Gedenken an Progromnacht

Tobias Teuber erinnert vor der ehemaligen Synagoge an die jüdischen Einwohner Burgdorfs; die Sprecherin des Arbeitskreises Gedenkweg 9. November Judith Rohde hält ihm das Mikrophon. (Foto: Helmuth Steinseifer)

Rund 100 Menschen nehmen am abendlichen Spaziergang des Arbeitskreises vom Rathaus I zum jüdischen Friedhof teil

BURGDORF (hst). Am 9. November 1938, vor 81 Jahren, wurden im gesamten Deutschen Reich mehr als 1400 Synagogen in der Reichsprogromnacht gewaltsam vernichtet oder beschädigt. Bei dieser Gewaltwelle des nationalsozialistische Regime mussten etwa 1400 Menschen ihr Leben lassen. Um die dunklen Geschehnisse der deutschen Geschichte nicht zu vergessen, hat der Arbeitskreis „Gedenkweg 9. November“ am vergangenen Samstag wieder einen abendlichen Spaziergang zu den Stolpersteinen und zum jüdischen Friedhof veranstaltet. In diesem Jahr stand die Veranstaltung auf unter dem Eindruck des versuchten Anschlags auf die Synagoge in Halle.
Die Sprecherin des Arbeitskreises Judith Rohde begrüßte die rund 100 Anwesenden vor dem Rathaus I und gab einen kurzen Überblick über den Ablauf des Gedenkwegs. Zu Beginn des gemeinsamen Weges betonte Burgdorfs neuer Bürgermeister Armin Pollehn, dass Ausgrenzung, Erniedrigung und Hass der Anfang für die Missachtung einer Menschengruppe seien. Da die Zeitzeugen langsam aussterben, müsse die nächste Generation sicher stellen, dass die damaligen Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten.
Danach machte sich die Gruppe auf den Weg zu den Stolpersteinen an der Louisenstraße, vor Burgdorfs ehemaliger Synagoge an der Poststraße, Braunschweiger Straße und Uetzer Straße. Brigitte Janssen, Tobias Teuber und Heidelore Pedde erinnerten mit kurzen Beiträgen an das Leben und Wirken der jüdischen Bewohner Meyer Löwenstein, Margarete Löwenstein, Gustav Italiener, Emma Blumenthal, Ewald Siegfried Goldschmidt sowie Julius, Elsa, Arnold und Ruth Cohn und legten weiße Rosen zum Gedenken auf die Stolpersteine.
Auf dem jüdischen Friedhof hielten die Pastorin der St.-Pankratius-Gemeinde, Friederike Grote, Burgdorfs stellvertretender Bürgermeister Matthias Paul und Barbara Martens zum Abschluss eine Andacht die mit einem gemeinsamen Vaterunser endete.
Der Arbeitskreis „Gedenkweg 9. November“ wurde 1988 von Gertrud Mrowka und Rudolf Bembenneck ins Leben gerufen.