Eine Zeitreise zu „Rittern, Wikingern, und Hexen”

Wann? 31.10.2010 13:00 Uhr bis 31.10.2010 16:00 Uhr

Wo? Stadtmuseum Burgdorf, Schmiedestraße 6, 31303 Burgdorf DEauf Karte anzeigen
Nach der offiziellen Eröffnung von „Ritter, Wikinger und Hexen“ durch Karl-Ludwig Schrader und Birthe Haak (v.li.) ist die Burgdorfer Stadtmuseums-Ausstellung „gut gerüstet“. (Foto: Georg Bosse)
Burgdorf: Stadtmuseum Burgdorf |

Stadtmuseum lädt zu einer Ausstellung über das Mittelalter ein

BURGDORF (gb). Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) und die Stadt Burgdorf haben das altehrwürdige Stadtmuseum in eine Zeitmaschine verwandelt und „beamen“ die Besucher kostenfrei ins Mittelalter zurück. Noch bis zum 31. Oktober kann die Zeitreise in eine Epoche der europäischen Geschichte angetreten werden, die (nicht nur) von „Rittern, Wikingern und Hexen“ geprägt war.
Der VVV-Vorsitzende Karl-Ludwig Schrader eröffnete am vergangenen Samstag eine von der Burgdorfer Stadtsparkasse (SSK) unterstützte (Familien-)Ausstellung, deren Exponate vom Büro für angewandte Archäologie (AGIL) in Lüneburg zur Verfügung gestellt wurden. Dabei handelt es sich größtenteils um Repliken, die die Alltagskultur sowie das Leben der einfachen Leute jener Zeit nachvollziehbar und im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“ machen.
Wenn man vom Mittelalter spricht, tun sich für viele Menschen Bilder von idyllischen Altstädten, edlen Rittern, holden Burgfräuleins und vielleich auch lautezupfenden Minnesängern auf. Aber die Zeitspanne, die häufig als „finsteres Mittelalter“ bezeichnet wird, war und ist viel mehr als nur das. Die Periode von der Antike bis zur Neuzeit kann etwa ab dem Ende des Römischen Imperiums (476 n. Chr.) bis zum Beginn der Reformation (1516) zeitlich eingegrenzt werden. Im Mittelalter, einem Begriff aus der späteren Renaissance, entstand in fast ganz Europa eine umfassende Welt christlicher Feudalstaaten germanischer, keltischer, romanisacher und slawischer Völkerschaften. Es war eine nach Ständen unterteilte Gesellschaftsordung, die sich anfangs über den herrschenden Adel, das Rittertum bis hin zum Bürgertum weiter entwickelte. „Es war auch die Zeit der Pestepidemien, der Gewalt, der Kreuzzüge und Latein als gemeinsame Kultur- und Bildungssprache“, erkärte Birthe Haak, Archäologin an der Universität Hamburg, die das Fachreferat zur Burgdorfer Ausstellung hielt. Zu den „Wikingern“ sagte Birthe Haak, dass diese im weitesten Sinne skandinavischen Menschen eigentlich bäuerlich organisiert gewesen seien, aber nach der Ernte ihre Schiffe bestiegen, um plündernd über die Meere kommend in andere Länder einzufallen. Spuren dieser segelnden und rudernden Räuber sind unter anderem in Russland, der Ukraine, Großbritannien und sogar an Neufundlands Küsten nachgewiesen worden. „Die Bezeichnung „Wikinger“ ist eben netter als Plünderer“, so die Archäologin.
Auch im Umfeld Burgdorfs finden sich Relikte dieser Zeit, die von der Archäologie wieder zu Tage gefördert wurden. In der Ausstellung nachgestellte Szenarien, wie „Der gedeckte Tisch“, „Tabak und anderers Verbotenes“ oder „Burgdorf im Mittelalter“, dokumentieren den damaligen Alltag.
„Ritter, Wikinger und Hexen - Zeitreise ins Mittelalter“ ist noch bis zum 31. Oktober, immer samtags und sonntags jeweils von 14.00 bis 17.00 Uhr, anzutreten. Während des Burgdorfer Stadtfestes „Oktobermarkt“ (1. bis 3. Oktober) ist das Stadtmuseum durchgehend geöffnet. Darüber hinaus ist dort am Samstag (2. Oktober) und Sonntag (3. Oktober) das „Mittelalter in Aktion!“
Ansprechpartner für Gruppenführungen (auch wochentags) ist VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich, Tel. 05136/18 62.