Großes Herz für kleine Schwalben

Ganz zaghaft schauen die jungen Schwalben aus dem Nest.

In 20 Nestern wachsen auf dem Hof von Ilsemarie und Ralf Horst in Dachtmissen Jungvögel heran

DACHTMISSEN (dno). In Dachtmissen bei Ilsemarie und Ralf Horst wird Naturschutz gelebt. Schon seit vielen Jahren nisten auf der Nordseite ihres Hauses Schwalben. „Wir lassen sie einfach in Ruhe und so kommen sie jedes Jahr wieder“, berichtet Ilsemarie Horst. Bereits als Kind hat sie das Schauspiel beobachtet, dass sich jedes Frühjahr wiederholt. Im April kommen die Schwalben auf den Hof und bauen oder renovieren ihre Nester, die überwiegend aus feuchtem Lehm und Speichel bestehen. Hier, unter dem Dachvorstand finden sie scheinbar ideale Bedingungen, um dann zu brüten. Im Frühsommer schlüpfen die jungen Schwalben und Ende August/Anfang September verlassen sie ihre Nester und es geht zum Überwintern in den Süden.
Etwa 20 Nester mit 16 bis 20 Schwalbenpaaren haben bei Familie Horst in diesem Jahr ihr Zuhause gefunden. „Hauptsächlich Mehlschwalben“, erzählt Ralf Horst, „Erkennbar sind diese an ihrer weißen Brust.“ Auch Rauchschwalben sind hier noch zu finden. „Wenngleich weniger, denn die Tiere haben es nicht leicht“, so Ilsemarie Horst. Die Rauchschwalben haben sich früher in der Nähe der Schornsteine aufgehalten, daher auch ihr Name. Sie haben oft in Kuh- oder Schweineställen genistet und sich dort auch von den Fliegen ernährt. „Doch Ställe gibt es nun immer weniger“, erklärt Ilsemarie Horst ihren Rückzug. Die Rauschwalben haben eher einen bräunlichen Bauch und vor allem einen langen Schwalbenschwanz, „ähnlich wie bei einem Smoking“, erklärt Ilsemarie Horst.
„Wir freuen uns jedes Jahr, wenn die Schwalben hier sind und den Frühling einläuten“ so Familie Horst, auf deren Hof noch zwei Hunde, eine Katze und viele frei laufende Hühner leben.