Erste-Hilfe-Kurs für Senioren

Kursleiter Lothar Neumann (rechts) zeigt an Übungspuppe "Anne" eine Herz-Druck-Massage. (Foto: Dana Noll)

„Etwas falsch machen, ist besser, als nichts zu tun!“

BURGDORF (dno). „Es ist wichtig, Erste-Hilfe-Maßnahmen immer wieder zu trainieren und sie publik zu machen. Mit diesen einfachen Handgriffen, kann man Leben retten“, erklärt Kursleiter Lothar Neumann.
Am 31. August 2020 sowie am 1. September 2020 fanden in der Paulus Gemeinde in Burgdorf Erste-Hilfe-Kurse speziell für Seniorinnen und Senioren statt. „Senioren sollten ihren Altersgenossen helfen können, denn sie leben häufig mit ihnen. Bereits einfachste Maßnahmen genügen, um die Überlebenswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Das gilt besonders für Menschen aus dem Umfeld wie Partner und Freunde. Man kann immer etwas tun, egal wie schwächlich man ist. Man muss nur wissen, was“, erklärt Lothar Neumann, „am wichtigsten im Notfall ist natürlich die 112 zu wählen, um den Rettungsdienst zu rufen!“
Im Kurs werden besonders Notfälle thematisiert, die eher im oberen Lebensdrittel vorkommen, wie zum Beispiel Schlaganfall, Herzinfarkt oder auch der diabetische Notfall. Das Erkennen von Ursachen, Symptome und Verhalten, wurde genau so besprochen wie die Fragen: „Was tun bei Bewusstlosigkeit? Oder „Wie unterscheiden sich Über- und Unterzuckerung?" Da eine klassische Unfallursache auch Stürze sind, die dem Alter entsprechende Frakturen zur Folge hätten, „sollte man auch wissen, wie man ein Unfallopfer mit Oberschenkelhalsbruch gut lagern kann oder auch was zu beachten ist, wenn der Betroffene gerinnungshemmende Medikamente einnimmt“, so Lothar Neumann weiter.
Mit Übungspuppe „Anne“ wurde die Herz-Druck-Massage geübt. „Eine Übung, vor der viele Respekt haben“, berichtet der Seminarleiter, „doch, das Falscheste ist, gar nichts zu tun. Selbst ein Rippenbruch, den viele befürchten, kann behandelt werden.“
Auch in Corona-Zeiten sind Erste-Hilfe-Maßnahmen wichtig. „Jeder muss entscheiden, ob er eine Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen möchte. Aber, das war schon vor Corona so. Auf jeden Fall hat jeder Erste-Hilfe-Handschuhe im Auto und kann auf den Brustkorb drücken, um den Patienten zu helfen“, so Lothar Neumann.
„Ich leite die Senioren-Begegnungsstätte in Burgdorf. Da ist es schon wichtig, gut vorbereitet zu sein. Hier kann ich meine Kenntnisse auffrischen“, ergänzt Kursteilnehmer Reinhard Bielefeld, „auch das Üben mit dem Defibrillator ist gut, so verliert man die Angst, ihn im Notfall auch einzusetzen.“
Weitere Erste-Hilfe-Kurs für Senioren finden statt am 28.9. 2020 und 29.9. 2020 von 15.30 bis 19.00 Uhr, Paulus Gemeinde Berliner Ring 17, 31303 Burgdorf. Anmeldung unter 05136-6677 oder mail: kg.paulus.burgdorf@evlka.de.