Gegen Hetze - für Demokratie

Der frühere Schillerslager Ortsbürgermeister Manfred Dunker (von links), Superintendentin Sabine Preuschoff, der frühere Stadtrat und Vorsitzende des Mehrgenerationenhauses Dagobert Strecker und Initiator Dieter Rohles freuen sich auf die Kundgebung am 23. Mai auf dem Spittaplatz.
 
Dieter Rohles will auch auf dem Lande Flagge zeigen für Demokratie und Menschenrechte. (Foto: Dethard Hilbig)

Kundgebung "Burgdorf steht auf" am 23. Mai ab 17 Uhr auf dem Spittaplatz

BURGDORF (fh). Für Demokratie und Menschenrechte und gegen jede Form von Hetze und Diskriminierung will Dieter Rohles am 23. Mai zusammen mit vielen anderen Burgdorfern auf die Straße gehen. Auf den Tag genau 70 Jahre nachdem die Bundesrepublik 1949 das Grundgesetz erlassen hat. Rohles will an diesem Tag nicht nur den runden Geburtstag der deutschen Verfassung feiern, sondern sich auch für die darin verankerten Werte stark machen. Denn Fundamente des Rechtsstaats würden von Populisten zusehends in Frage gestellt. Rohles lädt deshalb zu einer Kundgebung unter dem Motto "Burgdorf steht auf!" ein. Sie beginnt am Donnerstag, 23. Mai, um 17 Uhr auf dem Spittaplatz.
Für die Veranstaltung hat er namhafte Unterstützer gewonnen. Schirmherr ist der ehemalige Oberbürgermeister von Hannover Herbert Schmalstieg, Hauptredner der frühere Präsident des Niedersächsischen Landtages Jürgen Gansäuer. Außerdem wollen Bürgermeister Alfred Baxmann und Superintendentin Sabine Preuschoff Grußworte sprechen und der Vorsitzende des Scena-Kulturvereins wird moderieren. Trotz aller ernsthaften Reden soll es aber auch eine fröhliche Geburtstagsfeier für das Grundgesetz werden. Dafür wird unter anderem die Burgdorfer Funk- und Soul-Coverband Elephant Walk mit ihrem Auftritt sorgen.
Von den Rednern und der Band bis hin zu Toiletten und Ordnern für den Veranstaltungstag musste in den vergangenen Wochen und Monaten vieles geplant und organisiert werden. Darbei bekam Rohles Unterstützung vom Organisationskomitee, dem Dagobert Strecker (Mehrgenerationenhaus), Pastor Dirk Jonas (Kirchenkreis), Peter Kehl (TSV Burgdorf), Niklas Peisker (Jusos) sowie Manfred Dunker und Manfred Kuchenbecker angehören.
Die Idee zu der Veranstaltung war Rohles schon im vergangenen Herbst gekommen, kurz nach der großen "#Unteilbar"-Demo in Berlin, bei der laut Veranstalter etwa 250.000 Teilnehmer ein Zeichen gegen Rassismus und Hass setzten. "Es ist an der Zeit, nicht nur in den Großstädten, sondern auch auf dem Lande und in den kleinen Städten Flagge zu zeigen", betont der Initiator. Eine Zivilgesellschaft, die sich aktiv für Demokratie einsetze, sei "der beste Schutz für den Rechtsstaat, den es geben kann", so Rohles.
Mit dieser Überzeugung ist er nicht alleine. Viele Burgdorfer Einrichtungen, Vereine und Verbände haben sich seinem Aufruf angeschlossen, darunter das Mehrgenerationenhaus, der Seniorenrat, die AWO, das Frauen- und Mütterzentrum, der Kirchenkreis Burgdorf, die Ortsgruppe von Amnesty International, das DRK und viele weitere. Auch der Vorstand des SoVD-Ortsverbandes will seine Mitglieder zur Teilnahme motivieren. "In diesen unruhigen Zeiten ist Demokratie kein Selbstläufer und auch die Wahrung der Grundrechte keine Selbstverständlichkeit", begründet der Vorsitzende Adolf W. Pilgrim die Unterstützung für die Veranstaltung und fordert: "Wir müssen eintreten für die Demokratie und uns stark machen für die Menschenrechte, für eine offene und tolerante Gesellschaft, für Freiheit, Frieden und Vielfalt, für ein solidarisches und soziales Miteinander, für die Würde aller Menschen."