Erneut Wolfsriss am Dorfrand

Bereits in der vergangenen Woche sprachen Oliver Brandt (l.), Bernward Schlossarek und Falk Kothe von der CDU mit Jenny Ludwig (3.v.l.) und Nicki Nowotny (4. v.l.) von der Initiative Weidetierhaltung Immensen über die Zunahme der Wolfsrisse an den Dorfrändern. (Foto: Wiebke Molsen)

19 tote Schafe nach Angriff auf einer Weide in Hülptingsen

Burgdorf/Hülptingsen (bs). Erneut wurden zahlreiche Schafe Opfer eines Wolfsangriffs. In der Nacht zu Mittwoch sind auf einer Weide im Gewerbegebiet in Hülptingsen acht Schafe von einem Wolf getötet worden. Ein Schaf starb kurz nach der Attacke auf dem Weg zum Stall, weitere zehn Schafe mussten wegen ihrer schweren Verletzungen von einem Tierarzt erlöst werden.
Bereits Ende 2019 und Anfang diesen Jahres ist die Herde des Hülptingser Züchters Opfer von Wolfsrissen geworden. Aus diesem Grund waren die Schafe erst auf den eigenen Hof und dann auf die Weide, rund 500 Meter vom Dorfrand Hülptingsen entfernt, gebracht worden. „Es ist ein Gemetzel gewesen“, schildert Oliver Brandt, Vorstandsmitglied der Jägerschaft Burgdorf und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion Region Hannover.
„Zu 99 Prozent ein Wolfsriss“, bestätigte der vom Landesamt bestellte Wolfsberater Thomas Behling, von der Revierförsterei Beerbusch. Der Kehlbiss sei eindeutig, auch wenn erst die DNA-Analyse genauen Aufschluss darüber geben wird, welcher Wolf bzw. welche Wölfe die Schafe gerissen haben. Auf den ersten Blick sei nur eine Wolfsspur erkennbar gewesen, so Thomas Behling, aber die Untersuchungen seien ja noch nicht abgeschlossen.
Die Häufung der Wolfsrisse in der Region sieht auch der Wolfsberater mit Sorge. „Hier muss die Politik tätig werden“, erklärt Behling.
„Die Gefahr durch den Wolf ist massiv in den letzten Wochen gestiegen. Ein „Weiter so“ kann es nicht geben. Auf diese neuen Entwicklungen muss die Politik zeitnah, angemessen und zielgerichtet reagieren“, fordert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion Region Hannover Oliver Brandt. Die Einführung des „Schweden-Modells“ wäre ein angemessener und notwendiger Schritt“, schlägt Brandt im Namen seiner Fraktion vor.
In Schweden ist der Rechtsrahmen für den Schutz des Wolfes und anderer geschützter Arten im schwedischen Umweltgesetz festgelegt. Der strenge Schutz des Wolfes ist ferner in der Jagdgesetzgebung geregelt. Wissenschaftler legen einen Referenzwert für den Wolf im Land fest und die schwedische Umweltschutzbehörde ermittelt jährlich die Jagdquote auf der Basis von Vorhersagemodellen, die auch die versehentliche Tötung von Wölfen im Verkehr und andere Unfälle berücksichtigt.
„Ein nachvollziehbarer Verträglichkeitswert für Wölfe in Niedersachsen und dazu eine jährliche Jagdquote werden die angespannte Situation entschärfen“, ist sich Oliver Brandt sicher.