Festumzug bei Sonnenschein

Gut gelaunt und bei traumhaftem Sommerwetter marschierten die Schützen am Sonntag durch Burgdorfs Straßen. (Foto: Holger Staab)
 
ie Aue Rosen freuen sich mit ihrer neuen Schützenkönigin Regina Stark. (Foto: Holger Staab)

Nach dem regnerischen Auftakt haben die Burgdorfer Schützen mehr Glück mit dem Wetter / Königstitel gingen an Hans-Joachim Brauer und Karsten Christiansen

BURGDORF (st). Ein Jahr nach dem Schützenfest zu Jubiläumsfeierlichkeiten zum 425-jährigen Bestehen der Burgdorfer Schützengesellschaft von 1593 gab es am vergangenen Wochenende vier Tage lang ein normales Schützenfest. Aber wie sich das so in Burgdorf gehört, wurde das alljährliche Volksfest wieder zünftig, traditionell und mit einer guten Stimmung begangen. Die Schützen waren mit ihrem Fest in jedem Fall zufrieden und freuen sich bereits jetzt auf das nächste Fest 2020.
Wie beim Burgdorfer Schützenfest so üblich reihten sich von Donnerstag bis Sonntag viele Programmpunkte aneinander und die Tradition spielte eine übergeordnete Rolle. Nach dem Zapfenstreich und der für alle Burgdorfer schon immer stimmungsvollen Donnerstagsparty stand der Freitag ganz im Zeichen des Königsschießens. An diesen Tag werden Regina Stark als Schützenkönigin von den Aue Rosen, Hans-Joachim Brauer von der Korporation Junggesellen als Freihandkönig und Karsten Christiansen vom Club Germania als Auflagenkönig noch lange zurückdenken, denn der Nachmittag nach der ersten Bekanntgabe im Schützenheim An der Bleiche und der Abend gehörte den Majestäten. Sie wurden in einer schwungvollen Proklamation durch Michael Jahn, Bürgermeister Alfred Baxmann, den Vorsitzenden, Jörg Hoppe und der gerade neu als Oberschießsportleiterin beförderten Silke Hartung gewürdigt und anschließend folgte ein feuchtfröhliche Abend im erst ab 23 Uhr gut besetzten Festzelt.
Sonnabendmorgen zogen wieder die Junggesellen zum Sammeln durch die Burgdorfer Innenstadt. Jeweils zu zweit in aufeinander abgestimmten Kostümen baten sie die Burgdorfer Geschäftsleute um großzügige Spenden: Gerd und Manfred Wadewitz waren als Clowns verkleidet, Sasche Biewer als Bacon und Gero Mahnke passend dazu als Spiegelei, Michael Junkermann und Jürgen Schulz als Luden und der Jungegesellenchef war als Roben Hood zusammen mit Jörg Ebeling im Mönchskostüm unterwegs. Nach einer kurzen Nacht sind sie Samstagmorgen schon gegen 7.30 Uhr beim Friseur Wadewitz zusammengekommen und hatten sich die Frühstückspause gegen 10.30 Uhr bei Familie Volkmann redlich verdient. Dort kamen viele Junggesellen zusammen und stärkten sich bei Mett-Brötchen und frisch gezapftem Bier. Und der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr, der die Sammler begleitete, spielte zum Tanz. "Unser kleines Volksfest im Volksfest", fasste Thorsten Volkmann das bunte Treiben zusammen.
Aus den Vereinen, die zum Kreisschützenverband Burgdorf gehörten, strömten derweil die Schützenkönige des vergangenen Jahres nach Burgdorf, um vor den Scheiben ihre Kreismajestäten zu ermitteln und anschließend im Festzelt zu verkünden. Viel Prominenz war dabei und alle genossen das gute Wetter und die Ansprachen, sowie das Kreiskönigsessen. Der abendliche Ball mit über 1000 Gästen aus Nah und Fern fand erst morgens um 4 Uhr tief in der Nacht und zum Glück ohne nennenswerte negative Vorkommnisse ein Ende.
Leider konnten sich die weniger dem Tanz und den Schützen zugewandten Burgdorfer Bürger nicht so über den Festplatz freuen, denn die Fahrgeschäfte waren nicht so zahlreich, wie in den vergangenen Jahren. Hier stellen die Verantwortlichen der Schützengesellschaft jedes Jahr einen kleinen Rückgang fest. Die Schausteller sind nicht mehr bereit, auf kleinere Schützenfeste zu ziehen. Der Euro sitzt in den Taschen der Besucher nicht mehr so locker wie früher und es lohnt sich immer weniger, den Aufbau, die Nebenkosten und das Personal zu finanzieren. Da sind größere Volksfeste, wie in Hannover lukrativer und wenn in Burgdorf mal schlechtes Wetter angesagt ist, könnte das zum Verlustgeschäft werden. Leider ist die Entwicklung so, denn viele Jugendliche haben weniger Interesse an den Fahrgeschäften und so nimmt der Umsatz ab. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklung fortsetzt und ob Schützenfeste in der bisherigen Form mit Festzelten und Schaustellern noch lange bestehen bleiben werden.
Bisher leben Schützenfeste und das Schützenwesen noch intensiv und das zeigte sich am Sonntag. Beim Schützenausmarsch am Nachmittag waren neben den neuen Auflage-, Freihandkönigen und Schützenkönigin auch Volkskönig Horst Storm, Rosenkönigin Christine Sund, Jungschützenkönig Jannik Dietrich, Kinderkönig Thure July und Zwergenkönigin Leah-Sophie Bähre beim großen Umzug dabei. Viele Fanfarenzügen, Spielmannszüge und Musikgruppen, die einen Teil der Gegenwart und der Geschichte bilden und die niemand wegdenken möchte, sorgten für Marschmusik und Schützen aus der ganzen Umgebung von Burgdorf waren zusammengekommen und bildeten einen prächtigen Menschenwurm, der viele Schaulustige anlockte.
Zum letzten Festball am Abend war dann nur eine überschaubare Anzahl von Schützen erschienen, aber allen war die Freude über das gelungene Fest anzusehen, denn noch am Nachmittag war das Festzelt zu den Konzerten der Fanfarenzüge und Spielmannszüge voll besetzt. Bis zum letzten Tanz vor dem Rathaus um 24 Uhr hielten noch einige konditionsstarke Schützen durch, ehe das große Aufräumen begann. Das traditionelle Burgdorfer Schützenfest hat wieder gezeigt, dass es ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen und bürgerlichen Lebens in Burgdorf ist.