Feuerwehr muss noch länger warten

Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte in Schillerslage müssen noch länger mit ihrem alten Feuerwehrhaus vorliebnehmen.

Erster Spatenstich für den Neubau in Schillerslage erfolgt frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2022

Schillerslage (fh). Bei den Planungen für das neue Feuerwehrhaus in Schillerslage ist jetzt eine weitere Verzögerung absehbar: Der Bau kann voraussichtlich frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2022 beginnen. Das hat Bürgermeister Armin Pollehn auf Anfrage des FDP-Ortsratsherrn Mario Gawlik eingeräumt. Grund dafür ist, dass die Stadt die laufende Ausschreibung der Architektenleistung gestoppt hat und nun eine neue Fassung vorbereitet. Dahinter steckt die Idee, den Entwurf so zu standardisieren, dass nach diesem Muster nicht nur in Schillerslage, sondern auch in anderen Ortschaften Feuerwehrhäuser gebaut werden können. Konkret verweist die Verwaltung dabei auf Hülptingsen.
Für die Feuerwehr in Schillerslage ist das allerdings nicht die erste Verzögerung: Bei der Jahreshauptversammlung vor einem Jahr hatte Pollehn noch angekündigt, dass der Bau im Frühjahr 2021 beginnen solle. Wenige Monate später musste er dann einräumen, dass daraus nichts werde, sondern sich der erste Spatenstich um ein Jahr verschiebe –nämlich auf das Frühjahr 2022. „Allerspätestens“, hatte der Bürgermeister den Lokalpolitikern im Ortsrat damals zugesichert.
Hauptgrund für den Aufschub war, dass der bereits beauftragte Architekt abgesprungen war. Die Verwaltung musste die Leistung daraufhin neu ausschreiben. Sie wählte dafür das Verfahren der „freihändigen Vergabe“, das heißt sie fragte gezielt bei ausgewählten Architektenbüros an. Drei von ihnen gaben bis zum Fristende am 30. September ein Angebot ab.
Erst danach hat die Verwaltung offenbar ihre Meinung geändert und strebt nun eine standardisierte Planung für Feuerwehrhäuser an. Am 5. November informierte sie die teilnehmenden Büros deshalb über die Aufhebung des Ausschreibungsverfahrens. Ziel sei es, eine bessere Kosten- und Bauplanung zu ermöglichen. Die Höhe der Einsparung lasse sich erst nach Abschluss des Verfahrens vollumfänglich untersuchen, teilt die Verwaltung auf Anfrage mit.
An diesem Vorgehen äußert Ortsratsherr Mario Gawlik Zweifel: „Es ist ja nicht so, dass wir in den nächsten Jahren zehn neue Feuerwehrhäuser in Burgdorf bauen müssten. Eigentlich geht es aktuell nur um Schillerslage und Hülptingsen.“ Doch selbst an diesen beiden Standorten seien die örtlichen Begebenheiten so unterschiedlich, dass er eine individuelle Planung für angebrachter halte. „Ich habe eher den Eindruck, dass die Verwaltung bei ihren Bauprojekten andere Prioritäten setzt und nach Ausreden sucht, warum es nicht vorangeht“, sagt er.
Ähnlich sieht das auch Ortsbürgermeister Cord Reißer. „Im vergangen Jahr ist der Architekt abgesprungen, es gab eine neue Ausschreibung und die wurde dann wieder aufgehoben. Unterm Strich ist nichts passiert“, bemängelt er. Ursprünglich habe die Verwaltung noch unter dem damaligen Bürgermeister Alfred Baxmann versprochen, das neue Feuerwehrhaus bis 2021 fertigzustellen. Doch bisher sei nichts getan worden, um das einzuhalten. „Das ist nicht nur unverständlich, sondern auch enttäuschend“, so Reißer.
Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr müssen seit geraumer Zeit erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen. Auf Nachfrage beschreibt Ortsbrandmeister Timo Scheffler die gegenwärtige Situation: „Uns stehen keine Duschen und keine Umkleiden zur Verfügung. Die Einsatzkleidung hängt deshalb in der Fahrzeughalle. Wenn wir einen Einsatz haben, müssen wir erst die Fahrzeuge herausfahren, um uns dann umzuziehen. Das verlängert unsere Ausrückzeiten“