Fernseher und Bügeleisen

Horst Regenthal (von links), Katja Weberling und Horst Wöhler haben die Ausstellung "Als der Strom nach Burgdorf kam" zusammengestellt und hoffen, sie bald den ersten Besuchern zeigen zu können. (Foto: Joachim Lührs)
 
Die massenhafte Erzeugung von elektrischem Strom ermöglichte in vielen Bereichen technische Fortschritte, zum Beispiel die Erfindung des Radios. (Foto: Joachim Lührs)

VVV verlängert die Ausstellung „Als der Strom nach Burgdorf kam“ bis zum 6. Juni

Burgdorf (r/fh). Seit Monaten ist die Ausstellung „Als der Strom nach Burgdorf kam“ in der KulturWerkStadt, Poststraße 2, aufgebaut - doch wegen der Corona-Lage muss das Museum geschlossen bleiben. Deshalb hat der Verkehrs- und Verschönerungsverein jetzt entschieden, sie noch nicht abzubauen, sondern bis zum Sonntag, 6. Juni, zu verlängern. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Burgdorfer so doch noch eine Gelegenheit bekommen, die Ausstellung zu besichtigen. "Wir sind optimal auf die Wiederaufnahme des Besucherverkehrs vorbereitet und setzen auf das strikte Hygienekonzept, das sich im letzten Jahr bereits bewährt hat", betont VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich.
Wer schon vorher einen kleinen Einblick bekommen möchte, kann sich auf der Video-Plattform Youtube einen Kurzfilm von Joachim Lührs ansehen: Wer Interesse hat, ruft die Internetseite www.youtube.com auf und gibt "VVV Burgdorf" ins Suchfeld ein. Dann wird unter anderem auch das Video mit dem Titel "Als der Strom nach Burgdorf kam" angezeigt.

Elektrische Geräte erleichtern Hausarbeit


Die Ausstellungsbesucher haben die Gelegenheit, sich auf informativen Schautafeln über die allgemeine Geschichte der Stromversorgung und ihre Entwicklungslinien seit ihrem Einzug in Burgdorf im Jahr 1895 zu informieren. Die vielfältigen Exponate verdeutlichen, dass erst die massenhafte Erzeugung von Strom einen großen technischen Fortschritt ermöglichte. Davon profitierten nicht nur die Unternehmen, sondern auch die privaten Haushalte, in die immer mehr elektrische Geräte Einzug hielten, beispielsweise Radios, Plattenspieler, Fernseher, Staubsauger, Waschmaschinen, Herde, Bügeleisen, Heizgeräte, Föhne, Rasierer, Toaster und Mixer. Aus dem Bereich der Medizin stammt ein Hochfrequenzstrahler. Ein Glanzstück der Ausstellung ist eine Musicbox Rock-Ola 435 aus dem Jahr 1968.

Beginn des elektrischen Zeitalters


Mit der Inbetriebnahme eines eigenen städtischen Elektrizitätswerkes in der damaligen Hinterstraße 18-19 (heute Schmiedestraße 12, Geschäftsstelle des Stadtmarketing Burgdorf) am 17. Dezember 1895 begann in Burgdorf das elektrische Zeitalter. Die Zahl der beleuchteten städtischen Straßenzüge und der Wirtschaftsbetriebe, die die Vorteile der elektrischen Stromversorgung nutzten, wuchs im Rahmen der stetig voranschreitenden Wirtschaftsentwicklung auch in Burgdorf so rasant an, dass schon nach 28 Jahren die Kapazitäten des städtischen E-Werkes nicht mehr ausreichten. Am 6. September 1923 stellte das Burgdorfer Elektrizitätswerk seine eigenständige Stromerzeugung ein und hatte künftig nur noch Verteilerfunktion.

Städtisches Eltwerk stellte 1923 den Betrieb ein

Die Stromversorgung in Burgdorf übernahmen dann zunächst die Überlandwerke und Straßenbahnen Hannover AG (ÜSTRA) und ab 1929 die Hannover-Braunschweigische Stromversorgungs AG (HASTRA). Dies Unternehmen erwarb am 1. Januar 1953 das gesamte städtische Stromleitungsnetz und pachtete Teile des Gebäudes des ehemaligen Elektrizitätswerkes. Einzelne Gebäudebereiche waren schon seit längerem als behelfsmäßige Turnhalle, andere zeitweise auch als Feuerwehrdepot genutzt worden. 1965 baute die HASTRA nach dem Abriss des alten E-Werk-Gebäudes auf demselben Gelände ein neues Betriebsgebäude. An der verlängerten Friederikenstraße setzte das Stromversorgungsunternehmen 1969 ein neues Umspannwerk in Betrieb. 1999 entstand aus einer Fusion der HASTRA mit vier anderen Energieversorgern die AVACON AG, die noch bis 2004 die Burgdorfer Stromversorgung übernahm und sie ab dem Januar 2005 an die Stadtwerke Burgdorf GmbH übergab.