Erzählen ist ihr Element

Die 16-jährige Coleen Hoppe hält stolz ihr erstes eigenes Buch in den Händen.
 
Das Buch „Afenjas Elemente“ von Coleen Hoppe ist im Verlag Tredition erschienen und ab sofort im Buchhandel erhältlich. (Foto: r)

Die 16-jährige Coleen Hoppe aus Ehlershausen veröffentlicht ihr erstes eigenes Buch

Burgdorf (fh). Schon als kleines Mädchen hat Coleen Hoppe sich oft ein Buch genommen und so getan, als würde sie darin lesen. „Aber in Wirklichkeit habe ich mir einfach selbst eine Geschichte dazu ausgedacht“, erinnert sich die junge Frau aus Ehlershausen, die das Gymnasium Burgdorf besucht. Meistens habe sie das nur für sich selbst gemacht, manchmal hätten auch ihre Eltern zugehört. Seitdem ist viel Zeit vergangen – doch ihre Liebe zum Erzählen ist geblieben. Und jetzt hat die 16-Jährige ihr erstes eigenes Buch veröffentlicht.
Der Fantasy-Roman „Afenjas Elemente“ handelt von fünf Jugendlichen, die plötzlich aus ihrem gewohnten Alltag herausgerissen werden und mit der magischen Welt in Berührung kommen. Denn jeder von ihnen ist durch Zufall in den Besitz einer Halskette gekommen, die mit dem Symbol eines Elementes verziert ist – Flamme, Tropfen, Baum, Tornado und Eisblitz. Diese Anhänger verleihen ihnen eine besondere Gabe. Deshalb spürt der Direktor der Zauberschule „Afenja“ die Jugendlichen auf: An seiner besonderen Lehranstalt sollen sie den Umgang mit ihrem jeweiligen Element trainieren. Denn nur wenn sie es perfekt beherrschen, können sie den gefährlichen magischen Herrscher Kuambyr besiegen und die magische Welt vielleicht noch retten...
Während die Leidenschaften ihrer Hauptfiguren dem Feuer oder Wasser, der Natur, dem Wind oder Eis gelten, scheint Coleens Element eindeutig das Erzählen zu sein – und das beherrscht sie schon ausgezeichnet. Die Geschichte habe sie sich vor etwa drei Jahren ausgedacht. „Mich hat die Vorstellung fasziniert, dass Jugendliche Macht über die Elemente haben“, sagt Coleen rückblickend. Um diese Idee herum hätten sich Personen und Handlung in ihrem Kopf dann schnell zusammengefügt.
Und weil sie selbst so begeistert davon gewesen sei, habe sie entschieden, das auch zu Papier zu bringen. „Zunächst ging es mir überhaupt nicht darum, es zu veröffentlichen. Ich wollte es einfach für mich, meine Familie und Freunde aufschreiben“, sagt sie. Erst als immer mehr Seiten hinzukamen und die Geschichte zusehends umfangreicher und ausgefeilter wurde, sei ihr dieser Einfall gekommen  – erst als vage Träumerei, dann immer konkreter. „Es war schon ein verlockender Gedanke, irgendwann mein eigenes Buch in den Händen zu halten“, gesteht sie.
Und sie hatte das Glück, dass sie nicht nur Unterstützung von ihren Eltern bekam, sondern auch aus deren Bekanntenkreis: Eine Freundin der Eltern, die selbst schon ein Buch veröffentlicht hatte, nannte ihr beispielsweise geeignete Verlage und erklärte ihr, was sie alles beachten müsse. Eine Grafikdesignerin, mit der ihre Mutter befreundet ist, kümmerte sich um das Cover. Und ihr Vater stellte den Kontakt zu einem Lektor her. „Es gibt so viele Menschen, die mir geholfen haben und denen ich wahnsinnig dankbar bin“, sagt Coleen und ergänzt: „Ohne sie hätte ich all das nicht geschafft.“
Als sie vor rund drei Jahren den ersten Satz in ihren Laptop tippte, lebte sie gerade in Ma­laysia, wo die Familie von 2016 bis 2018 zwei Jahre verbrachte. „Am Anfang war ich so motiviert, dass ich jeden Tag drei Stunden geschrieben habe“, erinnert sie sich. Das habe sie auf Dauer nicht durchhalten können, aber sie blieb am Ball. Auch nach ihrer Rückkehr nach Ehlershausen habe sie fast jedes Wochenende an der Geschichte gearbeitet, manchmal auch nachmittags oder abends nach der Schule; längere Pausen habe es kaum gegeben. Und im Urlaub sei der Laptop sogar mit an den Strand oder an den Pool gekommen. „Da konnte ich dann ganz in Ruhe mehrere Stunden am Stück schreiben“, erzählt sie mit einem Leuchten in den Augen.
Träumt sie davon, Schriftstellerin zu werden? „Wahrscheinlich eher im Nebenberuf oder als Hob­by“, sagt Coleen. Für ihren Brot­erwerb könnte sie sich vorstellen, Sportmedizin zu studieren – denn auch Leichtathletik, Fitness und Laufen begeistern die 16-Jährige. „Kürzlich, ist mir dann die Idee gekommen, dass auch Sportjournalismus in Frage käme. Denn da könnte ich sogar meine beiden Lieblingshobbys verbinden, Sport und Schreiben“, schwärmt sie.
Aber egal welchen Weg sie wählt, fest steht für sie in jedem Fall, dass sie auch weiterhin Geschichten erzählen möchte. „Das Ende von ‚Afenjas Elemente‘ lädt zu einer Fortsetzung geradezu ein“, verrät sie mit einem verschmitzten Lächeln. Aber auch sonst falle ihr immer wieder etwas Neues ein.
Klingt ganz so, als ob es nicht ihr letztes Buch gewesen sein soll. Und wenn man es genau nimmt, war es eigentlich auch gar nicht ihr erstes. „Schon als Schulkind habe ich angefangen, meine Geschichten per Hand aufzuschreiben und meine Mutter hat sie dann mit Geschenkband zu einem Buch gebunden“, erinnert sie sich.

Das Buch

Der Fantasy-Roman „Afenjas Elemente“ von Coleen Hoppe ist im Verlag Tredition erschienen, hat 248 Seiten und kostet 16,90 Euro. Er ist im Buchhandel erhältlich sowie über die Internetseite ­­www.tredition.de bestellbar.