„Der Menschenfeind“ lockt ins Burgdorfer Theater im Berliner Ring

Ein Dichter muckt gegen die Heuchlerei der Party-Schickeria auf: Hans Magnus Enzensbergers Charakterkomödie „Der Menschenfeind“, die nach Motiven des französischen Barockdichters Molière entstand, beweist zeitlose Aktualität . . .

Molières Komödienklassiker in Enzensbergers Charakterzeichnung

BURGDORF (r/kl). Man nehme: Molières Komödienklassiker, die heutige Elite und jede Menge zündende Reime. Unter den Händen Hans Magnus Enzensbergers entsteht daraus ein neues, vielschichtiges Theatervergnügen mit gesellschaftskritischen Untertönen. Von dessen zeitloser Bühnenwirksamkeit können sich die Zuschauer von Enzensbergers Charakterkomödie „Der Menschenfeind“ überzeugen, die nach Motiven des französischen Barockdichters Molière entstand.
Der VVV und die Stadt Burgdorf präsentieren das Theaterstück am Freitag, 12. April, als ein weiteres Gastspiel des Theaters für Niedersachsen (TfN) im Theater am Berliner Ring. Die Vorstellung beginnt um 20.00 Uhr. Für die Zuschauer gibt es um 19.30 Uhr eine kostenlose Einführung in das Bühnengeschehen.
Theaterkarten sind bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, und im Bürgerbüro (Rathaus III, Spittaplatz 4) erhältlich. Für Mitglieder des VVV und Jugendliche gibt es im Vorverkauf Ermäßigungen.
Schauplatz der Handlung ist eine Party bei der schönen Célimène. Die Schickeria ist versammelt, feiert und macht einander Komplimente. Nur Célimènes Lebensgefährte Alceste hat diese ständige Heuchelei und Speichelleckerei gründlich satt. Er will sich nicht mehr aus Höflichkeit selbst verleugnen und lässt sich dafür bereitwillig belächeln. Als Dichter steht er ohnehin eher am Rande der Gesellschaft.
Als ihn der Politiker Oronte um sein kritisches Fachurteil zu einem selbst geschriebenen Gedicht bittet, kommt es zum Eklat: Alceste sagt Oronte unverblümt, wie schlecht sein Geschreibsel ist, woraufhin dieser ihn mit einer Hetzkampagne öffentlich zu vernichten versucht.
Und dann ist da noch Célimènes unerträgliche Flirterei. Allen Männern in ihrer Umgebung macht sie Hoffnungen. Alceste fordert sie auf, sich endlich zu ihm zu bekennen. Doch sie will die anderen Verehrer nicht vor den Kopf stoßen. Da ist Ärger vorprogrammiert.
In seinem „Menschenfeind“ aus dem Jahre 1666 erzählt Molière die komische Tragödie eines Idealisten, der mit seinen Idealen an seiner Umgebung scheitern muss. 1979 hat Hans Magnus Enzensberger die Geschichte in die heutige Oberschicht verlegt und den klassischen Endreim mit jeder Menge Humor angefüllt. – So wird die Sprache zum besonderen Vergnügen dieser Komödie.
Rüdiger Hellmann, Martin Molitor, Moritz Nikolaus Koch, Simone Mende, Katharina Wilberg, Michaela Allendorf und Dennis Habermehl spielen die Hauptrollen in der Inszenierung von Karin Drechsel.