Frauen in Kunst und Kultur

Bürgermeister Armin Pollehn (links) tauschte sich vor dem Kino mit der Gruppe des SoVD Burgdorf und einigen Frauen des Arbeitskreises Frauen in Burgdorf aus. (Foto: privat)

Gleichstellungsbeauftragte macht auf strukturelle Benachteiligung aufmerksam

Burgdorf (r/fh). Mit den Worten der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner „Die Waffen nieder“ begrüßte Gleichstellungsbeauftragte Petra Pape die Frauen und einige Männer zum ausverkauften Filmcafé in der Neuen Schauburg am Internationalen Frauentag. Ein Teil der Eintrittsgelder geht an die nach Burgdorf geflüchteten Frauen und Kinder aus der Ukraine.
Mit einem kurzen Vortrag führte Petra Pape in das Thema des diesjährigen Frauentages in Burgdorf ein: Schwerpunkt sollte die Situation in Kunst und Kultur sein. „Frauen stehen vor und hinter der Kamera, schaffen Kunst oder arbeiten als Musikerin“, betonte Pape. Und doch seien Frauen auch im kreativen Bereich strukturell benachteiligt, beispielsweise für Führungspositionen, Gehalt und Anerkennung auf dem Kunstmarkt.
Viele Künstlerinnen arbeiteten ohne Festanstellung auf Honorarbasis und gerade dort gebe es große Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen. „Die Pandemie hat die Situation vielfach noch verschärft, insbesondere für soloselbständige Künstlerinnen und Frauen, die neben ihrer kreativen Arbeit Kinder erziehen oder Pflege leisten“, so Pape.
Die Geschlechterperspektive müsse bei der Vergabe von Aufträgen, von Stipendien und Fördermitteln stärker berücksichtigt werden, so ihre Forderung. Schließlich prägten Kultur und Medien auch die Rollenbilder. „Wenn Frauen hier nicht sichtbar und nicht hörbar sind, hat das unmittelbare Auswirkungen auf unser gesellschaftliches Selbstverständnis,“ betonte die Gleichstellungsbeauftragte.
Im Anschluss an den Vortrag wurde thematisch passend der Film „Finding Vivian Maier“ gezeigt. Vivian Maier (1926-2009) lebte als Nanny in Chicago und New York. Mit den Kindern unternahm sie Streifzüge auch in die Stadtteile, in der die weniger Privilegierten lebten. Dabei hatte sie immer ihre Kamera dabei und fotografierte die Menschen oft in einem zufälligen, aber höchst berührenden Moment. Neben der überwältigenden Anzahl von Dias, die zufällig bei einer Versteigerung entdeckt wurden, hinterließ Vivian Maier ihre Filme und eine große Anzahl an Zeitungsausschnitten. Der Film zeichnet das Porträt dieser Frau, zeigt ihre Fotos und Filme und versucht ihr auch menschlich näher zu kommen.