Gewässerschutz-Labormobil untersuchte in Burgdorf

Das Labormobil des „VSR-Gewässerschutz“ (Geldern) hatte vor wenigen Tagen auf dem Burgdorfer „Spittaplatz“ Station gemacht, um privaten Brunnennutzer eine Grunduntersuchung mit Informationen zum Zustand ihres Wassers anzubieten. (Foto: Georg Bosse)

Informationen zu Belastungen des örtlichen Grund- und Oberflächenwassers

BURGDORF (gb). Verschmutzungen des Grundwassers, der Flüsse und Bäche sowie der Nordsee werden vom „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse e.V.“ (VSR) aus dem niederrheinischen Geldern auf Informationsveranstaltungen und in Pressemitteilungen publiziert. Dabei ist es dem VSR wichtig auf die Zusammenhänge zwischen Wasserbelastungen und menschlichen Aktivitäten hinzuweisen. Der „VSR-Gewässerschutz“ ist Mitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und der Aktions-Konferenz Nordsee (AKN).
Die extreme Rheinbelastung in den 1970er Jahren rief immer mehr Bürger auf den Plan, sich aktiv für die Gewässerreinhaltung zu engagieren und man machte sich daran, auf einem Laborsegelschiff nach den Verschmutzern von „Vater Rhein“ zu suchen. Die Wasserproben die zwischen Basel (Schweiz) und Rotterdam (Niederlande) gezogen und analysiert wurden, machten Missstände deutlich, die die Aktiven, die informierte Öffentlichkeit und die Politik überraschten.
Um die Arbeit auch im Hinterland der Flüsse effektiver gestalten zu können, wurde ein Laborfahrzeug angeschafft, um in städtischen Fußgängerzonen Interessierten Informationen zu Belastungen des Oberflächen- und Grundwassers sowie örtlichen Brunnenbesitzern eine Analyse des genutzten Wassers anzubieten.
Am vergangenen Mittwoch hatte das VSR-Labormobil auf dem Burgdorfer „Spittaplatz“ Station gemacht. Private Brunnennutzer hatten zwischen 15 und 17 Uhr die Möglichkeit ihre Wasserproben bei VSR-Mitarbeiter Harald Gülzow abzugeben. Die Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt konnte vor Ort durchgeführt werden, sodass die Bürger schon gegen Ende der Aktion ihre Ergebnisse abholen konnten. Für diese Auswertung hatten die Umweltschützer die Kostenbeteiligung auf 12 Euro gesenkt.
Leider ist das Grundwasser häufig belastet. Einerseits verschmutzen Nitrate und Pestizide landwirtschaftlich intensiv genutzte Regionen. Aber es können auch Krankheitserreger, wie beispielsweise coliforme Keime oder Schwermetalle ins Wasser gelangen. Durch Verwendung von Wasser sollten jedoch keine gesundheitlichen Gefahren für den Menschen ausgehen. Daher ist es höchst sinnvoll, wenn Brunnennutzer ihr Wasser regelmäßig untersuchen lassen. In Burgdorf machte nur ein halbes Dutzend Bürger von diesem sinnvollen Angebot Gebrauch, die so durch ihre Teilnahme Informationen über den Zustand ihres Wassers erhielten. „Die Inanspruchnahme unseres Services für Brunnennutzer ist von Standort zu Standort recht unterschiedlich“, erklärte Harald Gülzow.
Projekte im „VSR-Gewässerschutz“ sind: Stickstoffbelastung der Gewässer, Pestizide in den Gewässern, Arzneimittelrückstände in Flüssen und im Grundwasser, Überwachung industrieller Einleitungen, Versauerung des Grund- und Oberflächenwassers, Salzbelastung aus Industrie und Bergbau sowie Gefährdung der Trinkwasservorräte durch den Abbau von Bodenschätzen (Kies, Sand, Kohle).
Weitere Informationen, auch über Ergebnisse früherer Brunnenwasseranalysen, wie z.B. Aluminium im Brunnenwasser in Neustadt/Rbg. oder Winsen/Aller, können der Internetseite www.VSR-Gewaesserschutz.de entnommen werden. Von dort können auch die Info-Blätter „Bakterien & halogenisierte Kohlenwasserstoffe“ und „Nitrat – eine Gefahr für die Gesundheit & Saures Wasser löst Schwermetalle“ heruntergeladen und ausgedruckt werden.