Feuerwehr lobt Burgdorfer Bürger

Ortsbrandmeister Florian Bethmann (von links) und Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer lassen das Jahr 2019 Revue passieren.

Im Jahresrückblick betonen Stadt- und Ortsbrandmeister: Es gibt im Stadtgebiet kaum Gewalt gegen Einsatzkräfte und Jugendliche stecken nur noch selten Container an

BURGDORF (fh). Für die Ortsfeuerwehr Burgdorf geht ein anstrengendes Jahr zu Ende: Sie musste bisher 295 Mal ausrücken; zusammen mit den Brandschutzeinweisungen und Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen waren es sogar mehr als 350 Einsätze. "Ein Rekordwert. Und das obwohl wir dieses Jahr kein großes Wettereignis wie Starkregen oder schwere Stürme hatten", betont Ortsbrandmeister Florian Bethmann, der Mitte Dezember vom Rat gerade für weitere sechs Jahre in seinem Amt bestätigt wurde. Eine eindeutige Ursache für die vielen Alarmierungen sei nicht erkennbar. "Wir lagen diesmal bei allen Einsatzarten deutlich über dem Durchschnitt", sagt er. Für die sieben Freiwilligen Feuerwehren der Ortsteile sei es mit insgesamt 80 Einsätzen hingegen ein vergleichsweise ruhiges Jahr gewesen.
Die Palette reichte in Burgdorf von Tierrettungen bis hin zu Großfeuern und Gasalarmen. Im Sommer habe es wegen der Hitze und Trockenheit auch wieder mehrere Flächenbrände und einen Böschungsbrand an den Bahnschienen gegeben, allerdings deutlich kleiner als 2018. Mit Abstand am häufigsten seien auch in diesem Jahr Türöffnungen sowie ausgelöste Brandmeldeanlagen und Rauchmelder gewesen. "Das sind aber längst nicht immer nur Fehlalarme", betont Bethmann. Bei den Rauchmeldern gebe es etwa in der Hälfte der Fälle tatsächlich einen Auslöser - und wenn es sich nur um angebranntes Essen handele; bei den Brandmeldeanlagen sei die Quote noch deutlich besser. "Früher hätte sich daraus in vielen Fällen ein Küchenbrand entwickelt. Jetzt warnen die Geräte meistens, bevor es soweit kommt", so der Ortsbrandmeister.
Den größten Einsatz hatten die Burgdorfer Feuerwehren diesmal gleich in der Neujahrsnacht, als durch einen Böller eine Wohnung in einem Hochhaus an der Retschystraße in Brand geraten war. Damals halfen mehr als 60 Einsatzkräfte aus Burgdorf, Dachtmissen, Hülptingsen und Weferlingsen, das Feuer zu löschen. Mehrere Bewohner wurden mit Verdacht auf eine Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht und es entstand ein Sachschaden von rund 100.000 Euro.
Dieser Vorfall habe gleich zweierlei unter Beweis gestellt: Zum einen konnten auch in der Silvesternacht innerhalb kurzer Zeit genügend ehrenamtliche Feuerwehrleute für einen Großeinsatz mobilisiert werden. Zum anderen hätten die Burgdorfer Bürger sehr umsichtig verhalten. "Es war ja kurz nach Mitternacht und viele waren noch zum Böllern draußen", erinnert sich Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer und lobt: "Auf meinem Weg von Ehlershausen über Otze bis in die Burgdorfer Südstadt, haben aber alle schnell die Straße geräumt, um uns durchzulassen und niemand hat Knaller in Richtung des Feuerwehrautos geworfen."
In dieser Hinsicht habe Burgdorf noch immer Dorfcharakter im besten Sinne, betont auch Ortsbrandmeister Bethmann und ergänzt: "Gewalt gegenüber Einsatzkräfte wird ja in größeren Städten immer mehr zum Problem. Bei uns ist das zum Glück so gut wie unbekannt." Es komme nur hin und wieder vor, dass Bürger eine Straßenabsperrung nicht akzeptieren und versuchen, trotzdem durchzufahren. Schwerwiegende Konflikte gebe es selten.
Und Bethmann richtet auch noch ein Lob speziell an die Jugendlichen: Die Zahl der Containerbrände sei in den zurückliegenden Jahren deutlich gesunken. "Früher war das unser Standeinsatz vor allem an Wochenenden und in den Sommerferien", blickt der Feuerwehrmann zurück. Anfang September dieses Jahres hatten eine 15-Jährige und ein 16-Jähriger in einer Nacht gleich zwei Müllcontainer und einen Briefkasten angezündet - und waren noch in Tatortnähe gefasst worden. Doch solche Vorfälle seien heute die absolute Ausnahme. "Es wird ja immer viel über die Gesellschaft und die Jugend geschimpft. Da muss man auch mal auf positive Entwicklungen hinweisen", findet Bethmann.
In der Silvesternacht gebe es zwar nach wie vor Containerbrände, aber längst nicht immer nur aus Übermut und Leichtsinn. "Auch wenn sehr ordentliche Mitbürger die Böllerreste gleich nach Mitternacht zusammenfegen und in einen geschlossenen Mülleimer werfen, kann das gefährlich sein", warnt er. Denn nicht immer sei erkennbar, dass sie innen noch weiter glimmen - und dadurch einen Brand auslösen können.
Auch in diesem Jahr werde jedenfalls wieder eine Löschgruppe in der Feuerwehrzentrale Vor dem Celler Tor alkoholfrei Silvester feiern, um jederzeit ausrücken zu können.