Ein Turm für Schwalben

Ehrenamtliche von der Nabu-Ortsgruppe bauen den neuen Schwalbenturm auf. (Foto: privat)
 
Ernst Schmidt von der Nabu-Ortsgruppe montiert das Dach über den Kunstnestern am neuen Schwalbenturm. (Foto: privat)

Nabu hat auf dem Gelände der Kita Pusteblume Nistmöglichkeiten geschaffen

Burgdorf (fh). Der Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze hat auf dem Gelände der Kita Pusteblume einen Schwalbenturm mit rund 30 Kunstnestern aufgestellt. Das Grundstück am Iseweg in der Burgdorfer Weststadt haben die Naturschützer ausgewählt, weil Mehlschwalben immer wieder versuchen, an den dortigen Mehrfamilienhäusern zu brüten – doch meist ohne Erfolg.
Aufgrund der Trockenheit im Frühjahr und Sommer haben Schwalben zusehends Schwierigkeiten, nassen Lehm für den Bau ihrer Nester zu finden. Deshalb fehlt ihnen oft die Stabilität oder sie fallen sogar ab. „Die Schwalben sind manchmal nur damit beschäftigt, ihre Nester auszubessern oder ganz neu zu bauen und kommen gar nicht zum Brüten“, beschreibt Schwalbenexpertin Dagmar Hartman von der Nabu-Ortsgruppe.
Der Nabu hat deshalb das Gespräch mit Hauseigentümern und Anwohnern gesucht. „Gemeinsam haben wir eine tolle Lösung gefunden. Es wurde beschlossen, dass bei der nächsten Fassadenrenovierung, in Bereichen an denen es nicht zu Konflikten kommen kann, gezielt Kunstnester angebracht werden“, sagt Hartman. An den unteren Fassadenteilen einiger Häuser sind seit Jahren Netze installiert, um den Nestbau dort zu verhindern. Denn Kot und Dreck haben in der Vergangenheit für Ärger gesorgt. In den Bereichen über Fenstern und Eingängen sollen diese Vergrämungsmaßnahmen erhalten bleiben, dafür wolle man den Schwalben mit den Kunstnester an geeigneten Stellen künftig gezielt „unter die Flügel greifen“, so Hartmann.
Damit die Schwalben aber nicht bis zur Fassadensanierung warten müssen, hat der Nabu nun in unmittelbarer Nähe, auf dem Kita-Gelände, einen Schwalbenturm aufgebaut. Um die Kosten möglichst gering zu halten, haben die Mitglieder einen ausgemusterten Laternenpfahl als Mast verwendet. Damit sich die Chancen einer Ansiedlung zusätzlich erhöhen, wurde außerdem ein Lautsprecher unterhalb der Nester installiert. Gerd Müller vom Freiwilligenzentrum hat diese Anlockstation ehrenamtlich für den Nabu gebaut. Nun können, mit einer Zeitschaltuhr gesteuert, die Rufe von Mehlschwalben erklingen.
Auch die Kita-Leiterin Gabriele Kühnberg hofft, dass der Turm angenommen wird. „Ich hatte am Anfang durchaus auch Vorbehalte“, gibt sie zu. Aber mit ausführlichen Informationen und guten Argumenten habe der Nabu sie überzeugt. Ein entscheidender Punkt für sie: Auf ihren Wunsch hin sei ein Platz abseits der Wege und Spielflächen gewählt worden. „Dort stört es uns nicht, wenn der Bereich um das Nest herum im Sommer mit Kot verdreckt ist“, sagt sie.
Schon jetzt sei das Nest bei den Kindern in der Notbetreuung ein Thema. „Sie fragen natürlich, was das ist und wir erklären ihnen die Hintergründe“, so Kühnberg. Wenn dort dann tatsächlich Schwalben brüten, wolle sie das auch in die pädagogische Arbeit einbeziehen. „Vielleicht auch in Zusammenarbeit mit dem Nabu“, sag sie. Auch bisher bestünden schon enge Kontakte zu der Ortsgruppe. „Wir haben in der Kita beispielsweise einen Natur-Schaukasten, eine Schmetterlingsammlung und auf dem Außengelände Nistkästen in den Bäumen, die Ernst Schmidt vom Nabu einmal im Jahr mit den Kindern sauber macht“, so Kühnberg.