„Die Naturforscher“ gewinnen Jugendnaturschutzpreis

Die NABU-Kinder pflegen ihre Wildbieneninsel. (Foto: NABU)
 
„Die Naturforscher“ haben ihren Preis erhalten. (Foto: NABU)

NABU Kindergruppe mit „Dr. Strahl NABU-Jugendnaturschutzpreises 2011“ ausgezeichnet

BURGDORF (r/jk). Die NABU Kindergruppe „Die Naturforscher“ hat für ihr Projekt „Wildbieneninseln“, bei dem die Kinder derzeit zwei Flächen betreuen und diese als Lebensraum für Wildbienen erhalten und entwickeln, den 1. Preis des „Dr. Strahl NABU-Jugendnaturschutzpreises 2011“ erhalten. Als Preisgeld dafür gab es 500 Euro. Das Projekt beinhaltet Pflegeeinsätze, Bau von Nisthilfen und Beobachtung von Bienen und Blütenpflanzen.
Jugendwart Hans-Jürgen Sessner hatte den Preis vom NABU Landesverband stellvertretend für die Kinder in Empfang genommen. Nun wurde der Preis vor Ort an der Wildbieneninsel im Stadtpark auch „offiziell“ mit Urkunden an die Kinder weitergegeben.
Anschließend haben die Kinder „ihre“ Fläche wieder so gepflegt, dass sie im kommenden Sommer ein optimaler Lebensraum für Wildbienen sein wird. Weidenschösslinge und einige dominante Kräuter wurden entfernt und neue Blütenpflanzen gepflanzt und gesät.
Der ehemalige NABU-Vizepräsident Dr. Fedor C. Strahl hat den Preis anlässlich seines 75. Geburtstags gestiftet. Er wollte mit diesem Preis die junge Generation ermutigen, sich für den Erhalt von Natur und Landschaft einzusetzen. Nach seinem Tod hat sich seine Frau Krista Strahl bereit erklärt den Preis fortzuführen.
Mit der Kindergruppe, den Naturforschern, hat der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze ein langfristiges Naturschutzprojekt gestartet. Unter dem Titel „Wildbieneninseln“ sollen vorhandene Biotope für Wildbienen entwickelt und neu angelegt werden.
Für die Kindergruppe eröffnet das die Möglichkeit, aktiv für „eigene“ Flächen Verantwortung zu übernehmen. Es gibt einen ersten Einblick in die Themen Naturschutz und Biotoppflege.
Der Ablauf des Projektes ist nicht bis ins Detail festgelegt. Die Kinder sollen möglichst eigenständig, unter fachkundiger Anleitung, über die weiteren Schritte entscheiden. Vorgegeben ist nur das Ziel: Erhalt und Schaffung von Lebensraum für Wildbienen. Wichtig ist eine langfristige Beobachtung und Dokumentation der Maßnahmen und Erfolge sowie der Bienen- und Pflanzenarten.
Im Burgdorfer Stadtpark befindet sich ein kleiner Hügel, der nur etwa 8 x 5 Meter groß ist. Dieser Hügel entstand, vor einigen Jahren, bei den Bauarbeiten zu einem Naturspielplatz und wurde nicht bepflanzt oder eingesät. Im Laufe der Zeit hat sich hier eine abwechslungsreiche Ruderalvegetation eingestellt. Der Hügel ragt wie eine kleine, bunte Insel aus dem umgebenden, kurzgemähten Rasen. Nun schreitet die Sukzession voran und Weide und Ahorn beginnen die Fläche zu erobern.
Seit einem Jahr hängt hier auch eine kleine, sehr gut belegte Wildbienen-Nisthilfe. Auf der Fläche konnten schon Mauerbienen, Scherenbienen, Maskenbienen, Löcherbienen, Seidenbienen, Sandbienen, Wespenbienen und Furchenbienen beobachtet werden. Ziel ist es, den Hügel als blühende Insel, im sonst sehr blütenarmen Stadtpark, zu erhalten und für Wildbienen noch attraktiver zu machen.
Die nächste, deutlich größere, Wildbieneninsel entsteht zurzeit in einem neuen Teil des Lehrter Stadtparks, dem „Alten Grabeland“. Der NABU hat hier ein Winterquartier für Fledermäuse gebaut. Auf dem dadurch entstandenen Hügel entsteht unsere Wildbieneninsel. Hier haben Kinder die Möglichkeit, ein Wildbienenbiotop von Anfang an zu gestalten. Am südlichen Hang ist, aus Mitteln der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, eine größere, offene Sandfläche angelegt worden. Der restliche Hügel wird sich zu einer blühenden Ruderalfläche entwickeln. In Verbindung mit der umgebenden, blütenreichen Wiese und den vorhandenen, alten Obstbäumen wird sich ein wertvoller Wildbienenlebensraum entwickeln.
Weitere Infos: Hans-Jürgen Sessner, Jugendwart(NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze; Tel. 05136/83443, jugend@nabu-burgdorf-uetze.de oder www.nabu-burgdorf-uetze.de.