Die Linke stellt Liste auf

Kandidieren bei der Kommunalwahl im September für die Linke: Sebastian Brandes (von links), Gerd Bohne, Michael Fleischmann, Jörgen Wendt,  Daniel Fernholz, Hilke Oesterling, Max-Philip Schulz und Jenny Masur. (Foto: privat)

Zehn Kandidaten treten im September bei der Wahl für den Burgdorf Rat an

Burgdorf (r/fh). Die Burgdorfer Linken haben ihre Kandidaten für die Kommunalwahl im September aufgestellt: Für den Stadtrat treten vier Frauen und sechs Männer an. Spitzenkandidat ist der jetzige Ratsherr Michael Fleischmann, der sich 2019 auch um das Amt des Bürgermeisters beworben hatte. Auf den weiteren Plätzen folgen der Pädagoge Jörgen Wendt, Maßschneidermeisterin Zora Jüngst und die Tagesmutter Hilke Oesterling, die sich seit vielen Jahren im Vorstand des Frauen- und Mütterzentrums engagiert. Außerdem kandidieren Sebastian Brandes, Max-Philip Schulz und Jenny Masur.
Ganz hinten auf der Liste der Linken stehen noch zwei prominente Namen: Auf Platz neun kandidiert der stadtbekannte Musiker Daniel Fernholz aus Ehlershausen. Und auf dem letzten Platz tritt der ehemalige Recyclingunternehmer Gerd Bohne an, der in Hülptingsen wohnt und mittlerweile Kriminalromane verfasst. Sechs der insgesamt zehn Kandidaten sind nicht Mitglied der Linken. So sind unter anderem Wendt, Oesterling und Fernholz parteilos.
Fleischmann formuliert für die Kommunalwahl ein klares Ziel: „Wir wollen mit zwei Leuten in den Rat einziehen, damit wir dort endlich Fraktionsstatus mit entsprechenden Rechten erhalten und so viel besser den Finger in die Wunden legen und Inhalte durchsetzen können“, sagt er. Auch bei der Kommunalwahl 2016 hatte die Linke zwei Sitze errungen. Doch im Sommer 2017 legte die Linken-Ratsfrau Christine Gross ihr Mandat nieder und trat auch aus der Partei aus. Und Niklas Gottschalk, der für sie nachrückte, verließ nur wenige Monate später die Fraktion. Seitdem sitzt Fleischmann für die Linken als Einzelvertreter im Rat.
Inhaltlich will sich die Partei im Burgdorfer Rat nach eigenem Bekunden weiterhin dafür einsetzen, dass mehr bezahlbarer Wohnraum entsteht. „Städtische Baugrundstücke dürfen nur noch an Investoren gehen, die sich vertraglich verpflichten, mindestens 25 Prozent Sozialwohnungen zu bauen“, nennt Fleischmann ein Kernanliegen, das er in den Debatten über Neubaugebiete schon seit Jahren vorbringt. Auch seine Forderung nach Trinkwasserschutzzonen rund um das Burgdorfer Wasserwerk steht wieder im Wahlprogramm der Burgdorfer Linken. Zudem will die Partei einen Compliance-Beauftragen für den Neubau der Integrierten Gesamtschule (IGS) bestellen, um das Projekt zu überwachen und drastische Kostensteigerungen zu verhindern.
Darüber hinaus wollen sich die Burgdorfer Linken dafür einsetzen, den Kiessee an der Immenser Straße nach dem Ende des Kiesabbaus im Jahr 2023 als Badesee zu betreiben. Weitere Forderung sind Luftfilter und Fensterventilatoren für die Klassenräume, um das Corona-Infektionsrisiko in den Burgdorfer Schulen zu senken sowie der Bau großer Photovoltaikanlagen auf ungenutzten Bodenflächen als Beitrag zur Energiewende. Das vollständige Wahlprogramm ist unter www.die-linke-burgdorf.de unter dem Menüpunkt „Kommunalwahl 2021“ zu finden.