Ein Aufzug und viel mehr Platz

Freuen sich über den Umzug an die Bergstraße und das neue Arbeitszimmer für die Schülernachhilfe: die Leiterin des Mehrgenerationenhauses Ursula Wieker (3. von rechts) mit den Beratern Kagan Bölen (von links), Svetlana Mansholt-Zuravlev, Nüfusa Coknez, Shadi Kayali und Mohammad Abbasi.

Das Burgdorfer Mehrgenerationenhaus hat einen zusätzlichen Standort an der Bergstraße 4 / Angebote sind jetzt barrierefrei erreichbar

BURGDORF (fh). Zum Abschluss ihrer kleinen Führung öffnet Ursula Wieker eine Tür, an der ein A4-Ausdruck mit der Aufschrift "Arbeitszimmer" klebt. "Endlich haben wir einen eigenen Raum für die Nachhilfe", sagt die Leiterin des Burgdorfer Mehrgenerationenhauses stolz. Denn zusätzlich zum bisherigen Standort an der Marktstraße steht ihr jetzt auch eine Etage an der Bergstraße 4 zur Verfügung.
Weil die Volkshochschule komplett ins obere Stockwerk des Gebäudes gezogen ist, sind darunter Räume frei geworden. Diese Chance hat das Mehrgenerationenhaus sich nicht entgehen lassen. "Drüben am alten Standort sind wir aus allen Nähten geplatzt. Das war im Alltag sehr anstrengend", beschreibt Wieker. Sie habe wegen des Platzmangels sogar einige Projekte absagen müssen. Und der Umzug bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich: Das Gebäude an der Bergstraße hat einen Aufzug, sodass ein großer Teil der Angebote jetzt barrierefrei erreichbar ist. Das ist nicht nur für Besucher mit Rollstuhl oder Rollator ein Gewinn, sondern auch für die Eltern mit Kinderwagen, die regelmäßig zu Gast sind.
Das Team des Mehrgenerationenhauses hätte also allen Grund zum Feiern. Doch das geplante Einweihungsfest ist im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. "Kurz nachdem wir eingezogen sind, ist ein Boiler in der Küche geplatzt und hat mehrere Räume geflutet", so Wieker. Es habe viel Zeit in Anspruch genommen, alles wieder trocken zu legen und zu renovieren. Und jetzt seien schon wieder so viele neue Projekte und Veranstaltungen in Planung, dass schlicht und einfach die Zeit dafür fehle.
Das Mehrgenerationenhaus nutzt den neuen Standort vor allem, um die bestehenden Angebote zu entzerren. An der Marktstraße 19-20 finden weiterhin Deutschkurse statt. Verwaltung, Beratung, Schülernachhilfe und offene Treffs sind hingegen in die neuen Räume an der Bergstraße gezogen. Dort kann das Team um Ursula Wieker jetzt viele Ideen verwirklichen, die bisher an den beengten Verhältnissen gescheitert sind. Als Beispiel nennt Wieker das Zimmer für die Schülernachhilfe. "Bisher mussten die Mitarbeiter oft improvisieren, weil der Mehrzweckraum nur zu bestimmten Zeiten frei war", erklärt sie.
Das neue Zimmer sei jederzeit verfügbar und biete mit den kleinen Einzeltischen eine perfekte Atmosphäre zum intensiven Lernen und Arbeiten. Und was mindestens genauso wichtig sei: In den Regalen an der Wand steht für jedes Kind ein eigener Ordner. "Dort können die Nachhilfelehrer Lernmaterialien hinterlegen und den nächsten Unterricht so viel besser vorbereiten", so Wieker.
Ein weiterer Raum, auf den sie besonders stolz ist, ist das sogenannte Familienzimmer: Auf der einen Seite stehen dort Tische und Stühle für die Erwachsenen, auf der anderen Seite befindet sich eine Spielecke für die Kinder inklusive Hochbett mit Rutsche. Gute Voraussetzungen für die Eltern-Kind-Gruppen. Aber nicht nur dafür. "Ich nutze das Familienzimmer auch oft, wenn Mütter oder Väter zusammen mit ihren Kindern in die Beratung kommen. Dann können wir in Ruhe sprechen, während die Kinder spielen", sagt Svetlana Mansholt-Zuravlev.
Sie ist neu im Team des Mehrgenerationenhauses und erweitert das Beratungsangebot in sprachlicher Hinsicht. Denn gerade bei komplexen und sensiblen Themen sei es für die Ratsuchenden wichtig, in ihrer jeweiligen Herkunftssprache kommunizieren zu können. Zusätzlich zu Arabisch, Türkisch, Farsi und Kurdisch ist dank Mansholt-Zuravlev jetzt auch Russisch im Angebot.
Auch die Arbeitsbedingungen für die Berater haben sich durch den Umzug übrigens deutlich verbessert. "Einerseits sitzen wir jetzt alle zusammen in einem großen Büro und können uns dadurch schnell mal gegenseitig etwas fragen. Anderseits ist genug Abstand zwischen den einzelnen Schreibtischen, sodass wir auch vertrauliche Gespräche führen können und uns gegenseitig nicht stören", lobt Kagan Bölen.
Das Mehrgenerationenhaus hat zur Zeit 13 Angestellte in Teil- und Vollzeit sowie 80 Dozenten auf Honorarbasis. Außerdem gibt es Unterstützung von Ehrenamtlichen. Sowohl das Personal als auch die Miete finanziert das Mehrgenerationenhaus laut Wieker aus Projekt- und Fördermitteln. Ein Großteil des Geldes steuerten das Land Niedersachsen und die Region Hannover bei. Hinzu komme noch ein Zuschuss vom Bund. Etwa zehn Prozent der Kosten trage die Stadt Burgdorf.