Feuer in der alten Gärtnerei

Das alte Gärtnereigebäude wurde durch das Feuer zerstört. (Foto: Helmut Steinseifer)

Leerstehendes Gebäude an der Rolandstraße von Flammen zerstört / Polizei geht von Brandstiftung aus

Burgdorf (fh). In der ehemaligen Gärtnerei Michelssen zwischen Bahnhofsstraße und Rolandstraße ist am Dienstagabend ein Feuer ausgebrochen. Verletzte gab es nicht, das leerstehende Gebäude wurde durch die Flammen vollständig zerstört. Die Polizei geht von Brandstiftung aus und sucht jetzt Zeugen. Wer etwas beobachtet hat, kann sich an den Kriminaldauerdienst Hannover wenden, unter Telefon (0511) 1095555.
Bürger hatten die Flammen kurz nach 21.30 Uhr bemerkt und die Feuerwehr gerufen. Als die Einsatzkräfte ankamen, stand das Objekt bereits komplett in Flammen und es gab eine starke Rauch­entwicklung. „Aufgrund dessen, was mir Kameraden und Anwohner hinterher geschildert haben, gehe ich davon aus, dass schon zum Zeitpunkt der Alarmierung nichts mehr zu retten war“, sagt Ortsbrandmeister Florian Bethmann im Rückblick. Er selbst sei etwas später eingetroffen, weil er sich gerade in Obershagen aufgehalten habe. „Als ich dort losgefahren bin, konnte ich beim Blick Richtung Burgdorf bereits erkennen, dass es brennt“, schildert er.
Insgesamt waren an dem Abend 89 Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Burgdorf, Heeßel, Otze, Dachtmissen, Schillerslage und Weferlingsen mit 18 Fahrzeugen vor Ort, außerdem Polizei und Rettungsdienst. „Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil das Gelände komplett mit hoher und dichter Vegetation eingewachsen ist“, beschreibt Bethmann. Die Feuerwehr habe aber nach kurzer Zeit Zugang zum Hinterhof des Tanz- und Nachtclubs „Black Horse“ bekommen und von dort den Wasserstrahl auf das Gebäude richten können. Auch vom Grundstück des benachbarten Mietwagenunternehmens aus habe sie mit Hilfe der Drehleiter über die Büsche und Sträucher hinweg Wasser auf das Gebäude gespritzt.
Im Laufe der Nacht flammte das Feuer wieder auf, weil sich in dem Gebäude Unrat und Stroh befunden hatten. Um 0.15 Uhr sei es dann aber soweit gelöscht gewesen, dass der Einsatz deutlich heruntergefahren werden konnte. Einige Fahrzeuge blieben aber noch für Nachlöscharbeiten vor Ort. Erst gegen 3.15 Uhr konnten dann auch die letzten Einsatzkräfte abrücken.
Da in Teilen des Gebäudes nach dem Brand Einsturzgefahr bestand, gestaltete sich die Spurensuche für die Polizei am Dienstagabend schwierig. Am Mittwoch nahm sie die Ermittlungen vor Ort wieder auf und geht jetzt von Brandstiftung aus. „Wir wollen uns nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, was genau vorgefunden wurde, aber es gibt eindeutige Hinweise, dass das Feuer gelegt wurde“, sagt Michael Bertram, Pressesprecher der Polizeidirektion Hannover.
Zur Schadenshöhe macht er keine Angaben – bei einem Abbruchgebäude würden dazu generell keine Berechnungen angestellt. Vor einem Jahr hat ein Burgdorfer Unternehmer das Gelände gekauft, der namentlich nicht in der Zeitung genannt werden möchte. Konkrete Pläne für die weitere Nutzung habe er noch nicht, sagt er gegenüber dem Marktspiegel.