Der Schwarze Herzog war wieder in der Stadt

Der Schwarze Herzog trifft auf seine Schar, mit der er auf Zeitreise durch Burgdorf ging. Foto: Georg Bosse

Mit "Frauenzimmern" und Adjutanten auf Streifzug durch Burgdorf

BURGDORF (gb).Mit strammen Schritt und gestrengem Blick, näherte sich am vergangenen Sonntag Andreas Jäger, alias Schwarzer Herzog, einer gut 30-köpfigen Schar, die am Burgdorfer Denkmal des Militäradeligen aus Braunschweig auf ihn wartete, um mit ihm in dem "kleinen Städtchen", so der Herzog, auf eine Erlebnis- und Zeitreise zu gehen. Zur gebührenden Begrüßung erwartete der Schwarze Herzog einen Knicks von den anwesenden "Frauenzimmern" und einen festen Händedruck von den Herren.
Friedrich Wilhelm I. von Braunschweig-Lüneburg-Oels (1771-1815), auch als der Schwarze Herzog bekannt, nahm ab 1792 als Kapitän eines Infanterieregiments am Ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich teil. Im April 1809 stellte er eine 2300 Mann starke Truppe auf, die wegen ihrer schwarzen Uniformen "Schwarze Schar" genannt wurde. Mit dem Schlachtruf "Sieg oder Tod" zog der Schwarze Herzog mit seinem Korps kämpfend über Halle, Halberstadt und Braunschweig bis nach Burgdorf, wo er im August 1809 an der Stelle des heutigen Denkmals an der Immenser Straße ein Biwak aufgeschlagen ließ. 1813 kam der Schwarze Herzog ein zweites Mal nach Burgdorf, um die Leistungen beim Wiederaufbau der Stadt nach dem Brand von 1809 zu würdigen.
"Die Burgdorfer haben hier für mich schon 1859 ein Ehrenmal errichtet. Dafür bin ich dem kleinen Städtchen sehr verbunden. Die Braunschweiger taten dies in meiner Heimatstadt 15 Jahre später, was ich wenig als befremdlich empfinde", erklärte der Schwarze Herzog. Überhaupt hatte er nur lobende Worte für die Burgdorfer übrig.
Bevor sich der Schwarze Herzog mit seinen Freiwilligen auf den Streifzug durch Burgdorf machte, beorderte er Nils Unverzagt zu seinem persönlichen Adjutanten. Dieser bekam den Auftrag, während des Marsches durch den Stadtpark zum Spittaplatz auf "hinterhältige französische Scharfschützen" zu achten. Ohne besondere Vorkommnisse erreichte die Gruppe das Historische Rathaus an der Marktstraße, wo es zum Leidwesen des Herzogs kein kellerkühles Bier zu trinken gab. Also schlugen sie sich zum Stadtmuseum an der Schmiedestraße durch, wo dem Schwarzen Herzog und seiner Schwarzen Schar noch bis zum Sonntag, 11. August, eine sehenswerte Ausstellung gewidmet ist.
In einer Schlacht bei einem kleinen Ort südlich von Waterloo (1815) fiel der Schwarze Herzog. Sein Leichnam wurde einige Tage in Braunschweig aufgebahrt und anschließend in der Krypta des Doms beigesetzt. Der mit schwarzem Samt beschlagene Sarg befindet sich noch heute in der Krypta.