„Ehrenamtlicher Einsatz ist ein unschätzbares Kapital“

Bürgermeister Alfred Baxmann (rechts) führt in die Ehrenamts-Ausstellung ein: vorne links im Bild v.l.n.r. Dr. Karl-Heinz Vehling (Stadtmarketing-Vorsitzender), Caren Marks (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium) und Angelika Walther (stellvertretende Regionspräsidentin). (Foto: VVV)
 
Die Gäste der Eröffnungsveranstaltung erkunden die neue Ehrenamts-Ausstellung. (Foto: VVV)

Aktionstage flankieren „Burgdorf: Hier findet Ehrenamt Stadt! – Vorbilder“

BURGDORF (r/jk). Dass die Würdigung des Ehrenamtes auf eine breite Anteilnahme in Burgdorf stößt, bewies das große Interesse an der Eröffnungsveranstaltung zur neuen Ausstellung „Burgdorf: Hier findet Ehrenamt Stadt! – Vorbilder“. Mitglieder vieler Burgdorfer Vereine und gemeinnütziger Organisationen strömten mit ihren Angehörigen in das Stadtmuseum, um die Schau in den Augenschein zu nehmen. Sie gehört zu den zentralen Ereignissen des Themenjahres „Burgdorf – Hier findet Ehrenamt Stadt!“. Die konzeptionelle Verantwortung teilten sich der Verein Stadtmarketing Burgdorf (SMB), der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf.
Unter den Gästen befanden sich die stellvertretende Regionspräsidentin Angelika Walther und die aus der Wedemark stammende Staatssekretärin Caren Marks. „Burgdorf ist über die Grenzen der Region hinaus für sein ehrenamtliches Engagement bekannt“, unterstrich der Stadtmarketing-Vorsitzende Dr. Karl-Heinz Vehling bei seiner Begrüßungsansprache. „Ohne Ihre unkomplizierte Hilfe würde die Stadt nicht die jetzige Lebensqualität aufweisen“, würdigte er den von den Anwesenden geleisteten ehrenamtlichen Beitrag. Für das gelungene Erscheinungsbild der Ausstellung dankte Vehling dem Projektteam, zu dem Burkhard Wolters, Katja Weberling, Heike Köster, Anke Gehrke und Gerhard Bleich gehören. Einen wichtigen Beitrag habe auch Dieter Heun mit seinen Portraitfotos geleistet, die die 38 in der Schau vertretenen Persönlichkeiten aus dem ehrenamtlichen Umfeld der Burgdorfer Vereine und Organisationen in das rechte Licht rückten.
Ein kurzes artistisches Intermezzo mit dem jungen Diabolo-Jongleur Patrick Minning vom JohnnyB. bildete die Überleitung zur Eröffnungsrede von Bürgermeister Alfred Baxmann. Ihm fiel die Rolle zu, das breite Spektrum unentgeltlichen bürgerschaftlichen Engagements in Burgdorf hervorzuheben. Er bezeichnete es als „unschätzbares Kapital, dass in Burgdorf eine große Zahl von Menschen lebt, für die Verantwortung nicht am eigenen Gartenzahn endet“. Von daher sei es an der Zeit gewesen, die unterschiedlichen Facetten dieses ehrenamtlichen Einsatzes in einer eigenen Ausstellung aufzufächern und dafür 38 beispielgebende Menschen vorzustellen, die das Räderwerk des sozialen Lebens in der Stadt am Laufen halten. Baxmann erinnerte an den Soziologen Max Weber, der konstatiert hatte, dass ein Gemeinwesen nur dann auf Dauer existieren könne, wenn es Menschen gäbe, die sich mit ihm identifizierten. Dieses lebendige Gemeinschaftsbewusstsein spiegele sich in der ehrenamtlichen Tätigkeit der in der Ausstellung portraitierten Menschen wider, unterstrich der Bürgermeister. Er bekräftigte, dass die Schau die in Burgdorf praktizierte Kultur der öffentlichen Wertschätzung des Ehrenamts auf nachhaltige Weise dokumentieren würde. Baxmann schloss mit einem Zitat des griechischen Staatsmannes Perikles: „Wer keinen Anteil nimmt an den Dingen der Stadt, der ist kein stiller Bürger, sondern ein schlechter“.
Nach der Eröffnungszeremonie waren die Gäste zu einem Rundgang durch die Ausstellung eingeladen. Die im ganzen Stadtmuseum verteilten Schautafeln, auf denen die portraitierten Personen im Fokus stehen, vermittelten einen anschaulichen Eindruck, in welchen vielfältigen Formen sich ehrenamtliches Wirken in Burgdorf manifestiert. Zu den ausgeübten Tätigkeitsfeldern gehört der kulturelle, soziale, kirchliche und sportliche Bereich sowie die ehrenamtliche Arbeit auf kommunalpolitischer Ebene, im Naturschutz und in den Rettungsorganisationen der Feuerwehr und des THW. Zitate der vorgestellten Persönlichkeiten machten deutlich, mit welchen Beweggründen sie den Weg in das Ehrenamt beschritten haben. Viele interessante Exponate charakterisierten die inhaltliche Ausrichtung ihres gemeinnützigen Engagements. Sehenswerte Einsichten in die Geschichte des Ehrenamts, deren Ursprünge auf die preußischen Staatsreformen Anfang des 19. Jahrhunderts zurückgingen, und historische Fotografien, die das erste Aufblühen des Ehrenamts in Burgdorf aus der Zeit um 1900 und die Entwicklung bis in die Gegenwart reflektieren, rundeten den mit viel Lob bedachten Charakter der Ausstellung ab. So enthielt das Gästebuch des Stadtmuseums unzählige enthusiastische Einträge, aus denen die Worte der Ortsbürgermeisterin von Ramlingen-Ehlershausen, Birgit Meinig, herausgegriffen seien: „Wir können stolz sein auf unsere Burgdorfer“.
Zu der Ausstellung gibt es ein Beiprogramm mit den beteiligten ehrenamtlichen Organisationen. Zum Auftakt lud der Naturschutzbund zu zwei Aktionstagen ein. Am 1. und 2. März folgen die Burgdorfer Reiter & Jäger mit einem Museumscafé. Das Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) ist sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Führungen sind nach Absprache mit VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich (Tel. 05136/1862) auch an den Wochentagen möglich.