Grünes Licht für Grundschüler

Matthias Wahlen (von links) und Andreas Jürß von der Bürger­initiative „Sicherer Schulweg Hülptingsen“ nutzen die neue Ampel. Sie sind froh, dass die Grundschulkinder jetzt sicher über die Straße kommen.
 
Bürgermeister Armin Pollehn (rechts) und der Hülptingser Ortsvorsteher Cord-Heinrich Schweer schalten die Ampel an.

In Hülptingsen sorgt eine neue Bedarfsampel für mehr Sicherheit auf dem Weg zu Bushaltestelle

Hülptingsen (fh). Vier Jahre lang haben sich die Hülptingser Eltern dafür eingesetzt – am Mittwoch ist ihr Wunsch nun in Erfüllung gegangen: Bürgermeister Armin Pollehn und Ortsvorsteher Cord-Heinrich Schweer haben eine neue Bedarfsampel auf Höhe des örtlichen Feuerwehrhauses in Betrieb genommen. So können die Grundschüler die viel befahrene Durchgangsstraße Vor den Höfen von nun an sicher überqueren.
Die Kosten für die Ampel belaufen sich auf rund 30.000 Euro. Die Stadt hat sich für eine Dunkel-Dunkel-Lichtsignalanlage entschieden, auch Schlafampel genannt. Diese erweckt den Anschein, außer Betrieb zu sein. Sobald ein Fußgänger drückt, wird die Signaltechnik aber aktiviert. Dann leuchtet zunächst das rote und anschließend das grüne Männchen, für Autofahrer springt die Ampel parallel auf Gelb und dann auf Rot. Eine Benutzungspflicht besteht für Fußgänger nicht. Sofern es der Verkehr erlaubt, können sie die Straße weiterhin jederzeit überqueren.
Der Hülptingser Ortsvorsteher Heinrich Schweer und der Sprecher der Bürgerinitiative „Sicherer Schulweg für Hülptingsen“ Sven Wessarges zeigten sich erleichtert, dass nun endlich eine Lösung gefunden sei. Bürgermeister Armin Pollehn lobte indes den langen Atem und das Engagement der Eltern: „Sie sind sind nie müde geworden und haben das Thema immer auf der Tagesordnung gehalten!“
Die Debatte um einen sicheren Überweg an dieser Stelle begann schon vor mehr als vier Jahren. Denn seit 2016 gehört Hülptingsen nicht mehr zum Einzugsgebiet der Gudrun-Pausewang-Grundschule in der Südstadt, sondern wurde der Grundschule Burgdorf an der Hannoverschen Neustadt zugeschlagen. Seitdem müssen die Kinder aus dem Neubaugebiet im Süden Hülptingsens die Straßenseite wechseln, um die Bushaltestelle Richtung Innenstadt zu erreichen. Zum Kummer der Eltern. Sie haben Verwaltung und Kommunalpolitiker immer wieder darauf hingewiesen, dass das aus ihrer Sicht ohne Ampel und Zebrastreifen viel zu gefährlich sei.
Doch ihre Vorschläge wurden von Stadt und Region stets zurückgewiesen, weil die gesetzlichen Voraussetzungen dafür nicht erfüllt oder sie technisch nicht umsetzbar seien. Ampel und Zebrastreifen wurden beispielsweise mehrfach abgelehnt, weil die dafür erforderliche Mindestanzahl an Querungen nicht erreicht gewesen sei.
Im Frühjahr kam dann aber Bewegung in das Thema: Denn wie vielerorts sind auch in Hülptingsen die Schülerzahlen gestiegen. Und so registrierte die Region bei einer erneuten Zählung nach den Sommerferien 2019 innerhalb von einer Stunde mehr als 30 Schulkinder, die die Straße an dieser Stelle querten. Damit sah sie die rechtlichen Bedingungen für eine Ampel nun als erfüllt an. Im Verwaltungsausschuss beschlossen die Politiker daraufhin, diese Möglichkeit kurzfristig umzusetzen.
Pollehn betonte, dass die Ampel nur ein kleiner Teil dessen sei, was die Stadt Burgdorf in Sachen Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche tun müsse. „Der nächste Schritt seien die Schulwegpläne, die derzeit in Vorbereitung sind“, machte er deutlich. Sie sollen einerseits Tipps für die Familien enthalten und beschreiben, worauf die Kinder auf den jeweiligen Routen besonders achten müssen. Anderseits sollen sie auch der Verwaltung einen Überblick geben, wo Gefahrenstellen durch bauliche Maßnahmen entschärft werden können.