Feuerwehr probte den Ernstfall in der JVA

Der Atemschutztrupp musste eine „verletzte Person“ mit einer Herzdruckmassage reanimieren. (Foto: Maik Klein (Feuerwehr Burgdorf))

Führung der Feuerwehr und Anstaltsleitung zufrieden mit dem Übungsverlauf

BURGDORF (r/jk). Am vergangenen Mittwochabend probte die Burgdorfer Feuerwehr den Ernstfall in der Justizvollzugsanstalt Burgdorf. Fünf Fahrzeuge der Schwerpunktwehr aus Burgdorf fuhren mit Martinshorn und Blaulicht auf das Gelände der Justizvollzugsanstalt am Peiner Weg: Das vom Zugführer Ralf Riehlein ausgearbeitete Übungsszenario sah vor, einen fiktiven Brand im Zellenblock 5 zu löschen und mehrere vermisste Personen zu retten.
Beim Eintreffen am Einsatzort meldeten die Vollzugsbeamten dem Einsatzleiter und Bruder des Zugführers Frank Riehlein, dass sich eine Person in dem stark verqualmten Zellenblock befindet und sich zwei weitere auf dem Dach des Gebäudes in Sicherheit gebracht haben. Unverzüglich befehligte Riehlein einen Trupp unter schwerem Atemschutz zur Suche der Person in das Innere des Blocks. Zur Rettung der sich auf dem Dach befindlichen Personen wurde die Drehleiter in Stellung gebracht. Erschwerend für die Retter war hier jedoch, dass sich eine der zu rettenden Personen aus Höhenangst weigerte, in den Rettungskorb der Leiter zu steigen. Aus Eigenschutzgründen wurde die Person behutsam, doch sehr direkt, in den Korb zur Rettung gebracht. Dieses Verhalten von überängstlichen Personen kann den freiwilligen Helfern jederzeit passieren und wurde deswegen in die Übung integriert. Im weiteren Verlauf der Einsatzübung mussten die beiden vom Dach geretteten Personen von den Feuerwehrleuten eingefangen werden, da sie offensichtlich ziellos, verwirrt und schreiend über das Gelände liefen. Diese Anzeichen einer Schockreaktion galt es zu erkennen. Daraufhin wurden die Geretteten in einem Feuerwehrfahrzeug von den Einsatzkräften betreut.
Der im Innenangriff eingesetzte Atemschutztrupp fand innerhalb kürzester Zeit die vermisste Person, die sich mit einer schweren Rauchgasintoxikation und Herzkreislaufstillstand im ersten Obergeschoß befand und brachte diese umgehend ins Freie. Da zu diesem Zeitpunkt laut Übungsplan noch kein Rettungswagen vor Ort war, musste die Person, die durch eine Puppe simuliert wurde, vom Atemschutztrupp mit einer Herzdruckmassage reanimiert werden.
Nachdem der Bereich „Menschenrettung“ abgearbeitet war, konnte nun die Brandbekämpfung eingeleitet werden. Aus einem Fallmantel- und einem Unterflurhydranten wurde das Wasser mit Schläuchen zu den Löschfahrzeugen geführt. Der Löschangriff wurde sowohl im Innen- als auch im Außenbereich, hier über die Drehleiter, durchgeführt. Nachdem das „Feuer“ gelöscht war, konnte die Übung beendet werden.
Die Führung der Feuerwehr und die Anstaltsleitung zeigten sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Übung. Bei einem Ernstfall gilt es, auf dem 100.000 Quadratmeter großen Gelände bis zu 168 Insassen sowie die Bediensteten zu retten bzw. zu betreuen. Die Übung, an der 30 Feuerwehrleute beteiligt waren, wurde in einem Zellenblock durchgeführt, der sich momentan im Umbau befindet, so dass eine Verlegung der Insassen nicht von Nöten war.