Die Ausstellung „Burgdorf schreibt Geschichte!“ startet am 5. Februar

Die Burgdorfer Konservenfabrik Ludwig Warnecke im Jahr 1893. (Foto: VVV)

Im Stadtmuseum ist der erste Höhepunkt des Themenjahrs 2011 zu sehen

BURGDORF (r/jk). Am Sonnabend, 8. Januar, eröffnen Stadtmarketing Burgdorf (SMB), der Verkehrs- und Verschönerungs-Verein (VVV) und die Stadt Burgdorf das neue Themenjahr „Burgdorf schreibt Geschichte“ mit einem festlichen Neujahrskonzert. Nach diesem schon traditionellen Auftakt folgen im Jahresverlauf zahlreiche Veranstaltungen, die die wechselvolle und ereignisreiche Geschichte der Auestadt in den Mittelpunkt stellen und mit Ausblicken in die Zukunftsperspektiven Burgdorfs verbinden. Ausstellungen, Aktionen, Projekte und ein Thementag mit stadtgeschichtlichen Theateraufführungen erinnern an markante Wendepunkte der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Burgdorfs seit den ersten urkundlichen Erwähnungen.
Der erste Höhepunkt des neuen Themenjahrs ist die Ausstellung „Burgdorf schreibt Geschichte!“, die im Stadtmuseum vom 5. Februar bis 27. März 2011 zu sehen ist. Die Vorbereitungen laufen bei dem für die Schau verantwortlichen Arbeitskreis Stadtmuseum bereits auf Hochtouren. Die Ausstellungsmacher wollen die Geschichte ihrer Heimatstadt als lebendigen Entwicklungsprozess nachzeichnen, der von zahlreichen entscheidenden Einschnitten und Ereignissen mit überregionaler Bedeutung geprägt wurde. Dazu gehören die Ereignisse des dreißigjährigen Krieges, von denen auch das damals kleine Burgdorf nicht verschont blieb. Von schicksalhafter Bedeutung waren die beiden Großbrände der Jahre 1658 und 1809, denen die Auestadt beinahe zum Opfer gefallen wäre.
Auch die wirtschaftliche Entwicklung Burgdorfs blieb seit der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vielen dramatischen Wandlungen unterworfen. Eine große Zahl ehemals bedeutender Unternehmen, die in Burgdorf ansässig und Arbeitgeber hunderter Menschen waren, mussten der erdrückenden Konkurrenz größerer Konzerne weichen und gehören heute der Vergangenheit an. Die 1892 gegründete Konservenfabrik Ludwig Warnecke war bis in die 1950er Jahre einer der größten deutschen Konservenproduzenten. Ihre Produkte fanden internationalen Absatz. In den 1960er Jahren begann der schleichende Niedergang der Firma, der nach der Übernahme durch Langnese-Iglo 1970 mit der Schließung aus Rentabilitätsgründen endete. Schon in den 1950er Jahren endete die Geschichte der Burgdorfer Nudel- und Maccaroni-Fabrik, deren Waren einmal in den Kochtöpfen ganz Europas zu finden waren. Ein ähnliches Schicksal teilten die Honigkuchen-, Reifen-, Baukästen-, Matratzen-, Waagenfabrik und die Burgdorfer Niederlassung der Ibbenbührer Stärkefabrik Crespel & Deiters.
Der VVV nimmt in seiner Geschäftsstelle (Braunschweiger Straße 2) gerne weitere Exponate aus der Geschichte dieser Unternehmen entgegen (Tel. 05136/1862). Die Ausstellung wendet sich aber auch den positiven Entwicklungssträngen des Burgdorfer Wirtschaftslebens zu. Neue Unternehmen fanden ihre Heimat in Burgdorf. Die Keksfabrik Parlasca, Medite Medizintechnik, Waldi-Leuchten, Hartmann Valves und CP-Pharma gehören seit vielen Jahren zu den stabilen Größen des Burgdorfer Wirtschaftslebens, bei denen viele Menschen einen sicheren Arbeitsplatz finden.
Bedeutende Persönlichkeiten des politischen und kulturellen Lebens, die in Burgdorf gelebt haben bzw. noch leben, nach ihrem Wegzug aus Burgdorf zu europäischem Ruhm gelangten oder als Gast in Burgdorf einen nachhaltigen Eindruck hinterließen, bilden einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung. Wenige Menschen wissen heute noch, dass der Hofmaler König Ludwig II. von Bayern, Heinrich Breling, 1849 in Burgdorf geboren wurde. Der unvergessene Radio-Moderator Hermann Hoffmann brachte mit seinem Radioprogramm „Sender Zitrone“ ganz Deutschland zum Lachen. Einwohner Ehlershausens ist der Vorstandsvorsitzende der TUI AG, Dr. Michael Frenzel. In dauerhafter Erinnerung blieben die Besuche des Bundeskanzler Konrad Adenauer im Jahr 1957, des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt im Jahr 1961 und des Bundespräsidenten Karl Carstens im Jahr 1980.
Die Aussteller erinnern auch an bedeutende Sportereignisse in der Auestadt, die der Burgdorfer TSV die breite Anerkennung der deutschen Sportwelt sicherten. Die TSV-Fußballer gewannen am 23. Juni 1973 das DFB-Landespokal-Endspiel gegen Rot-Weiß Scheeßel mit 3:0 und am 28. Juli gegen den Regionalligisten VfL Wolfsburg mit 8:7. Sie schrieben damit norddeutsche Fußballgeschichte. Alfons Klugers 4. Tor gegen den VfL Wolfsburg wurde von der ARD als Tor des Monats ausgezeichnet. Absoluter Höhepunkt der jüngsten Sportgeschichte ist der Aufstieg der TSV Hannover-Burgdorf in die 1. Handball-Bundesliga am 6. Juni 2009.
Das Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) ist sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Führungen innerhalb der Woche sind nach Absprache mit VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich möglich (Tel. 05136 - 1862).