Feuerwehrhaus kommt später

Erster Spatenstich für den Neubau in Schillerslage erst im Frühjahr 2022

Schillerslage (fh). Die Schillerslager Ortsfeuerwehr muss sich in Geduld üben: Denn der Bau des neuen Feuerwehrhauses wird sich um ein Jahr verzögern. Noch bei der Jahreshauptversammlung im Februar hatte Bürgermeister Armin Pollehn den Baubeginn für das Frühjahr 2021 in Aussicht gestellt. Doch bei der jüngsten Sitzung des Ortsrates am Donnerstagabend musste er einräumen, dass daraus nichts werde. Der erste Spatenstich solle nun im Frühling 2022 erfolgen. „Allerspätestens“, versprach Pollehn den Lokalpolitikern.
Für die Verzögerungen gebe es mehrere Gründe: So sei der Architekt Anfang Februar abgesprungen und die Stadt musste diese Leistung neu ausschreiben. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, der Auftrag soll voraussichtlich im dritten Quartal 2020 neu vergeben werden. Für weiteren Verzug habe die Corona-Epidemie gesorgt. „In den zurückliegenden Wochen mussten einige Besprechungen ausfallen, die Verwaltung hat im Schichtbetrieb gearbeitet und wir konnten einige Dinge nicht mehr termingerecht eintüten“, erläuterte Pollehn.
Außerdem sei bereits seit Ende vergangenen Jahres eine Stelle für Projektbearbeitungen in der Gebäudewirtschaft nicht besetzt, für die zur Zeit ein Ausschreibungsverfahren laufe. Auch deshalb habe die Abteilung nicht das geplante Pensum schaffen können. Im Hinblick auf seine Ankündigung bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr entschuldigte Pollehn sich: „Manchmal sagt man zu früh etwas zu. Es tut mit leid, dass ich Erwartungen geweckt habe, die wir nun nicht erfüllen können.“
Die Mitglieder des Ortsrates übten Kritik, ihre Reaktion fiel aber vergleichsweise glimpflich aus. „Ich nehme das hier jetzt relativ ruhig zur Kenntnis. Als der Bürgermeister mir das gestern am Telefon mitgeteilt hat, habe ich meinen Unmut aber deutlich zum Ausdruck gemacht“, sagte Ortsbürgermeister Cord Reißer (CDU). Und FDP-Ortsratsherr Mario Gaw­lik erinnerte: „Wir Schillerslager haben uns hinten angestellt und eine ganze Wahlperiode gewartet. Der Deal war, dass das Feuerwehrhaus dann 2021 gebaut wird.“
Dabei konnte Gawlik der Situation aber auch etwas Positives abgewinnen. „Während der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans mussten die Rathäuser wegen der Corona-Epidemie für den Publikumsverkehr vorübergehend schließen“, gab er zu bedenken. Die Verwaltung habe sichergestellt, dass die Auslegung trotzdem nicht wiederholt werden müsse. „Sonst wäre es zu weiteren Verzögerungen gekommen. Das bleibt uns nun erspart“, lobte er.
Und so standen nun der Flächennutzungs- und der Bebauungsplans für den neuen Standort gegenüber vom jetzigen Feuerwehrhaus auf der Tagesordnung. Der Ortsrat sprach sich einstimmig dafür aus, die endgültige Entscheidung trifft der Rat in seiner Sitzung am 9. Juli.