Erfolgreiche Nachwuchsforscher

Jill (links) und Daria suchen im Moos nach Bärtierchen.
 
Luana (links) und Lina Sophie haben in ihrem Projekt unterschiedliche Kombinationen aus Unter-, Farb- und Überlack verglichen.

Schüler der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule gewinnen mehrere Preise

Burgdorf (fh). Sorgfältig tauchen Lina Sophie Grask und Luana Mavriqi die kleinen Pinsel in den Nagellack ein. Doch die Farbe landet anschließend nicht auf ihren Fingernägeln, sondern auf einem Glasplättchen. Für den Wettbewerb „Jugend forscht“ haben die beiden Siebtklässlerinnen von der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule (RBG) mit unterschiedlichen Kombinationen aus Unter-, Farb- und Überlack experimentiert. Sie untersuchten, wie gut sie Spülmittel, Seife und Desinfektionsmittel standhalten. „Wir mögen bunte Fingernägel und haben oft das Gefühl, dass der Lack bei Freundinnen länger hält als bei uns“, beschreiben sie ihre Motivation.
Beim Regionalentscheid Hannover haben sie die Jury mit ihrem Projekt überzeugt und in der Kategorie „Arbeitswelt“ den dritten Platz belegt. „Sie haben zum allerersten Mal an dem Wettbewerb teilgenommen und es ist beeindruckend, dass sie es gleich aufs Treppchen geschafft haben“, lobt die Naturwissenschaftslehrerin Milena Ulbricht, die die Arbeitsgemeinschaft „Jugend forscht“ geleitet hat.
Sie begleitete vier Gruppen von der Themenfindung über die Planung und Experimente bis hin zur schriftlichen Projektarbeit und der Vorbereitung des Vortrags. „Es ist mir wichtig, die Schüler zu unterstützen, ohne ihre Arbeit zu stark zu beeinflussen. Es soll schließlich ihr Projekt sein“, betont die Lehrerin. Diese Herangehensweise und ihr Engagement haben auch die Jury beeindruckt, die mit einem Sonderpreis für die Projektbetreuung auszeichnete.
Als Ulbricht und ihre Schüler die Siegerehrung Mitte Februar per Livestream verfolgten, kamen sie aus dem Jubeln gar nicht mehr raus. Denn auch Julius Vogel holte nicht nur den dritten Platz im Fachgebiet „Technik“, sondern staubte zusätzlich noch zwei Sonderpreise ab. Im vergangenen Jahr hatte er erforscht, ob sich Papier aus Ananasfasern als umweltfreundliche Tapete eignet. Daran knüpfte er jetzt an uns suchte nach ökologischen Alternativen für Kassenbons.
Ein Sonderpreis ging auch an Celina Bosse. Sie nahm ebenfalls zum zweiten Mal teil und verglich diesmal klassische Wurstprodukte mit vegetarischen Ersatzprodukten. Dabei untersuchte sie nicht nur die Inhalts- und Nährstoffe unter ökologischen und gesundheitlichen Aspekten, sondern auch die Verpackung. Die Jury würdigte das mit dem Sonderpreis „Ressourceneffizienz“.
Damit setzt die Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule ihre Erfolgsserie vom vergangenen Jahr fort. „Wir haben wieder richtig abgeräumt“, sagt Ulbricht begeistert. Doch die Preise seien nur das Sahnehäubchen. Die Siebtklässlerinnen Daria Ferdinand und Jill Funk könnten genau so stolz auf sich sein, auch wenn sie keinen der vorderen Plätze erreichten. „Sie sind in der Kategorie Biologie angetreten und hatten da eine besonders starke Konkurrenz“, sagt Ulbricht.
Bei ihrem Projekt hätten die beiden Mädchen aber nicht nur wissenschaftliche Neugier, sondern auch Durchhaltevermögen bewiesen. Sie beschäftigten sich mit Bärtierchen. Dafür sammelten sie Moos und suchten darin unter dem Mikroskop nach den winzigen Lebewesen, die meistens nicht einmal einen Millimeter lang sind und acht Beinchen haben. „Wir hatten darüber einen Bericht im Fernsehen gesehen und da klang es so, als ob sie überall in Massen vorkommen. Aber bei uns hat es fünf Wochen gedauert, bis wir überhaupt das erste entdeckt haben“, berichten sie. Dafür fanden sie unter dem Mirkoskop jede Menge anderer Ein- und Mehrzeller. „Ich hätte nie gedacht, dass in Moos so viel Leben steckt. Das ist wie ein Wald im Kleinen“, beschreibt Daria ihre Beobachtung.