Feuerwehrhaus soll 2023 stehen

Mithilfe von Visualisierungen machen die Architekten ihre Pläne für das neue Feuerwehrhaus anschaulich. (Foto: Visualisierung/Die Planschmiede)
 
Das alte Feuerwehrhaus in Schillerslage soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. (Foto: Archiv/Franka Haak)

Die Kosten für den Neubau steigen um 60 Prozent auf zwei Millionen Euro / Politiker fordern Photovoltaik

Schillerslage (fh). Die Pläne für das neue Feuerwehrhaus in Schillerslage nehmen konkrete Form an: Mitte Dezember haben die Kommunalpolitiker im Rat dem Raumprogramm zugestimmt, das die Architekten zusammen mit der Stadtverwaltung und der Ortsfeuerwehr ausgearbeitet haben. Der Baubeginn ist für den nächsten Sommer geplant und Mitte 2023 soll das neue Gebäude dann an die Ortsfeuerwehr übergeben werden. Die Kosten sind um rund 60 Prozent gestiegen und belaufen sich jetzt auf 2 Millionen Euro. Im Haushalt waren bisher 1,25 Millionen Euro eingeplant. Der Rat hat entschieden, die fehlenden 750.000 Euro über den Nachtragshaushalt 2022 bereitzustellen.
Die höheren Kosten resultieren zum einen aus den massiv gestiegenen Baupreisen. Zum anderen sind zusätzliche Räume vorgesehen, die bisher noch nicht berücksichtigt worden waren, unter anderem ein Lehrmittel- und Trocknungsraum sowie ein Lager für kontaminierte persönliche Schutzausrüstung. Außerdem wurden in die Planung Umkleide- und Sanitärräume für das Geschlecht Divers aufgenommen, also für Feuerwehrleute, die sich weder als Männer noch als Frauen definieren. Ergänzt wurde auch ein Raum für die Kinder- und Jugendfeuerwehr. Bisher gibt es in Schillerslage keine entsprechende Abteilung – sie solle aber perspektivisch gegründet werden, um die Nachwuchsarbeit zu stärken. Wie bereits vorab festgelegt, verfügt das neue Feuerwehrhaus außerdem über eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen, einen Sozialtrakt, Büros für den Ortsbrandmeister und seinen Stellvertreter sowie einen Schulungsraum für 30 bis 40 Personen.
Thomas Schultz vom Architekturbüro Die Planschmiede 2KS hat den Entwurf bei einer gemeinsamen Sitzung des Feuerwehr- und des Bauausschusses vorgestellt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Köneke kritisierte nach der Präsentation, dass die bebaute Fläche künftig vier- bis fünfmal so groß sei wie bisher. „Das Gebäude ist für 47 aktive Mitglieder ausgelegt. Das erscheint mir sehr üppig“, sagte er. Außerdem seien die Flure und andere Nebenflächen im Verhältnis zur genutzten Fläche zu groß. Schultz argumentierte, dass die Anforderungen der Feuerwehrunfallkasse eingehalten werden müssten, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte deutlich gestiegen seien.
Lob gab es indes vom FDP-Ratsherrn Mario Gawlik, der selbst in Schillerslage wohnt und bis zur Kommunalwahl einen Sitz im Ortsrat hatte. Das Raumprogramm sei in engem Austausch mit dem Ortsbrandmeister erarbeitet worden. „Die Mitglieder sind hochzufrieden damit, weil ihre Wünsche im Wesentlichen berücksichtigt wurden“, so seine Einschätzung.
Gawlik rief in Erinnerung, dass die Ortsfeuerwehr sich bewusst hinten angestellt habe, um anderen Bauprojekten den Vorrang zu geben. „Anvisiert war dann ein Einzug in diesem Jahr. Nach mehreren Verzögerungen hat sich das nun auf 2023 verschoben. Ich habe die dringende Bitte, dass das eingehalten wird“, so Gawlik. Dem schloss sich auch Grünen-Ratsherr Jens Palandt an. „Die Kostensteigerung ist bitter, aber das Raumprogramm überzeugt. Es wird Zeit, dass wir das Vorhaben umsetzen“, sagte er.
Die Kommunalpolitiker haben das Gesamtpaket im Rat einstimmig gebilligt. Allerdings forderten sie, auf dem Dach des Neubaus eine Photovoltaikanlage zu installieren. Mithilfe eines Speichers solle dabei die Eigennutzung der Energie optimiert werden. CDU-Ratsherr Oliver Sieke kritisierte im Bauausschuss, dass die Verwaltung den Architekten nicht von vornherein aufgetragen habe, eine Photovoltaikanlage einzuplanen. „Ich habe den Eindruck, dass unser kürzlich beschlossener Klimaantrag nicht ernst genommen wird“, so Sieke.
Diesen Kritikpunkt griff SPD-Ratsherr Matthias Paul bei der Ratssitzung noch einmal auf. „Ich erwarte, dass die Verwaltung ausgehend von unserem Klimaschutzbeschluss von sich aus aktiv wird und das nicht erst die Politiker in den Ausschüssen nachholen müssen“, sagte er. Auch Jens Palandt von den Grünen mahnte die Vorbildfunktion der Stadt an. „Ich habe bei den Plänen für den Neubau ein schlüssiges Energiekonzept vermisst“, sagte er. Der Bau des Feuerwehrgerätehauses dürfe durch die Errichtung der Photovoltaikanlage nicht verzögert werden, heißt es im Beschluss.