Haacke plant Carré-Quartier

An der Weserstraße soll ein neues Quartier mit einem Geschäftsgebäude und drei Wohnhäusern entstehen. (Foto: Visualisierung/Stefan Grieshop)

An der Weserstraße sollen ein Geschäftsgebäude und drei Mehrfamilienhäuser entstehen

Burgdorf (fh). Zwischen Weserstraße und B188 soll sich in den nächsten Jahren einiges tun: Die Stadt plant dort ein großes Neubaugebiet und auf dem Nachbargrundstück will der Burgdorfer Investor Achim Haacke jetzt ein Büro- und Geschäftsgebäude sowie drei Mehrfamilienhäuser mit jeweils 15 Wohnungen bauen. Kürzlich hat er das Projekt unter der Überschrift „Carré-Quartier“ im Bauausschuss vorgestellt. Mit dabei war auch der hannoversche Architekt Stefan Grieshop, der die Planung gemacht hat.
Die vier Gebäude sollen jeweils über drei Stockwerke verfügen. Für das Büro- und Geschäftshaus ist ein Längsriegel direkt an der Weserstraße vorgesehen. Im Erdgeschoss sollen zwei Verkaufsflächen mit jeweils 200 Quadratmetern entstehen, die beispielsweise von einer Apotheke und einem kleinen Sanitätshaus genutzt werden können. Im ersten und zweiten Obergeschoss werden Büro- und Praxisflächen mit unterschiedlichen Zuschnitten eingeplant. Denkbar seien außerdem Co-Working-Flächen, die von Selbständigen, Angestellten oder Firmen temporär zum Arbeiten angemietet werden könnten.
Die drei Wohnhäuser in Würfelform sollen jeweils 15 Wohnungen mit Größen von 60 bis 75 Quadratmetern beherbergen. „Sie richten sich vor allem an Singles und an Senioren“, sagt Haacke. Gerade für ältere Menschen seien sie gut geeignet, weil sie über Aufzüge verfügen und Einzelhandel sowie Ärzte fußläufig erreichbar sind. „Zusätzlich soll es bei Bedarf Betreuungsangebote über einen externen Pflegedienst geben“, kündigte der Investor an.
Alle vier Gebäude sollen eine helle Backsteinfassade erhalten, die durch unterschiedliche braune Elemente variiert wird. Analog zum benachbarten städtischen Baugebiet soll auch das Carré-Quartier ohne fossile Energien auskommen, ein Gasanschluss ist nicht vorgesehen. Stattdessen kommen Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern sowie Luft-Wärme-Pumpen zum Einsatz.
Der Linken-Ratsherr Michael Fleischmann fragte im Bauausschuss nach den Mietpreisen und dem Anteil von Sozialwohnungen. Auf beides gab Haacke keine konkrete Antwort. Er versicherte, nicht in erster Linie für Gutverdiener zu bauen, sondern vor allem auch für junge Menschen mit geringem Einstiegsgehalt und Senioren mit kleiner Rente. „Sie werden sich die Warmmiete leisten können, zumal die Kosten für Wärme aufgrund des Energiekonzepts vergleichsweise niedrig sein werden“, so Haacke.
Bürgermeister Armin Pollehn lobte das Projekt als vorbildlich. „Es ist genau auf den Bedarf in Burgdorf zugeschnitten“, sagte er. Fleischmann bezeichnete es indes als Skandal, dass die Stadt dem Investor keinen Mindestanteil an Sozialwohnungen vorschreibe. Im benachbarten Neubaugebiet haben die Politiker kürzlich eine Quote von 25 Prozent für die Mehrfamilienhäuser festgelegt.
Letztlich sprach sich der Bauausschuss einstimmig für das Projekt „Carré-Quartier“ aus – Fleischmann hat in dem Gremium kein Stimmrecht. Auch der Verwaltungsausschuss hat am Dienstag zugestimmt. Die Stadtverwaltung soll nun einen Bebauungsplan aufstellen, der Investor übernimmt die Kosten dafür. Das wird in einer Planungsvereinbarung festgelegt.
Ursprünglich wollte Haacke das gesamte Areal entwickeln und die Stadt hatte dafür 2008 bereits einen Bebauungsplan erarbeitet. Nachdem er 2017 das dreigeschossige Ärzte- und Bürohaus neben dem Edeka-Parkplatz errichtet hatte, nahm er davon jedoch endgültig Abstand. Er einigte sich mit der Stadt, dass sie für einen Großteil des Gebiets selbst die Regie übernimmt. Hacke kümmert sich indes um das Grundstück direkt neben dem Ärztehaus.