Eine Begegnung mit dem Gründervater Ehlershausens

Mit Hut, Pfeife und Frack versehen, verlieh Schauspieler Rainer Künnecke dem Chausseewärter Ehlers neues Leben. (Foto: SMB)

Gut besuchte Erlebnisführung mit „Johann Friedrich Ehlers“

EHLERSHAUSEN (r/bs). Bei strahlendem Spätsommerwetter ging es am Sonntag auf eine Zeitreise in die Vergangenheit der Ortschaft Ehlershausen. Über 20 Teilnehmer waren der Einladung des Stadtmarketing Burgdorf e.V. (SMB) gefolgt und schlossen sich dem „Chausseewärter Johann Friedrich Ehlers“ bei seiner Erlebnisführung durch die von ihm gegründete Ortschaft an. Unter den Teilnehmern befanden sich mehrere Neubürger, die die Gelegenheit wahrnahmen, auf einen Zeitsprung in die Ursprungsjahre Ehlershausens zu gehen und oft amüsante Anekdoten über seine geschichtliche Entwicklung aus dem Munde des „Ortsgründers Ehlers“ zu vernehmen. Aber auch schon länger hier lebende Einwohner wie Reinhard Elers freuten sich über den gemeinsamen historischen Streifzug.
Mit Hut, Pfeife und Frack versehen, verlieh Schauspieler Rainer Künnecke dem Chausseewärter Ehlers neues Leben. Munter parlierend und gewitztes Erzähltalent an den Tag legend, stellte er im entspannten Plauderton die Begleitumstände seiner Ansiedlung im Bereich des späteren Ehlershausen vor. 1816 baute er mit seiner Frau Sophie ein neues Wohnhaus an dieser in direkter Nähe zur Chaussee zwischen Hannover und Celle liegenden Stelle. Zehn Jahre hatte es gedauert, bis das Amt Burgdorf den anvisierten Bauplatz auf Otzer Gebiet genehmigte. In späterer Zeit richtete Ehlers dort eine Postkutschenstation und Anbauernstelle ein, die weitere Siedler anlockte. Manche Scherereien bereiteten die widerspenstigen Otzer Bauern, die Angst um ihre Weidegründe hatten und auch vor Handgreiflichkeiten nicht zurückschreckten. Ein Gerichtsurteil zwang sie schließlich zum Einlenken.
Spontaner Applaus kam unter den Teilnehmern auf, als Ehlers mit stolzgeschwellter Brust verkündete, dass die Landdrostei in Lüneburg der neuen Ansiedlung am 29. Juli 1831 die offizielle Bezeichnung „Ehlershausen“ verlieh und damit seinem Lebenswerk die Krönung aufsetzte. „Gut, dass ich das noch erlebt habe, denn zwei Jahre später bin ich gestorben“, versetzte Ehlers mit leichtem Schmunzeln. Eine gehäufte Prise Humor prägte auch seine weiteren Erzählungen, in denen es um den Erwerb einer Schankgenehmigung, den Bau der ersten Schule und Kapelle, eine Bahn-Durchfahrt des Kaisers im Jahr 1913, den 1866 erfolgten Einmarsch preußischer Soldaten auf dem bis dahin hannoverschen Territorium oder die 1904 gegründete ehemalige Torfstreufabrik ging.