Grundstein für 40 Sozialwohnungen

Die Bauarbeiten haben begonnen: Auf dem Grundstück südlich der Gerickestraße entstehen drei Mehrfamilienhäuser mit 40 Sozialwohnungen.
 
Gerrit Ernst von Nordprojekt (links) und Oliver Plüm von Restaura Wohnen bei der symbolischen grundsteinlegung für das Projekt Heidenelke.
 
Bei der Grundsteinlegung wird eine Zeitkapsel einbetoniert, als Erinnerung für spätere Generationen.

Unternehmen wollen das Bauprojekt "Heidenelke" in der Südstadt bis 2022 abschließen

Burgdorf (fh). Auf dem Grundstück in der Burgdorfer Südstadt, zwischen Gerickestraße und der Feldmark, hat sich in den zurückliegenden Wochen einiges getan: Unter dem Arbeitstitel „Heidenelke“ bauen die Unternehmen Project Nord und Restaura dort drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 40 Sozialwohnungen. Der Keller des ersten Gebäudes nimmt bereits Gestalt an – und am Donnerstag fand nun auch die feierliche Grundsteinlegung statt. In etwa anderthalb Jahren, Ende 2022, sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Das Unternehmen MMW Nord Wohnungsbau wird sie dann in seinen Bestand übernehmen und vermieten.
Für die Wohnungen erhalten die Investoren Fördermittel vom Land und von der Region Hannover. Im Gegenzug garantieren sie eine vergleichsweise günstige Kaltmiete von 5,60 Euro pro Quadratmeter. Als Mieter kommt nur in Frage, wer einen sogenannten Wohnberechtigungsschein besitzt und bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreitet. „Ohne solche geförderten Angebote könnten sich viele Menschen Wohnen nicht leisten“, sagte Matthias Paul, stellvertretender Bürgermeister von Burgdorf. Die Grundsteinlegung bezeichnete er deshalb als „großen und wichtigen Tag für Burgdorf“.
Ulf Meier von der NBank betonte, dass es nur im Schulterschluss von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft gelingen könne, in Niedersachsen ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Bisher engagierten sich in dem Bereich vor allem Genossenschaften und kommunale Wohnungsbaugesellschaften – doch das allein reiche nicht, um den Bedarf zu decken. Meier lobte vor diesem Hintergrund, dass sich Restaura und Nord Project als private Investoren im geförderten Wohnungsbau betätigten. Das Bauvorhaben in der Burgdorfer Südstadt habe deshalb Vorbildcharakter. „Viele Menschen hier vor Ort warten auf ein solches Angebot. Ich bin mir sicher, dass die Wohnungen reißenden Absatz finden werden“, betonte er.
In den drei Mehrfamilienhäusern sind jeweils drei volle Etagen und ein zusätzliches Staffelgeschoss vorgesehen. Sie sollen Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit Größen von 40 bis 85 Quadratmetern beherbergen. „Mit dieser Mischung werden wir ganz unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht. Hier können sowohl Familien mit Kindern, als auch Singles und ältere Menschen einziehen“, betonte Restaura-Geschäftsführer Oliver Pülm. Alle Wohnungen werden barrierefrei geplant, vier sogar rollstuhlgerecht. Von den energetischen Standards und der Ausstattung her würden sie gewöhnlichen Miet- und Eigentumswohnungen in nichts nachstehen.
Außerdem lege er großen Wert auf die Akzeptanz bei den Nachbarn an der Gerickestraße. „Wir haben bei der Planung deshalb bewusst nicht die maximale Anzahl an Wohnungen rausgeholt. sondern auch Grünflächen eingeplant und darauf geachtet, dass sich das Projekt städtebaulich gut einfügt“, betont er. Die drei Gebäude würden versetzt angeordnet, sodass kein massiver Gebäuderiegel zum Ortsrand hin entstehe.
Zur feierlichen Grundsteinlegung sind viele Gäste gekommen, unter anderem die Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch und Frank Doods, Staatssekretär im Niedersächsischen Umweltministerium. Bei dem Festakt haben Restaura-Geschäftsführer Oliver Pülm und Nord-Project-Geschäftsführer Gerrit Ernst traditionsgemäß eine Zeitkapsel einbetoniert, als Erinnerung für spätere Generationen. Neben einer aktuellen Tageszeitung, einem Ausdruck der Projektbeschreibung und etwas Kleingeld enthält sie auch einen Mund-Nasen-Schutz.
Bereits im Dezember 2018 hatte der Rat beschlossen, dass die Unternehmen Restaura Wohnen und Nord Project den Zuschlag für das 4380 Quadratmeter große Grundstück an der Gerickestraße bekommen sollten. Die Mehrheit sah in ihrem Konzept einen guten Kompromiss. Einerseits würde die in der Ausschreibung festgelegte Mindestzahl von 16 Sozialwohnungen deutlich übertroffen, andererseits werde das Grundstück auch nicht überfragchtet.
Als im Herbst 2020 noch immer keine Bagger angerollt waren, fragten unter anderem die Grünen im Bauausschuss kritisch nach, wann es endlich losgehen würde. Die Stadt teilte damals mit, dass der gesteckte Zeitrahmen bisher eingehalten werde. Auch Restaura-Geschäftsführer Pülm betonte bei der Grundsteinlegung, dass der zeitliche Ablauf für ein solches Projekt nicht ungewöhnlich sei. „Es gab keine nennenswerten Verzögerungen. Wir liegen gut in unserem Zeitplan“, sagte er.
Schließlich sei seit dem Ratsbeschluss Ende 2018 hinter den Kulissen eine Menge passiert. „Wir mussten zum Beispiel erst einmal die Fördergelder und die Baugenehmigung beantragen“, erläutert er. Außerdem sei vor dem ersten Spatenstich noch eine Bodensanierung nötig gewesen, weil sich auf dem Grundstück beispielsweise alte Hausabfälle befanden. „Das war vorher bekannt und mit der Stadt vereinbart. Und wir haben bei den Proben auch nichts Problematisches gefunden. Aber all das nimmt natürlich Zeit in Anspruch“, so Pülm.
Nachdem in Burgdorf lange Zeit kaum geförderte Wohnungen entstanden sind, tut sich jetzt etwas. Im Frühjahr sind im Baugebiet An den Hecken gerade zwei Mehrfamilienhäuser der KSG mit insgesamt 16 Wohnungen fertig geworden – ebenfalls mit einer Kaltmiete von 5,60 Euro je Quadratmeter. Auch das Grundstück der ehemaligen Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) am Marris-Mühlen-Weg will die Region Hannover an die KSG verkaufen. Dort könnten mindestens 20 geförderte Wohnungen entstehen. Und André Scholz, bei der Stadt für die Liegenschaften verantwortlich teilte mit, dass noch weitere in Aussicht seien. „Wir haben ein Projekt an der Sylter Straße in der Pipeline, wo zwölf Wohneinheiten entstehen könnten“, sagte er.

Nord Project und Restaura

Der Immobilienentwickler Nord Project ist in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen tätig. Er kooperiert eng mit gemeinwohlorientierten Investoren, wie der Moses Mendelssohn Stiftung. Deshalb betätigt er sich seit fünf Jahren im sozialen Wohnungsbau. Das Unternehmen baut aber auch Hotels, Studentenwohnheime und vieles mehr. In der Region Hannover kooperiert Nord Projekt mit dem Unternehmen Restaura Wohnen. Gemeinsam haben sie bereits an drei weiteren Standorten geförderte Wohnungen errichtet: am Kaltenweider Platz in Langenhagen, an der Göttinger Straße in Hemmingen und an der Peiner Straße in Sehnde.