Exponate für Ausstellung gesucht

Durchbruch zwischen den Kaliwerken „Riedel“ in Hänigsen und „Niedersachsen“ in Wathlingen am 30. September 1913, ganz links: Emil Schewe, Großvater von Albert Schewe, der das Bild zur Verfügung stellte. (Foto: E. Schewe)

Erinnerung an Kaliabbau und Erdlölförderung

BURGDORF (r/gg). „Glück auf, der Steiger kommt − Bergleute und Ölarbeiter aus Burgdorf und Umgebung": Diesen Titel trägt eine neue Ausstellung des VVV, des Fördervereins Stadtmuseums und der Stadt Burgdorf, für die zurzeit die konkreten Vorbereitungen laufen. Die Zusammenstellung und Organisation übernimmt ein von Horst Regenthal geleitetes Projektteam des VVV-Arbeitskreises Stadtmuseum. Die Eröffnung im Stadtmuseum an der Schmiedestraße 6 ist für Anfang 2019 geplant.
Die Schau erinnert daran, dass der Kaliabbau und die Erdölförderung über 100 Jahre ein wichtiger Wirtschaftszweig und eine Existenzgrundlage für tausende Werksangehörige im Raum zwischen Burgdorf, Hänigsen und Wathlingen darstellten. Mit der Stilllegung der seit 1913 verbundenen Bergwerke „Riedel“ in Hänigsen und „Niedersachsen“ in Wathlingen endete am 28. Juni 1996 die Geschichte des ortsnahen Kaliabbaus. Ein Jahr später kam auch die früher teilweise von 15 Gesellschaften betriebene Erdölförderung an den Bohrstellen in Hänigsen und Nienhagen zum Erliegen.
An seine Bestimmungsorte brachte die Kalisalze und Erdölladungen von 1908 bis 1961 eine Grubenanschlussbahn, die vom Kaliwerk Riedel in Hänigsen über Weferlingsen und Sorgensen zum Kleinbahnhof in Burgdorf führte und im Volksmund den Namen „Kasparbahn“ erhielt. Auch viele Werksangehörige aus Burgdorf nutzten die Bahnverbindung. Schon 1906 entstand eine Grubenanschlussbahn vom Staatsbahnhof Ehlershausen zum Kaliwerk „Niedersachsen“ in Wathlingen, die 1950 eine 2,8 Kilometer lange Verbindungsstrecke zur „Kasparbahn“ erhielt. Über diese Strecke verlief der Transport ab 1961. Für die Öltransporte stand eine neue zum Hafen in Misburg führende Pipeline zur Verfügung.
Die Projektgruppe sucht aktuell Exponate sowie Bild- und Textdokumente, die in die Ausstellung aufgenommen werden könnten. In Frage kommen Objekte, die aus dem Umfeld der Bergwerks- und Ölförderungstätigkeit in der Landschaft zwischen Hänigsen, Wathlingen, Nienhagen und Burgdorf stammen und als Leihgaben oder Schenkungen bereit gestellt werden können. Die Ausschau richtet sich auf typische Arbeitsgeräte, Bekleidung, Fotos und Lebensläufe oder überlieferte Zeitzeugenberichte von ehemals ortsansässigen Berg- und Erdölarbeitern. Personen, die über geeignetes Ausstellungsmaterial verfügen, werden gebeten, sich an Horst Regenthal, Telefon 05136 97 46 233 oder E-Mail horele@gmx.de, oder oder an die VVV-Geschäftsstelle, Telefon 05136 18 62, zu wenden.