Die Betroffenen sind die besten Sachverständigen

Gastgeber Manfred Scheller (r.) und Moderator Jens Edler-Krupp (Mi; stehend) mit den Bürgermeistern der vom künftigen K+S-Schwerlastverkehr betroffenen Kommunen Jörg Makel (Nienhagen) und Wolfgang Grube (Wathlingen) sowie Werner Backeberg (Uetze), Alfred Baxmann (Burgdorf) und Hänigsens Ortsbürgermeister Norbert Vanin (v. oben). (Foto: Georg Bosse)

Solidarität zwischen Nienhagen, Wathlingen, Uetze und Burgdorf vereinbart

HÄNIGSEN/WATHLINGEN/NIENHAGEN (gb). Die SPD-Abteilung Hänigsen/Obershagen/Altmerdingsen hatte eingeladen und rund 60 Gäste, die sich für die Nebengeräusche bei der geplanten Abdeckung der Wathlinger K+S-Halde interessierten, waren im Linden-Casino erschienen, um sich darüber mit den Kommunalspitzen aus der Gesamtgemeinde Wathlingen und aus Nienhagen (Landkreis Celle) sowie aus Uetze nund Burgdorf auszutauschen.
Nach der Begrüßung der Anwesenden durch SPD-Ortsgruppenchef Manfred Scheller übernahm Uetzes Gemeinderatsmitglied im Ausschuss Verkehr, Umwelt, Planung (VUP), Jens Edler-Krupp, die Moderation der Veranstaltung. Die betroffenen Kommunenbewohner aus dem benachbarten Landkreis Celle sowie aus der angrenzenden Ostregion Hannover befürchten wohl nicht zu Unrecht langjährige Lärmbelästigungen und die Gefährdung der Schulwegsicherheit in ihren Ortschaften durch enormes Mehraufkommen von Schwerlast- und Gefahrgutverkehr der, aus welchen Richtungen auch immer, Bauschutt und Bodenaushub transportiert. „Heute geht es nicht um die Feinheiten, denn uns liegen aktuell keine neuen Erkenntnisse vor. Ich gebe allerdings zu Bedenken, dass die üblichen Landes- und Bundesstraßen für den Personen- und Güterverkehr vorgesehen sind“, sagte Uetzes Bürgermeister Werner Backeberg.
Mit bislang wenig Erkenntnissen über das vorgesehenen K+S-Vorgehen hatte sich Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann in Hänigsen bei den ebenfalls anwesenden Verwaltungskollegen Jörg Makel (Gemeinde Nienhagen) und Wolfgang Grube (Samtgemeinde Wathlingen) eingereiht. „Ohne die örtliche Presse wäre Burgdorf wohl jetzt noch im „Tal der Ahnungslosen“. Wir haben eventuell nur ein abgeleitetes Problem in Dachtmissen und Sorgensen, begrüßen aber jegliche kritische Einmischung der Betroffenen gegenüber dem Konzern. Sollte gegen das Privatunternehmen Protest zu organisieren sein, steht Burgdorf an der Seite des Bürgerwiderstandes“, gab sich Baxmann kämpferisch.
Werner Backeberg mahnte, K+S nur Alternativvorschläge zu machen, die auch gute Realisierungschancen hätten. Solidarisch favorisieren Grube und Makel sowie Backeberg und Baxmann die angeregte Variante, die Transporte von der Bundesstraße 3 bei Ehlershausen über den „Rhöndamm“ zum Gelände der ExxonMobil (ehem. BEB/Brigitta Elwerath) zu führen, um von dort das Material auf dem Schienenweg zur Halde zu bringen. „Betroffene sind häufig die besten Sachverständigen“, so Wolfgang Grube.