Erntedank auch ohne großes Fest

Der amtierende Erntekönig Martin I. und seine Frau Doris (vorne, Mitte) sowie Vorstandsmitglieder der Dorfgemeinschaft Ramlingen wollen trotz der Absage der Veranstaltung ein wenig Erntefest-Stimmung aufkommen lassen. (Foto: privat)

Die Dorfgemeinschaft Ramlingen hat zwei Strohpuppen aufgestellt und ruft die Bewohner auf, die Straßen zu schmücken

Ramlingen (r/fh). Normalerweise würden viele Ramlinger schon seit Wochen und Monaten an ihren Erntewagen werkeln und wären jetzt voller Vorfreude auf der Zielgeraden. Denn vom 25. bis zum 27. September wollten sie eigentlich ihr Erntefest feiern. Doch wegen der Corona-Epidemie müssen sie wie so viele andere in diesem Jahr auf ihre liebgewonnene Tradition verzichten. Bereits im Mai hatte sich die Dorfgemeinschaft schweren Herzens dazu entschieden, das Fest abzusagen. "Das gab es in der 53-jährigen Geschichte des Erntefest Ramlingen noch nie", betont Pressesprecher Frank Berg.
Auf einen Erntekönig müssen die Dorfbewohner aber trotzdem nicht verzichten: Der im vergangenen Jahr gekrönte Martin I. und seine königliche Hoheit Doris werden für weitere zwölf Monate im Amt bleiben. Und auch sonst soll zumindest ein Hauch von Erntefest-Stimmung aufkommen: So hat die Dorfgemeinschaft Ramlingen trotz der Absage zwei Strohpuppen aufgestellt und einen kleinen Teil des Ortes festlich geschmückt. Gleichzeitig rufen sie alle Bewohner dazu auf, ihre Zäune, Gärten und Straßen zu dekorieren - ganz so, als ob ein Erntefest stattfinden würde. "Damit soll das Erntefest nicht in Vergessenheit geraten, aber auch auf den eigentlichen Ursprung des Erntefestes, nämlich den Erntedank hingewiesen werden", betont Berg.
Die Dorfgemeinschaft hoffe, dass im nächsten Jahr dann wieder ein großes Fest gefeiert werden könne mit Umzügen, Erntebällen, Dorfabend und der Proklamation des 50. Erntekönigs/Erntekönigin.