Fledermäuse bekommen neues Winterquartier

Hier im Neubaugebiet "An den Hecken" in Burgdorf entsteht das Fledermaus-Winterquartier.

Nabu sorgt für Betonröhren im Neubaugebiet „An den Hecken“ / Stadt Burgdorf übernimmt Pflege

BURGDORF (dno). Die Fledermäuse bekommen ein neues Zuhause: Im Neubaugebiet „An den Hecken“ in Burgdorf, wurden am vergangenen Mittwochvormittag vier Betonröhren geliefert und eingesetzt, die für die heimischen Fledermäuse als Winterquartier dienen sollen. Vor gut zwei Jahren wurde das Projekt vom Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze angestoßen, das von der Stadt Burgdorf unterstützt wird.
Die frostsicheren Betonröhren bestehen aus vier Abwasserröhren, die je etwa 3,20 Meter lang sind, einen Durchmesser von etwa zwei Metern haben und gut 13,5 Kilogramm pro Stück auf die Waage bringen. Diese werden mit etwa 80 Zentimeter Erde bedeckt und zeitnah mit Rasen begrünt sowie heimischen Sträuchern bepflanzt. „Im Winter könnten sie auch als Rodelhang für die Kinder im Neubaugebiet dienen“, erklärt der Naturschutzbeauftragte der Stadt Burgdorf, Dieter Kleinschmidt.
In den Betonröhren werden vom Nabu noch Porotonsteine angebracht, „damit sich die Tiere dort einhängen können“, erklärt Nabu-Vorstandsmitglied und Fledermausregionalbetreuer der Region Hannover, Bernd Rose, „In diese Löcher kriechen die Fledermäuse und halten dort ihren Winterschlaf, geschützt vor dem Marder und der Eule.“
Die Röhre wird zudem mit einer Metalltür verschlossen, die für die Tiere einen Schlitz zum Hineinfliegen enthält. Das Regenwasser wird durch eine Lüftung hineingeleitet. „Der Raum muss eine Luftfeuchte von mindestens 90 Prozent haben, sonst schläft hier im Winter keine Fledermaus, da die Flügel sonst trocken werden würden. Die Körperpflege entfällt ja im Winterschlaf“, so Rose weiter.
Insgesamt etwa 24.000 Euro wurden in die Maßnahme investiert. Davon übernimmt die Stadt Burgdorf 12.000 Euro, die in die Bagger- und Sandarbeiten sowie die Bepflanzung und die zukünftige Pflege des Grünlands fließen. Der Rest, für Materialkosten, Transport und Einbau der Röhren, trägt der Nabu, der das Projekt über Sponsorengelder und Stiftungszuschüsse zu finanzieren plant.
„In etwa zwei Jahren, wenn das Material ausgedünstet ist, erwarten wir etwa zehn bis 16 Tiere wie die Wasserfledermaus, braunes Langohr oder die Fransenfledermaus. Durch diese Maßnahme versuchen wir, den auf der roten Liste stehenden 25 Fledermausarten in Deutschland, ein weiteres Winterquartier zur Verfügung zu stellen. Denn durch Haussanierungen, Abrisss und ähnliches werden immer noch vielen Arten ihre natürlichen Winterschlafplätze – unbewusst – genommen“, so Bernd Rose.
Im Sommer plant der Nabu, im Neubaugebiet in Hülptingsen, ein sogenanntes „Schwalbenhotel“ aufzustellen. Hierbei handelt es sich um ein circa zwei Quadratmeter großes Holzhaus mit vielen künstlichen Schwalbennestern darin beziehungsweise darunter. Dieses wird fest verankert in der Erde auf einer drei Meter hohen Metallstange stehen. Dort sollen die Schwalben dann ihre Nester bauen dürfen.