„Hamlet“ im Theater am Berliner Ring

Der versammelte dänische Hof. (Foto: Georg Bosse)

Regisseurin Karin Drechsel: „Wir sind Hamlet und Dänemark ist die Welt.“

BURGDORF (gb). Zum wiederholten Gastspiel des Theaters für Niedersachsen (TfN) am Burgdorfer Aufführungsort „Berliner Ring“ stand am vergangenen Freitagabend William Shakepeares Tragödie „Hamlet“ auf dem Spielplan. Vor einen nicht ganz ausverkauftem Haus spielten Moritz Nikolaus Koch (Hamlet) und Joëlle Rose Benhamou (Ophelia) die Hauptrollen in der Tfn-Inszenierung von Karin Drechsel.
Dieses tiefsinnigste und berühmteste Werk den englischen Dichters (1564-1616) aus dem Städtchen Stratford, dessen Gedankenreichtum von keinem anderen Drama der Weltliteratur übertroffen wird, entstand um 1600. Shakespeare entnahm den Stoff und viele Einzelheiten der Geschichte des dänischen Chronisten Saxo Grammaticus und/oder der novellistischen Bearbeitung durch den Franzosen Francois Belleforest (1567). Der „Ur-Hamlet“ erzählt die Geschichte des jungen Prinzen Amlethus, der den Mord an seinem Vater Horwendil rächen möchte. Dazu täuscht er dem dänischen Hof und seinem Onkel Fengon Wahnsinn vor.
Das Meisterstück durchstöbert jeden Winkel menschlicher Existenz. Es enthüllt Schönheiten, erforscht Tiefen und deckt dunkle Stellen auf. Dazu gehören Hamlets Liebesverhältnis zu Ophelia, das Wissen oder Nichtwissen seiner Mutter Gertrud (Ulrike Lodwig) um den Mord an ihrem Gatten sowie die Grenzen von Hamlets verstelltem Wahnsinn und auch die Motive seiner zaudernden Handlungsweise in den letzten Stadien.
Die Mischung aus Kriminal- und Liebesgeschichte sowie die philosophischen Abhandlungen über den Sinn und Wert menschlichen Lebens, das letztendlich doch das Schicksal entscheidet, machte „Hamlet“ bis heute zu einem der meistgespielten Theaterstücke.