Eine interessante Zeitreise in die Kriegsjahre 1914 bis 1918

Auch das Reiterrelief und die Gedenktafeln an der St. Pankratius-Kirche werden besichtigt. (Foto: SMB)

Stadtführung zur Ausstellung „Burgdorf und der 1. Weltkrieg“ am 2. August

BURGDORF (r/jk). Welche Spuren hinterließ die Zeit des 1. Weltkrieges in Burgdorf? Diese Frage beantwortet die neue Stadtführung des Vereins Stadtmarketing Burgdorf (SMB), zu der die Teilnehmer am Sonntag, 2. August, um 14.00 Uhr eingeladen sind. Die Leitung übernimmt Horst Regenthal, der mit einem VVV-Projektteam auch die Ausstellung „Kaiser, Krieg und Revolution - Burgdorf und der 1. Weltkrieg“ zusammenstellte. Sie ist bis zum 16. August im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) zu sehen. In der Führung geht es darum, vor dem Hintergrund der stadtgeschichtlichen Schau zusätzliche Schlaglichter auf die Kriegsjahre 1914 bis 1918 zu werfen und einige Örtlichkeiten vorzustellen, die nicht immer auf den ersten Blick an diese Zeit erinnern. Treffpunkt ist der Wicken-Thies-Brunnen auf dem Spittaplatz.
Zum Auftakt der Führung wendet sich Horst Regenthal der St. Pankratius-Kirche zu. An dem Sakralgebäude befinden sich zum Gedenken an die Opfer des 1. Weltkrieges seit 1930 ein Reiterrelief und Gedenktafeln, auf denen die Namen aller gefallenen Burgdorfer Soldaten eingraviert sind. Ihr Schöpfer war der Bildhauer Georg Hildebrandt. Von dort geht es zur Marktstraße 13. In dem Gebäude war von 1914 bis 1951 das Burgdorfer Rathaus untergebracht. Bürgermeister Heinrich Schuster erreichten dort täglich neue Hiobsbotschaften von der katastrophalen Versorgungslage der Bevölkerung. Im Zuge der Novemberrevolution des Jahres 1918 richtete sich im Rathaus der Arbeiter- und Soldatenrat ein und sorgte für die Etablierung geordneter Friedensverhältnisse.
Anschließend führt der stadtgeschichtliche Rundgang zur Realschule Vor dem Celler Tor. Sie nahm als damalige 1. Stadtschule ihren Betrieb im zweiten Kriegsjahr 1915 auf. Auch der Bahnhof weist eine Beziehung zum 1. Weltkrieg auf. Bereits im November 1914 trafen die ersten Sonderzüge mit 2000 Flüchtlingen aus dem ostpreußischen Kriegsgebiet ein, die in der Stadt untergebracht werden mussten. Von dieser Zwischenstation steuern die Teilnehmer den Magdalenenfriedhof an, auf dem u.a. der in den Kriegsjahren regierende Bürgermeister Heinrich Schuster seine letzte Ruhestätte fand. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt die Rolandstraße, auf der Horst Regenthal den ehemaligen Standort der „Herberge zur Heimat“ vorstellt. In deren Räumlichkeiten teilte eine Volksküche schon ab August 1914 warme Mahlzeiten an notleidende Einwohner aus. Die Stadtführung endet im Stadtmuseum, wo die Teilnehmer einen kurzen Einblick in die Ausstellung erhalten.
Teilnehmerkarten gibt es bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger 2, Tel. 05136/1862.