Großes Chorkonzert zum Ewigkeitssonntag

Der Kleine Chor Burgdorf unter der Leitung von Ilsabe Bartels-Kohl an der Orgel (li.) beglückte die zahlreichen Zuhörer in der Friedhofskapelle am Niedersachsenring mit der „Missa Choralis“ von Franz Liszt. (Foto: Georg Bosse)

Kleiner Chor mit „Missa Choralis“ in der Friedhofskapelle

BURGDORF (gb). Der Ewigkeitssonntag oder Totensonntag ist in der Evangelisch-lutherischen Kirche in Deutschland ein Gedenktag für die Verstorbenen. Der Totensonntag ist in allen deutschen Bundesländern besonders geschützt. Die Feiertagsgesetze aller Bundesländer, außer Hamburg, zählen den Totensonntag als Trauer- und Gedenktag zu den „stillen Tagen“, für die besondere Einschränkungen gelten. Darunter unter anderem Verbote von Musik- und Tanzveranstaltungen.
Dieses Musikaufführungsverbot galt selbstverständlich nicht für das „Konzert zum Ewigkeitssonntag“, zu dem der Kleine Chor Burgdorf am Sonnabend vor dem jüngsten „stillen Tag“ in die Friedhofskapelle am Niedersachsenring in Kooperation mit dem Burgdorfer Kulturverein SCENA und der Paulus-Stiftung eingeladen hatte.
Von Ilsabe Bartels-Kohl an der Orgel begleitet, brachte das Stimmenensemble den rund 120 Zuhörern die „Missa Choralis“ (1865) von Franz Liszt (1811-1886) zu Gehör. Liszts Messkomposition ist von der katholischen kirchenmusikalischen Restaurationsbewegung des 19. Jahrhunderts (Cäcilianismus) sowie von der Neugregorianik bestimmt. Der ursprünglich unbegleitete kirchliche Chorgesang in lateinischer Sprache, der Gregorianische Choral, ist in der Römisch-katholischen Kirche als „gesungenes Wort Gottes“ ein wesentlicher Bestandteil der liturgischen Handlung.