"Das war das letzte Mal"

Nächstes Jahr soll das Festival "Fantastische Welten" nicht mehr in Burgdorf stattfinden. (Foto: r)

Veranstalter des Festivals "Fantastische Welten" kritisieren das städtische Ordnungsamt und wollen nicht wieder nach Burgdorf kommen

BURGDORF (fh). Wirtschaftlich sei das Festival "Fantastische Welten" am vergangenen Wochenende im Schlosspark erfolgreich gewesen und auch mit den Besucherzahlen zeigt sich Veranstalter Olaf Scholz zufrieden. Trotzdem will er nächstes Jahr nicht wieder nach Burgdorf kommen. "Das war definitiv das letzte Mal", betont er.
Grund dafür sei Ärger mit dem Ordnungsamt der Stadt Burgdorf gewesen. Die Mitarbeiter hatten für das Wochenende nämlich noch eine weitere Veranstaltung zugelassen: das musikkulinarische Festival "Wild auf Bock" auf dem Spittaplatz. "Es ist ein Unding, in 50 Metern Abstand beides zu genehmigen, ohne die Veranstalter zusammenzubringen", macht Scholz seinem Ärger Luft. Dabei ginge es ihm nicht um eine mögliche Konkurrenz. Vielmehr stelle die Parallelveranstaltung ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. "Beide Seiten haben Glück gehabt, dass alles gut gegangen ist", so Scholz.
Dieser Einschätzung widerspricht die Stadt. Die beiden Plätze für das Fantasy-Festival und das Wild-auf Bock-Fest würden von der Ordnungsabteilung einzeln vergeben. "Beide Veranstalter haben der Ordnungsabteilung ein Sicherheitskonzept vorgelegt an dem es nichts zu beanstanden gab und außerdem einen Sicherheitsdienst eingesetzt", heißt es in der offiziellen Stellungnahmen. Deshalb habe die Stadt auch keine Veranlassung für ein Gespräch mit beiden Veranstaltern gesehen.
Es sei außerdem schon frühzeitig für jedermann ersichtlich gewesen, dass beide Festivals gleichzeitig stattfinden. "Die Veranstaltungen wurden in den Veranstaltungskalender des Stadtmarketings aufgenommen und bereits im Januar der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt", heißt es dazu in der Stellungnahme.
Olaf Schulz vermisst dabei die direkte Kommunikation und die persönliche Ansprache. "Es wäre schön gewesen, wenn wir uns mal vor Ort getroffen hätten. Stattdessen lief die ganze Zeit über alles nur per E-Mail oder Telefon", kritisiert er. So etwas mache kein Veranstalter lange mit. "Und wir haben genug Alternativen", kündigt Schulz an. Nicht einmal eine Woche nach dem Festival habe er bereits einen Veranstaltungsort für das nächste Mal gefunden. Für welche Stadt sie sich entschieden hat, wolle er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten. "Es wird aber auch für unsere Burgdorfer Fans noch gut erreichbar sein", versichert er. Der genaue Ort werde ab September auf der Internetseite www.mittelalterspass.de bekannt gegeben.
Dass er so schnell reagiert habe, liege auch an den bisherigen Erfahrungen seit der Premiere vor etwa acht Jahren. "Wir hatten immer viel Stress und Ärger mit dem Ordnungsamt, auch weil Absprachen nicht verlässlich waren", so Schulz. Vor allem wegen des schönen Schlossparks und der guten Stimmung mit den Besuchern habe er trotzdem lange an Burgdorf festgehalten und dafür sogar anderen Interessenten abgesagt. Doch nun sei das Maß voll gewesen.
"Ich verstehe nicht, dass man einen privaten Veranstalter, der Geld in die Stadt bringt, so behandelt", sagt Schulz. Denn für die "Fantastischen Welten" seien auch viele Besucher von außerhalb nach Burgdorf gereist und hätten vor Ort übernachtet und eingekauft.