Für Dagobert Strecker ist Schluss mit dem (Verwaltungs-)Zirkus

Nach seiner Laudatio überreichte Bürgermeister Alfred Baxmann die Demissions-Urkunde an Dagobert Strecker (v. li.). (Foto: Georg Bosse)

Burgdorfs Erster Stadtrat mit viel Lob aus dem Amt verabschiedet

BURGDORF (gb). Nach insgesamt etwas mehr als 48 Dienstjahren ist der Erste Stadtrat von Burgdorf, Dagobert Strecker, am vergangenen Dienstagabend im Saal des Johnny B. (Haus der Jugend) in den Ruhestand verabschiedet worden. 21 Jahre seiner „beruflichen Bilderbuchkarriere“, so Bürgermeister Alfred Baxmann, brachte der 63-Jährige in Burgdorf zu, wo er zum Vizeverwaltungschef avancierte. Der Ort, Burgdorfs schlichtes Jugend-Kulturzentrum, war für seinen mit viel Lob und Anerkennung begleiteten Abgang mit Bedacht gewählt. Denn Dagobert Strecker hat sich immer besonders für die Belange der Kinder und Heranwachsenden sowie für die Weiterentwicklung des Schul- und Kulturangebots in der Auestadt stark gemacht.
Das liege vielleicht daran, dass frühe Begegnungen mit Musik und Theater „Sternstunden“ für ihn gewesen seien, die ihn zu den Gedanken geführt hätten, dass „da noch mehr“ sei, sagte Strecker in seinen Schlussbemerkungen, nachdem langjährige Wegbegleiter ihre hohe Wertschätzung nicht nur mit Worten ausgedrückt hatten. Dazu der Mann mit den farbenfrohen Krawatten humorvoll: „Besser jetzt die Lobreden, als auf meiner Beerdigung.“ Dennoch konnte Strecker den etwa 120 geladenen Gästen nicht ganz verleugnen, dass ihm der Moment des offiziellen Ausscheidens einen „Kloß im Hals“ verursache.
Der damals 14-jährige Bub mit Volksschulabschluss begann am 1. April 1963 seine Verwaltungslehre in Hannover. „Ehrgeiz, Strebsamkeit und Zielstrebigkeit zeichneten anschließend seinen Werdegang aus. So es war eine gute und kluge Entscheidung für Burgdorf, ihn im September 1990 als stellvertretenden Stadtdirektor an die Aue zu holen. Seitdem war Dagobert Strecker für Burgdorf immer mit Volldampf im Einsatz und stets ein Mann, der wusste, was die Stunde geschlagen hat und was nicht richtig tickt“, wurde Baxmann nicht müde, seinen (Ex-)Vize gebührend zu würdigen.
In die gleiche Kerbe schlug beispielsweise Johnny B.-Leiter Horst Gohla, der Strecker gerne attestierte, dass der Kinderzirkus „Kritzpritzknuckelmuckeldü“ ohne ihn nicht eine solch erfolgreiche Entwicklung genommen hätten. Dafür spendierten ihm die jungen Artisten eine eigens einstudierte Akrobatik- und Vertikaltuchnummer. Und auch SCENA-Vorsitzender Dr. Matthias Schorr sowie der CDU-Ratsvorsitzende Wolfgang Obst bezeichneten Strecker als Fürsprecher und Förderer der „Schlosskonzerte“ und der „Jazzfreunde Altkreis Burgdorf“ respektive als einen Mann, der jederzeit mit seiner ehrlichen, fairen und offenen Art für einen gerechten Interessenausgleich gesorgt habe.
Auch der MARKTSPIEGEL wünscht Dagobert Strecker alles Gute für die persönliche Zukunft sowie mehr Zeit für seine Lebenspartnerin Gertrud Sabrowski und die gemeinsame Liebe zur Kunst und Musik.