„Gemeinsam meistern WIR auch diese Situation“

Eigentlich sollte es für die Jugendfußballer am nächsten Sonnabend im Kampf um Tore und Siege bei einem Turnier in der Heeßeler Sporthalle rund gehen. Jetzt bleibt nur der fassungslose Blick auf eine zerstörte Sporthalle. (Foto: Jens Kamm)

Technischer Defekt ist Ursache für Brand der Heeßeler Sporthalle

HEESSEL (jk). Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Brandermittler von einem technischen Defekt als Ursache für den Brand der Heeßeler Sporthalle aus. Nach Untersuchung der Brandstelle am Montag wird davon ausgegangen, dass ein technischer Defekt am Wechselrichter der Photovoltaikanlage den Brand ausgelöst haben soll. Die Anlage, die den Stadtwerken Burgdorf gehört, war erst im April diesen Jahres in Betrieb genommen worden.
Am vergangenen Samstagabend war der Brand gegen 22.15 Uhr zunächst von einer 44-jährigen Anwohnerin bemerkt worden. Zunächst stand nur der Küchenanbau in Brand, die Flammen griffen aber trotz des schnellen Eingreifens der Feuerwehr auch auf das Dach der Sporthalle über. Zwischenzeitlich kämpften bei diesem Großeinsatz die Feuerwehren aus Heeßel, Hülptingsen, Burgdorf, Schillerslage, Dachtmissen, Otze, Ramlingen-Ehlershausen, Weferlingsen, Altwarmbüchen (Wärmebildkamera und Drehleiter) und Großburgwedel (Rettungssäge) um den Erhalt der Heeßeler Sporthalle. Doch der Brand zerstörte das Dach des Anbaus
vollständig und das der Halle teilweise. Darüber hinaus wurde natürlich der Hallenboden durch das Löschwasser zerstört.
Einsturzgefahr besteht derzeit nicht mehr, aber ein Totalschaden ist sehr wahrscheinlich. „Ohne den Untersuchungen vorgreifen zu wollen, gehe ich von einem Totalschaden aus“, sagte am Sonntag ein völlig fertiger Wilfried Schattschneider, Spartenleiter Fußball beim Heesseler SV, der wie so viele Heeßeler Vereinsmitglieder unzählige Stunden damit verbracht hat, die Heeßeler Sporthalle mit viel Eigenleistung aufzubauen. Drei Jahre Eigenarbeit der Heeßeler Vereinsmitglieder stecken in der Halle. „Vielleicht haben wir auch Glück gehabt und die Stahlkonstruktion hat nichts abbekommen. Ich glaube es aber eher nicht.“ Unterdessen bezifferten die Brandermittler den Schaden an der Halle auf rund 750 000 Euro. Ein genaues Urteil wird es aber erst im Rahmen eines Sachverständigen-Gutachtens geben.
Den Tränen nah war auch HSV-Clubwirt Martin van Bommel, der fassungslos vor der ausgebrannten Halle stand. „Ich habe jede einzelne Holzlatte, die in der Halle verbaut wurde, mindestens einmal in der Hand gehabt, ob beim Sägen, Anbohren oder Anreichen.“ Ironie des Schicksals: Am Abend des Brandes war von Bommel um kurz nach neun Uhr noch einmal kurz in der Halle gewesen, „um nach dem Rechten zu sehen“. Knapp eine Stunde später stand die Halle in Flammen. Als er bei den Löscharbeiten mithelfen wurde, durfte er nicht durch die Absperrung durch.
Unterdessen ist der Heesseler SV zu einer Krisensitzung zusammen gekommen, um die weiteren Schritte zu beratschlagen. Noch ein paar Tage zuvor war man eifrig bemüht gewesen, in der beginnenden Winterzeit die Pläne für die Hallenbelegung in den Griff zu bekommen, da die vielen Jugendfußball-Mannschaften des Heesseler SV nach den Herbstferien den Hallenspielbetrieb aufnehmen wollten und alle Sportarten – von Basketball über Gesundheitssport bis Badminton - ein wenig enger zusammenrücken sollten. Auch ein Jugend-Fußballturnier im Rahmen der Hallenkreisrunde sollte am Sonnabend eigentlich in der Heeßeler Sporthalle stattfinden. Nun müssen kurzfristig Lösungen gefunden werden, da alle viele Sparten ihre (Hallen-)Heimat verloren haben. „Es wurde von anderen Burgdorfer Vereinen schon signalisiert, dass Hallenzeiten abgegeben werden könnten“, berichtete Wilfried Schattschneider. „Das wäre ein bemerkenswerter Schritt, der zeigt, dass die Burgdorfer Vereine trotz ihrer Rivalität in der Not auch eng zusammenrücken können.“ Auch Vereine aus Nachbarkommunen hätten ihre Unterstützung schon zugesagt.
„Die Unterstützung in jeglicher Form ist zurzeit riesengroß“, sagte auch HSV-Pressewart Michael Winkelmann. „Ob Vereine oder die örtliche Wirtschaft – alle versuchen uns zu helfen.“ Die Basketballer, die ihr ganzes Equipment, dass in der Halle gelagert wurde, verloren haben, erhalten dank der Unterstützung durch ein Unternehmen kurzfristig neue Trikotsätze und Basketbälle. In Kürze soll auch ein Spendenkonto eingerichtet werden, um die Kosten für einzukaufende Hallentrainingszeiten und vieles mehr auffangen zu können. „Die Halle ist zwar versichert, aber bevor es nach einem Sachverständigen-Gutachten zu einer Regulierung kommen kann, wird noch einige Zeit verstreichen. Dabei drängt die Zeit, den Ruß und Feuchtigkeit bilden Säuren und können den Schaden noch vergrößern. Die Halle soll innen schnell gesäubert und möglichst vor der großen Regenzeit dicht gemacht werden. Wir rechnen aber auf jeden Fall damit, dass uns die Heeßeler Sporthalle für mehr als zehn Monate nicht zur Verfügung steht“, so Michael Winkelmann. „Der erste Schock hat sich jetzt gelegt. Nun kann es nur heißen „Gemeinsam meistern WIR auch diese Situation.“