier zurückblickt.
An beiden Tagen können die Museumsgäste zwischen 14.00 und 17.00 Uhr bei schönem Wetter im Museumshof mitverfolgen, wie er aus frischem Torfmaterial in geeigneten Formen Torfbrikette modelliert und ihnen eine praxistaugliche Gestalt verleiht. Aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz vermittelt Heinecke kenntnisreiche Informationen über die Geschichte des besonders durch den Pionier Heinrich Schlüter geprägten Torfabbaus im Burgdorfer Moorgebiet und erzählt von seinen diversen Verwendungsmöglichkeiten als Brennstoff und im Gartenbau.
Das Torfstechen ist einer der ältesten Handwerkszweige der Welt, der schon im ersten Jahrhundert n. Chr. in der „Naturalis historia“ des römischen Historikers Plinius Erwähnung findet. Noch bis in die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts ist der Torfabbau auch eine ansehnliche Einnahmequelle und ein viel genutzter Energielieferant für die Burgdorfer Landbevölkerung gewesen. In der heutigen Zeit ist die wirtschaftliche und energieerzeugende Bedeutung des Torfstechens zwar deutlich gesunken. Trotzdem ist die Torf- und Humuswirtschaft weiterhin ein bedeutender Lieferant für den Gartenbau, im Hobbygartenbereich und für den Einsatz als Heilmittelzusatz in Kurorten. Im moorreichsten Bundesland Niedersachsen gibt es 80 Torfbetriebe, die die Kunst des Torfstechens lebendig erhalten und zu einem mehrere Millionen Kubikmeter umfassenden Produktionsvolumen beitragen.
Das Stadtmuseum ist sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Gruppen, Schulklassen und Verein haben die Möglichkeit, mit VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich (Tel. 05136/1862) eine Sonderführung zu vereinbaren.