Faustball in den Ferien

Mohammed Alshaer (2. von links) konzentriert sich voll auf die Ballannahme. Seine Teamkollegen Cemil Dag (von links), Collin Rode und Thies Fronia halten sich bereit.
 
Thies Fronia hat den Ball im Sprung angenommen, um ihn über das Netz zu spielen.

Sparte der TSV Burgdorf such dringend Nachwuchssportler / Probetraining auch während der schulfreien Zeit möglich

BURGDORF (fh). Collin Rode, Thies Fronia, Cemil Dag, Mohammed Alshaer und Fin Kupisch haben eigentlich allen Grund zum Feiern: In der zurückliegenden Saison haben die jungen Faustballer der TSV Burgdorf den Bezirksmeistertitel in der Altersklasse U12 geholt. Doch um auch weiterhin erfolgreich zu sein, braucht das Team dringend Verstärkung. Deshalb hat die Sparte neue Flyer entworfen, mit denen sie nun aktiv für die Sportart werben will. "Generell ist jeder willkommen, der neugierig auf unseren Sport ist, aber ganz besonderen Bedarf haben wir bei den Jungen bis zwölf Jahre", erläutert Klaus Volkmann. Er trainiert sie Nachwuchssportler und hat als Spieler seinerseits gerade mit den Herren 60 den Bezirksmeistertitel geholt.
Wer Interesse hat, kann einfach zum Training kommen. Es beginnt immer dienstags um 17 Uhr auf dem Sportplatz der Berufsbildenden Schule (BBS), Berliner Ring 28. Dorthin weichen die Faustballer aus, bis die Sanierung auf der benachbarten Sportanlage des Gymnasiums abgeschlossen ist. Eine gute Gelegenheit, um die Sportart kennenzulernen und auszuprobieren, bietet sich während der Sommerferien. "Zum ersten Mal werden wir auch während der schulfreien Zeit immer dienstags zu den üblichen Zeiten auf dem Platz sein. Das ist eine Premiere", kündigt Volkmann an. So könnten Neugierige ganz entspannt außerhalb des regulären Trainingsbetriebs einen Einstieg finden.
Oftmals rückten vor allem die Kinder von Spielern in die Jugendmannschaften nach, hat Volkmann beobachtet. So ist seine Familie mittlerweile mit drei Generationen beim Faustball vertreten. Einerseits ein gutes Zeichen: Wer den Sport einmal kennen gelernt habe, bleibe gern dabei. Andererseits wünscht er sich aber auch deutlich mehr Zulauf von außen. "Wenn Kinder nach einem Mannschaftssport suchen, fallen den meisten zuerst Fußball und Handball ein. Faustball ist längst nicht so bekannt", konstatiert er.
Dass die TSV-Faustballer sich nicht abschotten wollen, sondern neue Spieler jederzeit herzlich aufnehmen, stellt Mohammed Alshaer unter Beweis. Er ist mit seiner Familie aus Syrien nach Deutschland geflohen und spielt jetzt seit zwei Jahren Faustball bei der TSV Burgdorf. "Auch seine Eltern bringen sich ein und helfen mit, wenn wir Unterstützung brauchen", betont Volkmann.
Und warum braucht die Faustballsparte so dringend Nachwuchssportler? Da ist erst einmal das junge Team selbst. Denn mit fünf Aktiven bekommen sie im Moment nur gerade so eine Mannschaft zusammen. Selbst wenn alle da sind, bleibt die Bank für die Auswechselspieler leer. Sobald dann mal einer der Jungen ausfällt, wird es schnell eng. "Auch mit vier Spielern könnten wir noch aufs Feld, aber mit drei dürften wir schon nicht mehr antreten", erläutert ihr Trainer Klaus Volkmann. Er muss also immer darauf hoffen, dass bei Punktspielen möglichst alle Jungen einsatzbereit sind. Verletzungsbedingte Ausfälle seien zum Glück eine Seltenheit. "Es gibt ja keinen direkten Kontakt zum Gegner und somit auch keine Fouls", begründet Volkmann.
Dass er jetzt so intensiv um Nachwuchs wirbt hat übrigens noch einen zweiten Grund: Die 1. Herrenmannschaft der TSV-Faustballer spielt zur Zeit in der niedersächsischen Regionalliga, der dritthöchsten Spielklasse nach der 1. und 2. Bundesliga. Um dort weiter antreten zu dürfen, muss der Verein aber nachweisen, dass er auch mit Jugendmannschaften am Punktspielbetrieb teilnimmt. Sonst würde das Team der TSV Burgdorf unabhängig vom sportlichen Erfolg nach den Verbandsregeln in die Bezirksoberliga absteigen. "Es wäre für uns also doppelt schlimm, wenn uns die Jugendmannschaften wegbrechen", so Volkmann.
Er selbst hat die Faustball-Sparte der TSV Burgdorf 1972 mit gegründet; die Sportart habe für ihn seitdem nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Eine große Herausforderung sei es, dass anders als beim Volleyball immer nur mir einem Arm gespielt werden dürfe. Das erfordere viel Übung. "Außerdem ist es ein sehr geselliger und familiärer Sport", betont Volkmann. Insgesamt hat die Faustballsparte der TSV zur Zeit 60 Mitglieder. Zusätzlich zu der U12-Mannschaft gibt es auch die U16, U18 sowie fünf Teams im Herrenbereich. Im Moment ist der Burgdorfer Faustball eine reine Männersache. "Wir hatten auch mal ein Frauen-Team, aber das hat sich leider nicht gehalten", bedauert Klaus Volkmann. Weitere Infos gibt er unter der Telefonnummer (0162) 4491933.