"Es ist klein, alt und marode"

Sieben Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Hülptingsen erhielten bei der Jahreshauptversammlung einen neuen Dienstgrad. (Foto: Helmut Steinseifer)
 
Der neue Hülptingser Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann gab bei der Jahreshauptversammlung seinen Einstand und forderte in einer kämpferischen Rede ein neues Feuerwehrhaus. (Foto: Helmut Steinseifer)

Der Hülptingser Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann fordert bei der Jahreshauptversammlung den schnellen Bau eines neuen Feuerwehrhauses

HÜLPTINGSEN (fh). Die obligatorischen Tagesordnungspunkte wie die Jahresberichte, die Grußworte und die Ernennungen waren bereits abgeschlossen – da sprach der neue Hülptingser Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann unter dem Punkt „Verschiedenes“ noch ein Thema an, das ihm ganz besonders unter den Nägeln brenne. „Ein neues Feuerwehrhaus wird kommen, das ist relativ sicher. Die Frage ist leider nur: Wann!?“, sagte er bei der Jahreshauptversammlung seiner Ortsfeuerwehr.
Auch die Stadt Burgdorf sieht in dieser Hinsicht Handlungsbedarf. „Im Rahmen des Feuerwehrbedarfsplanes wurde der optimale Standort für ein neues Feuerwehrhaus ermittelt“, sagt Stadtsprecher Sebastian Kattler. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werte die Stadtplanungsabteilung diesen Vorschlag aus und werde weitere Entscheidungen darauf aufsatteln.
Brockmann kritisiert, dass aber auch drei Jahre nach dem Antrag der Baubeginn noch nicht in Sicht sei. „Die Modernisierung oder der Neubau von Kindergärten und Schulen ist zweifelsfrei wichtig und absolut notwendig. Dennoch befürchten wir, dass hier die größere Interessengemeinschaft vorgezogen wird und wir mit einem neuen Feuerwehrhaus ins Hintertreffen geraten könnten“, sagte er.
Die große Motivation der Hülptingser Feuerwehrleute sei angesichts der Zustände im Feuerwehrhaus bemerkenswert. „Es ist klein, alt und zugegebenermaßen auch marode“, kritisierte Brockmann. Neue Interessenten, die über einen Eintritt in die Feuerwehr nachdachten, hätten sich von diesen Begebenheiten bereits abschrecken lassen.
Der Ortsbrandmeister nannte unter anderem bröckelnden Putz und abgefallene Fliesen in den Toilettenräumen. Während die Stadt vor etwa einem Jahr einen separaten Umkleideraum für die Feuerwehrfrauen geschaffen habe, müssten sich die Männer weiter in der kalten Fahrzeughalle umziehen. „Wenn wir nach dem Einsatz durchgefroren zurückkommen, kostet das manchmal viel Überwindung“, schildert Brockmann. Die Halle könne nicht beheizt werden und im Herbst und Winter sei die Einsatzkleidung oft klamm.
Und auch für die Einsatzhygiene seien die Bedingungen ungünstig. „Die Duschen befinden sich auf der Herrentoilette, was vor allem für die Feuerwehrfrauen unzumutbar ist. Außerdem gibt es dort keine Möglichkeit, die Kleidung abzulegen oder ein Handtuch aufzuhängen“, so Brockmann. Deshalb würden alle erst hinterher zu Hause duschen. Es gebe außerdem weder eine räumliche Trennung von benutzter Einsatz- und Zivilkleidung noch eine Stiefelwaschanlage.
Zur Zeit hat die Ortsfeuerwehr Hülptingsen 34 Mitglieder in der Einsatzabteilung, davon fünf Frauen und 29 Männer. Sie haben im vergangenen Jahr insgesamt 3252 Stunden in Einsätzen, Lehrgängen und Übungsdiensten verbracht, wie Brockmann in seinem Jahresbericht bekannt gab. Zu den aktiven kommen noch neun passive Mitglieder und sechs Feuerwehrleute in der Altersabteilung hinzu.
Im vergangenen Jahr ist die Ortsfeuerwehr Hülptingsen zu 22 Einsätzen ausgerückt, darunter zu neun Bränden. „Es war kein einsatzreiches, jedoch ein anstrengendes Jahr mit Veränderungen“, resümierte Brockmann. So hatte sein Vorgänger Jörg Erhardt sein Amt als Ortsbrandmeister zum 1. September 2018 überraschend niedergelegt. Sein bisheriger Stellvertreter Brockmann erklärte sich bereit, den Posten zu übernehmen. Neuer Stellvertreter ist Marcel Mader.
Auch Ehrungen und Ernennungen standen bei der Jahreshauptversammlung wieder an: Marcel Mader wurde zum Löschmeister, Kay-Uwe Klitzke zum Oberlöschmeister, Karsten Moseler zum Oberfeuerwehrmann sowie Leon Pröve, Fabian Dießelhorst, Nils Bock und Sebastian Nagel zu Feuerwehrmännern ernannt. Christoph Konerding wurde für 25 Jahre aktiven Dienst geehrt und Friedhelm Opitz für 50-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr.