Familienzentrum kurz vorm Abschluss

Bürgermeister Armin Pollehn tauscht sich mit dem Architekten Andreas Schmotz über den Stand beim Bau des Familienzentrums aus.
 
Die neue Kita mit Familienzentrum soll im März in Betrieb gehen.

Neue Kita soll im März in Betrieb gehen / Bauarbeiten waren mehrfach in Verzug geraten

Burgdorf (fh). Immer wieder hat sich der Bau des Familienzentrums im Neubaugebiet An den Hecken verzögert: Mittlerweile hinkt er um rund zweieinhalb Jahre hinterher und die Kosten sind auf 5,5 Millionen Euro gestiegen. Doch jetzt ist die Ziellinie in Sicht. „Die Arbeiten wollen wir bis Ende Januar abschließen und Ende Februar soll die neue Kindertagesstätte betriebsbereit sein“, kündigt Architekt Andreas Schmotz an.
Dann übernimmt der Kirchenkreis Burgdorf die Regie, der die neue Kita und das zugehörige Familienzentrum betreiben wird. „Wir stehen in den Startlöchern und werden jetzt die Betriebserlaubnis zum 1. März beantragen“, kündigt Birgit Meinig an. Sie ist beim Kirchenkreis Burgdorf als Pädagogische Leiterin für alle Kitas zuständig. Ob an diesem Tag tatsächlich die ersten Kinder kommen können oder erst ein bis zwei Wochen später, sei aber noch nicht sicher. „Das hängt davon ab, wann uns das Gebäude übergeben wird. Wir brauchen schließlich ein bisschen Vorlauf, um die Räume vorzubereiten“, so Meinig.
In jedem Fall werde es noch einige Zeit dauern, bis alle Familien aufatmen können, die auf einen Betreuungsplatz in der Einrichtung warten. „Wir können natürlich nicht mit allen Kindern gleichzeitig starten, sondern müssen den Betrieb nach und nach aufnehmen“, sagt sie. Dabei wolle sie sich mit der Stadt abstimmen, damit Eltern, die schon besonders lange warten und einen dringenden Betreuungsbedarf haben, möglichst früh zum Zuge kommen.
Auch Bürgermeister Armin Pollehn weiß um die Frustration bei vielen Eltern. „Das Projekt ist in den Sand gefahren, aber wir haben den Karren zum Glück wieder herausgezogen“, sagte er am Dienstag bei einer Baustellenbesichtigung und fügte hinzu: „Wenn das Familienzentrum seine Türen endlich öffnet, mache ich drei Kreuze!“
Bis dahin bleibt noch einiges zu tun: Im Moment sind in den Innenräumen die Maler und Fußbodenverleger an der Arbeit und auf dem Außengelände die Gartenbauer. Danach steht die End­installation für Elektrotechnik und Sanitär an. Zum Schluss ist dann noch der Tischler gefragt, der die Möbel aufbauen wird. Außerdem warten die Architekten händeringend auf die Brandschutztüren. „Dabei gibt es im Moment enorm lange Lieferzeiten. Nächste Woche sollen sie nun endlich eintreffen“, sagt Schmotz. Das sei für den Zeitplan entscheidend, weil die Kita ohne diese Türen aus Sicherheitsgründen keine Betriebserlaubnis erhalten könne.
Bei dem Bau war es von Anfang an zu Verzögerungen gekommen, wofür sich der damalige Architekt Tobias Hylla und die Verwaltung gegenseitig die Schuld zuwiesen. Ende 2018 kündigte die Stadt ihm und beauftragte stattdessen das Burg­dorfer Architekturbüro Höhlich und Schmotz. Damals war das Projekt bereits deutlich im Hintertreffen. Doch auch der neu kalkulierte Fertigstellungstermin Ende 2020 konnte nicht gehalten werden. Zunächst vertröstete die Stadtverwaltung auf den Sommer 2021, weil die Bauarbeiten aufgrund der Corona-Epidemie langsamer vorangingen und sich die Lieferengpässe bemerkbar machten.
Dann kam es noch einmal zu einem wochenlangen Stillstand, weil der beauftragte Handwerksbetrieb den Estrich nicht fachgerecht eingebaut hatte. „In so einer Situation und angesichts der vollen Auftragsbücher in der Baubranche drohten dann auch andere Betriebe abzuspringen. Es war eine echter Herausforderung, den Bau nach dem langen Stopp wieder in Gang zu bringen“, schildert Schmotz.
Nachdem jetzt ein Großteil der Arbeiten abgeschlossen ist, wird das Endergebnis langsam sichtbar: Außen fallen die charakteristische Holzfassade und das großzügige Außengelände mit vielfältigen Spielmöglichkeiten ins Auge, die Innenräume wirken hell und freundlich. „Selbst an so einem trüben Tag kommt dank der großen Fensterflächen und Oberlichter viel Tageslicht herein“, beschreibt Schmotz.
Nach einer Baustellenbesichtigung am Dienstag stand für Bürgermeister Armin Pollehn deshalb fest: „Das Gebäude ist ein echtes Schmuckstück und wird in Burg­dorf eine hohe Akzeptanz finden.“ Dem stimmt auch Birgit Meinig zu: „Wir alle und vor allem die Eltern haben lange darauf gewartet. Aber jetzt wird das eine richtig gute Kita!“


Die neue Kita

Das neue Familienzentrum befindet sich am Weimarer Bogen im Neubaugebiet An den Hecken in der Burgdorfer Südstadt. Dort können künftig bis zu 105 Kinder in drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen betreut werden. Die Einrichtung firmiert als Familienzentrum, weil zur eigentlichen Kita noch eine Begegnungsstätte für die Familien aus dem Stadtteil hinzukommt. Die Trägerschaft übernimmt der Kirchenkreis Burgdorf.