Große Pause auch für die Lampen

Marian (von links), Julie und Kathy haben schon einige Ideen, welche Vorschläge sie in die Wunsch-Box in der Pausenhalle werfen wollen.

Burgdorfer Schulen beteiligen sich an Energiespar-Projekt

Burgdorf/Otze (fh). Seit etwa einem Jahr übernehmen die Grundschüler in Otze nicht nur reihum den Müll- und den Tafeldienst, sondern wechseln sich auch mit einem Licht- und Lüftungsdienst ab. „Wir müssen darauf achten, dass das Licht ausgeschaltet ist, wenn wir den Klassenraum verlassen“, erläutert der Viertklässler Marian. Auch die Lampen sollen schließlich mal „Große Pause“ haben. Und Kathy ergänzt: „Außerdem lüften wir regelmäßig durch.“ So werde verhindert, dass die Fenster dauernd auf Kipp stehen, während gleichzeitig die Heizung läuft. Mit diesen beiden Maßnahmen hat die Grundschule Otze zwei Punkte für den Wettbewerb „Energiesparen macht Schule“ gesammelt.
Im August 2019 hatte die Stadt Burgdorf das Bielefelder e&u energiebüro mit dem Projekt beauftragt. Insgesamt ist es auf drei Jahre angelegt. Neben der Grundschule Otze beteiligen sich daran auch die Astrid-Lindgren-Grundschule, die Gudrun-Pausewang-Grundschule, die Grundschule 1, die Waldschule Ramlingen-Ehlershausen und die Rudolf Bembenneck Gesamtschule. „Bereits im ersten Jahr der Teilnahme haben nahezu alle Schulen für ihren Einsatz den Gold-Status erreicht“, lobt Bürgermeister Armin Pollehn. Dafür seien rund 5.000 Euro als Prämien ausgeschüttet worden.
Auch die Grundschule Otze hat sich mit insgesamt zehn Punkten den Gold-Status gesichert. Wofür sie ihren Anteil in Höhe von 684 Euro verwenden wird, steht aber noch nicht fest. „Wir stellen eine Wunsch-Box in der Pausenhalle auf. Dort können alle Schüler Zettel mit ihren Vorschlägen einwerfen“, sagt Lehrerin Ina Schneider, die sich beim Projekt auch selbst eingebracht hat. Zusammen mit Schulleiterin Karen Lindner hat sie dafür ein Seminar besucht und als Energiebeauftragte kümmern sich die beiden jetzt ganz besonders um das Thema.
An Ideen für die Wunsch-Box mangelt es den Schülern nicht. „Ein Spielgerät für den Schulhof wäre toll“, sagt Marian und ergänzt: „Viele wünschen sich eine Wippe, aber die ist zu teuer, dann wäre gleich das ganze Geld weg.“ Wäre es nicht besser, die Prämie zu verwenden, um noch mehr Energie zu sparen?, fragt Schneider. Marian, Kathy und Julie nicken nachdenklich. „Vielleicht könnten wir eine CO2-Ampel kaufen!“, schlägt Kathy vor.
Denn so ein Messgerät hatte sich die Schule im Rahmen des Projektes für einige Wochen ausgeliehen und es reihum in den Klassenräumen ausgestellt. „Wenn die Luft schlecht ist, blinkt es rot und piept. Dann muss man das Fenster aufmachen. Und wenn es wieder grün leuchtet, kann man es wieder schließen“, erläutert Julie. Das hat nicht nur die Schüler fasziniert – auch ihre Lehrerin zeigt sich begeistert. „Das hilft nicht nur beim Energiesparen, sondern wäre gerade in diesem Herbst und Winter auch angesichts der Corona-Epidemie sinnvoll“, betont Schneider.
Auch Marian findet den Vorschlag gut. „Und wenn noch ein bisschen Geld übrig bleibt, können wir dann vielleicht noch was Kleines für den Schulhof kaufen, zum Beispiel Fußbälle“, schiebt er nach.