Heeßeler planen Vereinsgründung

Rechtsanwalt Karl-Heinz Vehling erläutert bei der Bürgersprechstunde in Heeßel, worauf es bei einer Vereinssatzung ankommt.

Bei der Bürgersprechstunde im Feuerwehrhaus haben sich die Einwohner auf einen
Satzungsentwurf geeinigt / Nun fehlt noch ein Name für den Dorfverein

HEESSEL (fh). Bis sie einen eigenen Dorfverein haben, müssen sich die Heeßeler noch ein paar Wochen gedulden. Ortsvorsteher Heiko Reißer hatte für die jüngste Bürgersprechstunde Anfang Februar etwas optimistisch bereits die Gründungsversammlung angesetzt. Doch Rechtsanwalt Karl-Heinz Vehling bremste gleich zu Beginn die Erwartungen der Besucher. "Da hängt eine ganze Menge dran. Es gibt einiges, was wir vorher noch klären sollten", betonte er. Die rund 20 Einwohner, die der Einladung gefolgt waren, pflichteten ihm bei - zumal in ihren Reihen viele fehlten, die Ende November ebenfalls Interesse und Bereitschaft signalisiert hatten, sich in die Vereinsarbeit einzubringen.
Trotzdem ist die Dorfgemeinschaft schon einen großen Schritt weitergekommen: Denn mithilfe einer Powerpoint-Präsentation stellte Vehling Punkt für Punkt die Satzung des Bürgervereins Sorgensen vor - sozusagen als Blaupause für den Heeßeler Verein. In der Diskussion wurde deutlich, dass vieles davon einfach übernommen werden kann, manches aber auch angepasst werden muss. Die Änderungswünsche will Vehling nun in den nächsten Wochen einarbeiten und den Entwurf dann dem Finanzamt vorlegen, um sicherzustellen, dass der Verein damit die Voraussetzungen für die Gemeinnützigkeit erfüllt.
Möglichst noch vor Ostern, also spätestens Anfang April, wollen die Heeßeler ihren Verein dann offiziell aus der Taufe heben. Und bis dahin brauchen sie natürlich auch noch einen Namen. Weil es dafür noch keine zündende Idee gibt, will Heiko Reißer weitere Vorschläge per E-Mail sammeln. Außerdem sollen bis dahin auch Kandidaten für die vier Vorstandsämter gefunden werden: Vorsitzender, Stellvertreter, Kassenwart und Schriftführer.
Bei anderen wesentlichen Punkten sind die Heeßeler schon einen Schritt weiter. So waren sich die Anwesenden beispielsweise schnell über den Vereinszweck einig: Er soll die Heimatkunde fördern, aber auch Denkmalschutz und -pflege, Kunst und Kultur sowie das soziale Miteinander im Dorf. "Im Ort gibt es ein Bedürfnis, nicht nur hier zu wohnen, sondern auch die Gemeinschaft zu pflegen und sich zu treffen", schilderte Rüdiger Zach, der sich auch bereit erklärte, die Vereinsgründung als Notar zu unterstützen.
Etwas länger wurde über die Mitgliederbeiträge diskutiert: 5 Euro pro Monat, wie Vehling es zunächst vorschlug, erschien vielen zu hoch gegriffen. "Wir wollen gerade auch junge Familien ansprechen und möglichst für alle offen sein. Es soll ja eine breite Bewegung werden", betonte Monika Reißer. Letztlich sprachen sich die Anwesenden einhellig für 3 Euro pro Monat aus. "Das ist ja sozusagen ein Mindestbeitrag. Wir hindern niemanden daran, auch mehr zu zahlen", sagte Reißer mit einem Augenzwinkern. Die Beiträge sollen allerdings nicht in der Satzung festgeschrieben, sondern von der Mitgliederversammlung beschlossen werden, damit sie später leichter geändert werden können.
Zum Hintergrund: Die Idee eines Dorfvereins ist entstanden, weil eine Gruppe um Ortsvorsteher Heiko Reißer und seine Frau Monika eine Dorfchronik erstellen möchte. Um das umsetzen zu können, sind sie auch auf Spenden angewiesen - und die lassen sich rechtlich am einfachsten über einen Verein sammeln. Der Verein solle aber auch andere Projekte in Heeßel fördern.