Gute Laune und viel Spaß beim Schützenfest

Majestäten so weit das Auge reicht – Die Könige des Schützenfestes präsentieren sich auf der Rathaustreppe. (Foto: Holger Staab)

Neuerungen kommen bei den Burgdorfer Bürgern gut an

BURGDORF (hs). Das Burgdorfer Volks- und Schützenfest 2011 wird als gelungene Veranstaltung in die Jahreschronik eingehen. Am vergangenen Wochenende feierten nicht nur die Schützen, sondern viele Burgdorfer Bürger das Stadtfest mit besonderem Flair. Dafür sorgten nicht nur die Neuerungen und Änderungen, die der Schützenverein in diesem Jahr erstmals in das Programm aufnahm. Viele Burgdorfer nahmen das Fest zum Anlass, wieder einmal richtig zu feiern und den Alltag hinter sich zu lassen.
Schon am vergangenen Donnerstag konnte diese Entwicklung beobachtet werden. Die Platzkonzerte an verschiedenen Standorten in der Stadt machten auf das Schützenfest aufmerksam und so konnte Bürgermeister Alfred Baxmann zusammen mit dem Vorsitzenden der Schützengesellschaft, Karsten Siekmann, beim Bieranstich schon viele Schaulustige begrüßen. Die wollten allerdings eher sehen, dass Baxmann eine Bierdusche abbekommt, was in diesem Jahr nicht der Fall war. Am Abend begann das Volksfest dann mit dem Großen Zapfenstreich und damit sehr besinnlich und feierlich, aber leider bei der Totenehrung mit viel Wasser von oben. Im Zelt herrschte dann allerdings gute Stimmung. Es bewahrheitete sich wieder, dass viele alteingesessene Burgdorfer den Zapfenstreichabend zum Feiern nutzen, nur „Einheimische“ sind im Zelt, alte Bekannte sehen sich wieder und auch die Schützen haben noch viel Kondition. So blieb die Lüttje-Lagen-Theke bis zum Sonnenaufgang besetzt.
Allerdings brauchen die Schützen das Durchhaltevermögen, denn schon am Freitagmorgen um 6 Uhr wurden sie wieder durch die traditionellen Böllerschüsse geweckt. Das Procedere dann ist Wecken, Marsch zum Schützenheim, Frühstück in den Korporationen, Aufstellung am Rathaus, Festumzug, Königsvesper, Ansprachen und in diesem Jahr neu die Siegerehrung der Schießwettbewerbe im Festzelt.
In ihren Begrüßungsworten sprachen Karsten Siekmann und Alfred Baxmann den Schützen trotz des ungemütlichen Wetters, auch beim morgendlichen Festumzug gab es wieder eine kostenlose Dusche für alle Mitmarschierenden und Spielleute, Mut zu. Nicht nur für gutes Wetter, sondern auch für das anschließende Königsschießen.
Der Wettbewerb um die beiden Hauptmajestäten Freihand und Auflage im Schützenheim schloss sich an und wieder wurde das Schützenheim zur Feiermeile auserkoren. Im Mix aus Aue Rosen, Germanen, Schützendamen, Junggesellen und aktiven Schützen ging es stimmungs- und stimmgewaltig zu - wieder einmal brodelte die Heimstätte der Burgdorfer Schützen. Als die Ergebnisse des Wettbewerbs bekanntgegeben wurden, war der Siedepunkt erreicht und tosender Applaus brandete auf, als Freihandkönig Bastian Hoppe (262,9 Teiler) und Auflagekönig Harald Hasse (232,8 Teiler) von Schießsportleiter André Bregas ausgerufen wurden.
Am gleichen Abend wurden dann auch die anderen Majestäten im Festzelt proklamiert. Nur die Stadtkönigin stand noch nicht fest und deshalb wurde es noch einmal richtig spannend. Eine Schützendame machte das Rennen. Margot Furche bekam unter dem Jubel der Schützendamen von Karsten Siekmann und Bürgermeister Alfred Baxmann Königskette und Schärpe überreicht.
Die restlichen Könige und Königinnen waren schon im Vorfeld des Festes bekannt. Als Kinderkönigin konnte sich Carina Bludau-Wachholz (98,5 Teiler) in die Siegerliste eintragen. Zwergenkönig wurde Niklas Fuchs, der einen 194,3 Teiler mit dem Lichtpunktgewehr erzielte. Jungschützenkönigin wurde Saskia Piel mit einem tollen Schuss und 13,7 Teiler. Die neue Volkskönigin kommt gebürtig aus den Niederlanden und heißt Brigitte Struiksma. Silbervogelkönigin wurde Petra Rode, die damit dafür sorgte, dass in diesem Jahr viele Damen ihr Können vor den Scheiben unter Beweis stellten.
Die Party am Abend litt ein wenig unter der Kälte im Festzelt und unter den wenigen Besuchern. Das sollte am Sonnabend aber anders werden. Beim „Spanischen Abend“ waren auch viele auswärtige Gäste gekommen und im Zelt ging so richtig die Post ab. Zuvor wurden aber noch die Kreiskönige im Schützenheim ausgeschossen und am frühen Nachmittag proklamiert. „Oberschießsportleiter Urs-Uwe Simanowsky und sein Team haben nach einigen anstrengenden Tagen wieder gute Arbeit geleistet“, meinte Siekmann in seiner Ansprache, denn immerhin war die Beteiligung der Majestäten aus dem Kreisschützenverband (KSV) Burgdorf in diesem Jahr besser als zuletzt. Knapp 150 Teilnehmer versuchten ihr Glück und zielten genau. Werner Bösche, der Präsident des KSV, lobte die Organisation und gab Alfred Baxmann einen Hinweis: „Herr Baxmann, bitte setzen sie sich auch in Zukunft für den Erhalt des Kreiskönigsschießens in Burgdorf ein.“ Der Bürgermeister erwiderte, dass die Veranstaltung für Burgdorf höchst interessant ist und mit der Kreisdelegiertentagung und dem Kreisschützenball dazu führt, das Burgdorf den Ruhm als Schützenstadt bekommt. „Schon allein das der Name Burgdorf beim Kreisschützenverband Burgdorf genannt wird, macht uns stolz“, war Baxmann erfreut. Bei der Proklamation der Kreiskönige sicherte sich die Schützengesellschaft Burgdorf auch einen Titel. Janine Tabbert konnte mit 134,6 Teiler den Titel Kreisjugendkönigin erringen. Kreisjuniorenkönig wurde Patrick Lork (92,2 Teiler) vom Schützenverein Höver, Kreiskönigin Renate Riesch (93,6 Teiler) von der Schützengesellschaft Ahlten und Kreiskönig Tobias Nolte (230,2 Teiler) von der Schützengesellschaft Anderten.
Nach den vielen, stressigen Tagen mit durchwachsenem Wetter sollte der Schützenfestsonntag mit dem traditionellen Festumzug wieder einer der Höhepunkte werden und gleichzeitig Entspannung bei den Schützen bringen. Zunächst hatte der Wettergott am Vormittag scheinbar kein Erbarmen: Bei den Treffen der Korporationen bei ihren Königen und Würdenträgern waren Schauer die Stimmungsbremse. Zum Festumzug blieb es aber trocken und auch die Sonne und höhere Temperaturen ließen erkennen, dass bereits Sommer ist. Der große Umzug war wieder einmal gut besucht und die Burgdorfer entfachten auch im Festzelt am Nachmittag noch Stimmung, als die mitmarschierten Spielleute ihre Musikstücke zum Besten gaben. Mit dem traditionellen „Tanz vor dem Rathaus“ endete dann nach Mitternacht das Volks- und Schützenfest 2011. Auch wenn das Wetter nicht so richtig mitspielte und der Zustrom an Besuchern größer sein könnte, dieses traditionelle Fest sollte für Burgdorf weiterhin ein fester Bestandteil bleiben. Es gehört zu Burgdorf, wie die St. Pankratius Kirche und das Brandende, auch wenn es vielleicht einen kleinen modernen Anstrich erhalten sollte. Aber die Schützengesellschaft ist auf dem besten Weg, mit Neuerungen ein für alle attraktives Fest anzubieten.