(Fast) alle Störche sind schon da

In Schillerslage ist das Storchennest bereits wieder besetzt. (Foto: Bernd Moßmann)

Im vergangenen Jahr haben elf Brutpaare 30 Junge aufgezogen / Zehn Nester sind schon wieder besetzt

ALTKREIS (fh). Dieses Jahr sind die Störche im Altkreis aufgrund des milden Winters ganz besonders früh dran: Schon Anfang Februar wurde das erste Paar am Horst in Steinwedel gesichtet. Dort könnten die Jungen nun bald schlüpfen, spätestens in ein bis zwei Wochen werde es soweit sein, prognostiziert Erhard Zander vom Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze. "Fast alle Paare sind noch einmal rund zehn Tage eher in den Altkreis zurückgekehrt, als im vergangenen Jahr", so der Experte. Dabei beobachte er schon seit längerem, dass die Weißstörche zusehends früher mit der Brut beginnen. Das gelte vor allem für die Westzieher, die in Spanien oder Westafrika überwintern. Bei den Ostziehern, die zum Teil bis nach Südafrika fliegen, dauere es nach wie vor deutlich länger.
Von den elf Nestern, in denen im vergangenen Jahr gebrütet wurde, sind zehn bereits wieder besetzt. Der Horst in Dollbergen ist bisher noch frei. Doch weil die Bedingungen und das Nahrungsangebot dort besonders gut seien, ist Zander guten Mutes, dass das Paar vom vergangenen Jahr wieder dorthin zurückkehrt. "Es ist auch 2019 erst am 24. April als letztes eingetroffen. Vermutlich handelt es sich um Ostzieher", erläutert Zander. Trotzdem hätten sie erfolgreich zwei Junge aufgezogen. Wichtig sei dafür nur, dass sie bis Ende April mit der Brut beginnen.
Außer in Steinwedel wird auch in Dedenhausen, Obershagen, Hänigsen, Arpke, Sievershausen, Immensen, Schillerslage, Uetze und Dachtmissen bereits gebrütet. Das Nest an der Friederikenstraße in Burgdorf ist hingegen noch nicht besetzt, es war aber auch im vergangenen Jahr leer geblieben.
2019 haben die elf Brutpaare insgesamt 30 Junge großgezogen - eine außergewöhnlich gute Bilanz. Denn im vergangenen Jahr war das Nahrungsangebot besonders groß, weil es eine sogenannte Mäuseschwemme gab. "Ob auch 2020 für die Störche ein erfolgreiches Jahr wird, kann man noch nicht sagen", betont Zander. Neben dem Nahrungsangebot, hänge das auch vom Wetter ab. Wichtig sei beispielsweise, dass kein kalter Regen fällt, während die Jungstörche noch im Nest sind.
Der ambitionierte Hobby-Fotograf Bernd Moßmann hat bereits Aufnahmen von den Störchen in Steinwedel und Schillerslage gemacht. „Ich bin oft unterwegs, um zu fotografieren, meistens mit dem Fahrrad“, sagt er. Besonders stolz ist er, dass er das Steinwedeler Storchenpaar in der Abendsonne bei der Paarung fotografieren konnte.