Die Notfallkarte boomt

Der Burgdorfer Notarzt Dariusz Nowak führt vor, wie die Nofallkarte mit dem Lesegerät im Rettungswagen ausgelesen werden kann.

300 Stück sind schon verkauft / Seniorenrat lädt zu Infoveranstaltung im Stadthaus ein

BURGDORF (fh). Mit der kleinen roten Notfallkarte hat der Burgdorder Seniorenrat offenbar einen Nerv getroffen: Schon 300 Stück sind seit dem Projektstart im März verkauft worden und der Andrang bei den beiden Infoveranstaltungen zu dem Thema war so groß, dass die Ehrenamtlichen sogar einige Interessierte abweisen mussten. Denn der Platz im DRK-Aktiv-Treff und in der Aula der Gudrun-Pausewang-Grundschule reichte nicht aus.
Deshalb plant der Seniorenrat jetzt in noch größerem Maßstab und lädt für Dienstag, 18. Juni, ab 18.30 Uhr ins Stadthaus, Sorgenser Straße 31, ein. Die Miete für den Veranstaltungssaal übernehmen die Stadtwerke Burgdorf und auch den Kauf der Karten bezuschussen sie an diesem Abend mit je 2 Euro. Eine Karte kostet dann also nur 8 Euro statt 10 Euro.
Die Notfallkarte soll Rettungssanitätern und Notärzten wichtige Informationen liefern, wenn der Patient selbst nicht ansprechbar ist. Dafür können die Nutzer auf einem integrierten USB-Stick beispielsweise Arztbriefe, Diagnosen, Infos zu Allergien und benötigten Medikamenten, aber auch Kontaktdaten von Angehörigen abspeichern.
"Das Projekt ist super, die Karte ist top. Jetzt steht und fällt alles damit, wie die Nutzer sie am Ende mit Leben füllen", betont Jörg Hagemeister, der DRK-Rettungsdienstbezirksleiter für Burgdorf, Lehrte und Uetze. Tipps dazu, was auf der Karte nicht fehlen sollte und was überflüssig ist, erhalten Interessierte auch am 18. Juni im Stadthaus. Außerdem leistet der Verein Bürger für Bürger im Freiwilligenzentrum, Mittelstraße 37, bei Bedarf ganz konkret Unterstützung. Dort helfen die Ehrenamtlichen beispielsweise dabei entsprechende Dokumente einzuscannen und auf der Karte zu speichern.
Grundsätzlich gelte: Je mehr die Karte nutzen, desto besser, betont Hagemeister und fügt hinzu: "300 verkaufte Karten sind ein toller Start, aber es müssen noch mehr werden, damit wir im Alltag irgendwann einen echten Nutzen daraus ziehen können." Das DRK wolle jedenfalls seinen Teil dazu beitragen: "Vier Rettungswagen in Burgdorf und Uetze seien bereits mit einem Lesegerät ausgestattet, ebenso das Notfalleinsatzfahrzeug in Lehrte", so Hagemeister. Auch das in Großburgwedel solle bald nachgerüstet werden.
Die Mitarbeiter können dann also schon am Einsatzort oder auf dem Weg ins Krankenhaus auf den kleinen Speicher-Chip zugreifen und erhalten dadurch wichtige Informationen für die Erstversorgung. "Außerdem sensibilisieren wir unsere Rettungssanitäter dafür, im Ernstfall nicht nur nach der Krankenkassenkarte zu suchen, sondern auch nach der Notfallkarte", so Hagemeister.